Kategorie: U 183 U-Boot 4

U 183 U-Boot 4 – Küsten-U-Boot der Klasse 205

U 183 U-Boot 4 war das erste in Dienst gestellte U-Boot der Klasse 205 und gehörte zur ersten Generation der nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland neu entwickelten U-Boote. Das kompakte Küsten-U-Boot war vor allem für den Einsatz in den flachen Gewässern der Ostsee vorgesehen.

Mehr über diese Kollektion erfahren Beschreibung schließen

U-Boot 4 stand vom 19. November 1962 bis zum 1. August 1974 im Dienst der Bundesmarine. Seine Laufbahn wurde wesentlich von den Materialproblemen des beim Bau verwendeten amagnetischen Stahls geprägt.

Bau und Indienststellung

U-Boot 4 wurde bei den Howaldtswerken in Kiel gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 1. April 1961, der Stapellauf im August 1962.

Am 19. November 1962 wurde das Boot unter dem Kommando von Kapitänleutnant Bringewat als U 183 U-Boot 4 in Dienst gestellt.

Ursprünglich war das Boot noch als vierte Einheit der Klasse 201 begonnen worden. Aufgrund umfangreicher Änderungen am Entwