Kategorie: U-Boote Klasse 205

U-Boote der Klasse 205 – Der Weg zum einsatzfähigen Küsten-U-Boot

Die U-Boote der Klasse 205 entstanden als Weiterentwicklung der Klasse 201. Sie sollten die bei den ersten deutschen U-Boot-Neubauten aufgetretenen technischen Probleme überwinden und den Grundtyp zu einem einsatzfähigen Küsten-U-Boot für die Bundesmarine weiterentwickeln.

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Die Boote waren klein, wendig und vor allem für den Einsatz in der Ostsee, den dänischen Meerengen und den küstennahen Gewässern der Nordsee vorgesehen. Ihre geringe Größe, der amagnetische Druckkörper und die vergleichsweise geringe Geräuschentwicklung sollten es ihnen ermöglichen, verdeckt in flachen und stark überwachten Seegebieten zu operieren.

Die Klasse 205 entstand jedoch in mehreren Entwicklungsstufen. Die ersten Boote U 4 bis U 8 waren bereits im Bau, als die schweren Materialprobleme der Klasse 201 bekannt wurden. Sie besaßen noch Druckkörper aus dem ungeeigneten Stahl AM 10 und konnten deshalb nur eingeschränkt verwendet werden.

Die später fertiggestellten beziehungsweise neu gebauten Boote erhielten einen verbesserten amagnetischen Stahl und zahlreiche technische Änderungen. Sie wurden als Klasse 205 mod geführt und blieben zum Teil bis in die 1990er-Jahre im Dienst.

Zur ursprünglichen Klasse 205 gehörten:

U 4 – S 183
U 5 – S 184
U 6 – S 185
U 7 – S 186
U 8 – S 187

Die späteren Boote U 9 bis U 12 sowie die neu gebauten U 1 und U 2 werden wegen ihrer veränderten Konstruktion gesondert als Klasse 205 mod beschrieben. Das Bundesarchiv führt U 9, U 10, U 11, U 12 und das neu gebaute U 1 ausdrücklich als Boote der Klasse 205 mod.

Entstehung aus der Klasse 201

Die Bundesmarine hatte ursprünglich zwölf U-Boote der Klasse 201 bestellt. Während die ersten drei Einheiten U 1 bis U 3 fertiggestellt wurden, befanden sich weitere Boote bereits in unterschiedlichen Baustadien.

Noch während des Bauprogramms wurden verschiedene konstruktive Verbesserungen beschlossen. Dazu gehörten Änderungen an den Maschinenanlagen, der Energieversorgung, den Sensoren und der inneren Aufteilung. Die überarbeiteten Boote erhielten die neue Klassenbezeichnung 205.

U 4 bis U 8 waren damit keine vollständig neue Konstruktion. Sie stellten vielmehr eine weiterentwickelte Ausführung des ursprünglichen Entwurfs dar.

Die Boote wurden bei den Howaldtswerken in Kiel gebaut und zwischen 1962 und 1964 in Dienst gestellt.

Die Stahlkrise

Die schwerwiegendste Belastung für das gesamte Bauprogramm war der verwendete amagnetische Stahl AM 10.

Der Werkstoff sollte den Booten eine besonders geringe magnetische Signatur verleihen. Dies war für den Einsatz in minengefährdeten Küstengewässern von großer Bedeutung. Ein amagnetischer Druckkörper verringerte das Risiko, Magnetminen auszulösen, und erschwerte zugleich die Ortung durch magnetische Suchgeräte.

Kurz nach der Indienststellung der ersten Klasse-201-Boote wurden jedoch Risse und Korrosionsschäden festgestellt. Der Stahl erwies sich für den dauerhaften Einsatz im Seewasser und für die wechselnden Belastungen eines U-Boot-Druckkörpers als ungeeignet.

Da U 4 bis U 8 zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend fertiggestellt waren, besaßen auch sie noch Druckkörper aus AM 10. Die Boote konnten deshalb nicht uneingeschränkt eingesetzt werden. Tauchtiefen, Einsatzzeiten und Belastungen mussten besonders überwacht werden.

Die Schäden führten dazu, dass U 4 bis U 8 nur eine vergleichsweise kurze Dienstzeit erreichten. Nach dem Zulauf der zuverlässigeren U-Boote der Klasse 206 wurden sie 1974 außer Dienst gestellt.

Aufgabe der Küsten-U-Boote

Die Klasse 205 war für den Einsatz in den flachen und räumlich begrenzten Gewässern Nord- und Ostsee entwickelt worden.

Zu ihren Aufgaben gehörten:

  • die verdeckte Aufklärung gegnerischer Schiffsbewegungen,
  • die Überwachung von Meerengen und Küstengewässern,
  • die Bekämpfung von Überwasserschiffen,
  • die Bekämpfung gegnerischer U-Boote,
  • das Legen von Seeminen,
  • sowie die Ausbildung und Erprobung neuer U-Boot-Verfahren.

Die Boote sollten ihre geringe Größe und niedrige Signatur nutzen, um in Wartepositionen zu operieren und gegnerische Einheiten möglichst überraschend anzugreifen.

Besonders die Ostsee stellte hohe Anforderungen. Das flache Wasser, wechselnde Salzgehalte, dichter Schiffsverkehr und schwierige hydroakustische Bedingungen erschwerten sowohl den Einsatz der eigenen Sonaranlagen als auch die gegnerische U-Boot-Suche.

Auslegung für die Unterwasserfahrt

Die Klasse 205 war wie ihre Vorgängerin hauptsächlich für die Fahrt unter Wasser ausgelegt.

Der Rumpf besaß eine strömungsgünstige Form. Die Aufbauten und der Turm blieben vergleichsweise klein, um den Wasserwiderstand und die Ortbarkeit zu verringern.

Getaucht waren die Boote schneller als an der Wasseroberfläche. Dies unterschied sie von älteren U-Boot-Konstruktionen, die noch überwiegend als tauchfähige Überwasserschiffe ausgelegt worden waren.

Die Unterwassergeschwindigkeit lag bei ungefähr 17 Knoten. An der Oberfläche erreichten die Boote etwa zehn Knoten.

Die vergleichsweise hohe Geschwindigkeit konnte jedoch nur für begrenzte Zeit gehalten werden, da sie die Batterien stark beanspruchte und die Geräuschentwicklung erhöhte. Im normalen Einsatz fuhren die Boote deutlich langsamer, um Energie zu sparen und möglichst unbemerkt zu bleiben.

Amagnetische Bauweise

Trotz der Materialprobleme blieb die amagnetische Bauweise ein wesentliches Merkmal des deutschen U-Boot-Konzeptes.

Neben dem Druckkörper mussten auch zahlreiche Ausrüstungsteile, Leitungen und Einbauten so ausgewählt oder angeordnet werden, dass die magnetische Signatur des gesamten Bootes möglichst niedrig blieb.

Die Erfahrungen mit AM 10 führten zur Entwicklung und Erprobung neuer Werkstoffe. Für die späteren Boote der Klasse 205 mod und die Klasse 206 wurde mit PN 18 S2 ein geeigneterer amagnetischer Stahl verwendet.

Diese Entwicklung wurde zu einem wichtigen Merkmal des deutschen konventionellen U-Bootbaus und beeinflusste zahlreiche spätere Klassen und Exportentwürfe.

Bewaffnung

Die Boote verfügten über acht nach vorn gerichtete Torpedorohre im Kaliber 533 Millimeter.

Aufgrund der geringen Abmessungen gab es keinen zusätzlichen Torpedolagerraum. Die acht mitgeführten Torpedos befanden sich bereits in den Rohren.

Alternativ konnten anstelle der Torpedos Seeminen aufgenommen werden. Dadurch waren die Boote in der Lage, verdeckt Minensperren in Hafenzufahrten, Meerengen oder anderen wichtigen Seegebieten auszubringen.

Die geringe Größe der Boote erforderte einen bewussten Verzicht auf Reservetorpedos. Nach dem Abschuss der vorhandenen Waffen musste das U-Boot zum Nachladen in einen Stützpunkt zurückkehren.

Torpedoeinsatz

Ein Torpedoangriff verlangte eine genaue Bestimmung von Kurs, Geschwindigkeit und Entfernung des Zieles.

Die Sonar- und Sehrohrbeobachtungen wurden in der Zentrale ausgewertet. Aus diesen Informationen berechnete die Feuerleitanlage die notwendigen Einstellwerte für die Torpedos.

Das Boot musste sich dem Ziel möglichst unbemerkt nähern. Jede hohe Geschwindigkeit, jeder unnötige Maschinenbetrieb und jede Verwendung des Sehrohres konnte die Gefahr erhöhen, vom Gegner entdeckt zu werden.

Nach dem Abschuss musste der Kommandant entscheiden, ob das Boot weiter beobachtete, erneut angriff oder sich möglichst geräuscharm aus dem Gebiet zurückzog.

Sensoren und Ortungsmittel

Die Boote verfügten über passive und aktive Sonaranlagen, ein Angriffssehrohr, ein Luftzielsehrohr, Navigationsanlagen und Einrichtungen zur Feuerleitung.

Das passive Sonar ermöglichte es, die Geräusche anderer Schiffe zu empfangen, ohne selbst Schallimpulse auszusenden. Dadurch konnte ein Ziel geortet und verfolgt werden, ohne die eigene Position unmittelbar preiszugeben.

Das aktive Sonar sendete eigene Schallimpulse aus und wertete deren Echos aus. Es konnte genauere Entfernungsangaben liefern, machte das U-Boot jedoch zugleich für den Gegner leichter erkennbar.

Das Sehrohr wurde vor allem zur optischen Überprüfung eines Zieles, zur Navigation in Küstennähe und zur Vorbereitung eines Angriffs eingesetzt.

Diesel-elektrischer Antrieb

Die Klasse 205 besaß einen konventionellen diesel-elektrischen Antrieb.

Zwei Dieselgeneratoren erzeugten bei Überwasserfahrt oder während des Schnorchelbetriebes elektrische Energie. Diese wurde zum Laden der Batterien und zum Betrieb der Bordnetze genutzt.

Bei vollständig getauchter Fahrt wurde der Elektromotor aus den Batterien gespeist. Da dabei kein Diesel arbeitete, konnten die Boote vergleichsweise leise operieren.

Der Hauptfahrmotor wirkte auf eine einzelne Welle. Zusätzlich verfügten die Boote über Einrichtungen für eine besonders langsame und geräuscharme Fahrt.

Die Reichweite unter Wasser hing stark von der Geschwindigkeit ab. Bei hoher Fahrt wurden die Batterien innerhalb kurzer Zeit entladen. Bei niedriger Schleichfahrt konnten die Boote erheblich länger getaucht bleiben.

Schnorchelbetrieb

Um die Batterien zu laden, mussten die Dieselgeneratoren mit Außenluft versorgt werden.

Dazu konnten die Boote entweder auftauchen oder in geringer Tiefe mit ausgefahrenem Schnorchel fahren. Über den Schnorchelmast wurde Luft angesaugt und das Abgas abgeführt.

Der Schnorchelbetrieb war jedoch nicht risikofrei. Der aus dem Wasser ragende Mast konnte durch Radar oder optische Beobachtung entdeckt werden. Zudem erzeugten die laufenden Dieselmotoren deutlich mehr Lärm als der reine Elektroantrieb.

Bei stärkerem Seegang konnte das Schnorchelventil zeitweise schließen. In diesem Fall saugten die Dieselmotoren für einen kurzen Moment Luft aus dem Bootsinneren an, wodurch für die Besatzung unangenehme Druckschwankungen entstanden.

Technische Grunddaten

Klasse: 205
Typ: konventionelles Küsten-U-Boot
Boote der ursprünglichen Ausführung: U 4 bis U 8
Kennungen: S 183 bis S 187
Bauwerft: Howaldtswerke, Kiel
Indienststellungen: 1962 bis 1964
Außerdienststellungen: 1974
Länge: etwa 43,5 Meter
Breite: etwa 4,6 Meter
Tiefgang: ungefähr 3,8 Meter
Verdrängung über Wasser: rund 419 Tonnen
Verdrängung getaucht: rund 455 Tonnen
Besatzung: ungefähr 21 bis 22 Soldaten
Geschwindigkeit über Wasser: etwa zehn Knoten
Geschwindigkeit getaucht: bis zu etwa 17 Knoten
Bewaffnung: acht Torpedorohre im Kaliber 533 Millimeter
Zuladung: acht Torpedos oder eine entsprechende Anzahl Seeminen
Antrieb: diesel-elektrisch
Anzahl der Wellen: eine.

Leben an Bord

Mit einer Länge von nur rund 43 Metern gehörten die Boote zu den kleinsten militärischen U-Booten ihrer Zeit.

Die Besatzung lebte zwischen Torpedorohren, Batterien, Maschinenanlagen, Funk- und Sonargeräten. Nahezu jeder verfügbare Raum wurde für Technik, Vorräte oder persönliche Ausrüstung genutzt.

Eigene Kabinen gab es nur in sehr begrenztem Umfang. Viele Besatzungsmitglieder schliefen in engen Kojen, die teilweise unmittelbar über oder neben technischen Anlagen lagen.

Der Alltag wurde von Wachwechseln bestimmt. Während ein Teil der Besatzung das Boot führte, Sonarkontakte verfolgte oder die Maschinen überwachte, versuchte der andere Teil zu schlafen, zu essen oder kleinere Wartungsarbeiten auszuführen.

Die Luft im Boot war von Diesel, Öl, Feuchtigkeit, Batterien, Lebensmitteln und den Ausdünstungen der Besatzung geprägt. Bei längeren Tauchfahrten stiegen Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Auf einem kleinen U-Boot war jeder auf jeden angewiesen. Technische Probleme, Unachtsamkeit oder ein Fehler bei der Bedienung konnten unmittelbare Auswirkungen auf das gesamte Boot haben.

Dienst im 1. Ubootgeschwader

Die Boote der Klasse 205 gehörten zum 1. Ubootgeschwader.

Der Verband wurde 1961 aufgestellt und war zunächst in Kiel stationiert. Zu ihm gehörten neben den U-Booten auch der Tender LAHN und zeitweise der Tender LECH.

Das Geschwader führte die Einsatz- und Ausbildungsboote der Bundesmarine zusammen. Zu seinem Bestand gehörten nacheinander die Boote der Klassen 201, 205, 205 mod und später 206.

Die Deutsche Digitale Bibliothek nennt für den Verband ausdrücklich U 4 bis U 12 sowie die neu gebauten U 1 und U 2 der Klasse 205 beziehungsweise 205 mod. Im April 1969 konnten der Tender LAHN, U 1, U 2 sowie U 9 bis U 12 der NATO unterstellt werden.

Ausbildung und Erprobung

Wegen der Materialprobleme konnten U 4 bis U 8 nur eingeschränkt als reguläre Einsatzboote verwendet werden.

Sie dienten dennoch der Ausbildung neuer U-Boot-Besatzungen und der Erprobung von Verfahren, Geräten und taktischen Grundlagen.

Zu den Ausbildungsinhalten gehörten:

  • Tauchen und Auftauchen,
  • Unterwassernavigation,
  • Sehrohrangriffe,
  • Torpedoschießen,
  • Sonarortung,
  • Schnorchelbetrieb,
  • Schleichfahrt,
  • Notfallverfahren,
  • sowie das Zusammenwirken mit U-Jagdschiffen und Marinefliegern.

Die Erfahrungen der Besatzungen flossen in die Weiterentwicklung der Klasse 205 mod und in die Konstruktion der Klasse 206 ein.

U 4 – S 183

U 4 war das erste Boot der Klasse 205.

Es wurde am 19. November 1962 in Dienst gestellt und gehörte zum 1. Ubootgeschwader. Das Boot führte die Kennung S 183.

U 4 war bereits weitgehend fertiggestellt, als die Probleme mit dem Stahl AM 10 bekannt wurden. Entsprechend konnte auch dieses Boot nur unter besonderen Einschränkungen eingesetzt werden.

Am 1. August 1974 wurde U 4 außer Dienst gestellt. Anschließend wurde es ausgeschlachtet und verschrottet.

U 5 – S 184

U 5 wurde am 4. Juli 1963 in Dienst gestellt und erhielt die Kennung S 184.

Auch U 5 besaß einen Druckkörper aus AM 10. Das Boot diente während seiner vergleichsweise kurzen Laufbahn vor allem der Ausbildung, Erprobung und taktischen Weiterentwicklung der jungen U-Boot-Waffe.

Nach rund elf Dienstjahren wurde U 5 im Jahr 1974 außer Dienst gestellt und später abgebrochen.

U 6 – S 185

U 6 wurde am 20. August 1963 in Dienst gestellt. Das Boot führte die Kennung S 185.

Wie seine Schwesterschiffe war es von den Materialproblemen des ursprünglichen amagnetischen Stahls betroffen. Die Einsatzmöglichkeiten blieben daher eingeschränkt.

U 6 wurde 1974 außer Dienst gestellt und anschließend verschrottet.

U 7 – S 186

U 7 wurde am 16. März 1964 in Dienst gestellt und führte die Kennung S 186.

Das Boot diente beim 1. Ubootgeschwader und wurde für Ausbildung, Erprobung und Übungen in Nord- und Ostsee verwendet.

Auch U 7 wurde im Jahr 1974 außer Dienst gestellt. Eine Weitergabe an eine andere Marine oder eine museale Erhaltung erfolgte nicht.

U 8 – S 187

U 8 wurde am 22. Juli 1964 in Dienst gestellt und erhielt die Kennung S 187.

Es war das letzte Boot der ursprünglichen Klasse 205. Auch bei ihm begrenzten die Probleme des Druckkörperstahls die vorgesehene militärische Nutzung.

U 8 wurde 1974 außer Dienst gestellt und später verschrottet.

Ablösung durch die Klasse 206

Anfang der 1970er-Jahre liefen die ersten Boote der Klasse 206 zu.

Diese neue Klasse nutzte einen verbesserten amagnetischen Stahl und vereinte die Erfahrungen aus den Klassen 201, 205 und 205 mod. Die Boote waren technisch zuverlässiger und konnten ohne die erheblichen Beschränkungen ihrer Vorgänger eingesetzt werden.

Mit dem Zulauf der Klasse 206 bestand kein Bedarf mehr, U 4 bis U 8 weiterhin im Dienst zu halten.

Alle fünf Boote wurden 1974 außer Dienst gestellt. Damit endete die kurze Laufbahn der ursprünglichen Klasse 205.

Verbleib der ursprünglichen Klasse 205

Keines der fünf Boote U 4 bis U 8 ist erhalten geblieben.

Nach ihrer Außerdienststellung wurden sie ausgeschlachtet und verschrottet. Eine Abgabe an ausländische Marinen erfolgte nicht.

Erhalten geblieben sind dagegen mehrere Boote der verbesserten Klasse 205 mod. U 9 befindet sich heute im Technik Museum Speyer, U 10 im Deutschen Marinemuseum Wilhelmshaven und U 11 im U-Boot-Museum in Burgstaaken auf Fehmarn.

Bedeutung der Klasse 205

Die ursprüngliche Klasse 205 wurde durch die Stahlprobleme stark eingeschränkt und erreichte nicht die geplante Nutzungsdauer.

Trotzdem spielte sie eine wichtige Rolle beim Aufbau der U-Boot-Waffe der Bundesmarine. Auf diesen Booten wurden Besatzungen ausgebildet, taktische Verfahren entwickelt und praktische Erfahrungen mit kleinen amagnetischen Küsten-U-Booten gesammelt.

Die Klasse bildete die Verbindung zwischen den problembehafteten ersten Neubauten der Klasse 201 und den erfolgreicheren Booten der Klasse 205 mod und 206.

Ihre kurze Dienstzeit war damit kein verlorenes Kapitel. Die Erfahrungen von Konstrukteuren, Werften und Besatzungen trugen wesentlich dazu bei, dass sich der westdeutsche U-Bootbau später zu einem international erfolgreichen Bereich des Marineschiffbaus entwickeln konnte.

Kameraden für Kameraden

Die Boote U 4 bis U 8 standen nur rund zehn bis zwölf Jahre im Dienst. Ihre Besatzungen mussten dabei mit Einschränkungen leben, die durch die Materialprobleme des Druckkörpers entstanden waren.

Trotzdem leisteten sie einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe. Auf engstem Raum erprobten die Kameraden neue Technik, entwickelten Verfahren weiter und bildeten die Grundlage für die Besatzungen der nachfolgenden Klassen.

Der Dienst auf einem kleinen Küsten-U-Boot verlangte Vertrauen, Disziplin und technisches Können. Jeder Mann kannte seine Aufgabe und wusste, dass die Sicherheit des gesamten Bootes von der zuverlässigen Arbeit aller Besatzungsmitglieder abhing.

Die Produkte zu den U-Booten der Klasse 205 erinnern an U 4, U 5, U 6, U 7 und U 8 – und an die Kameraden, die auf diesen frühen Küsten-U-Booten der Bundesmarine ihren Dienst versahen.

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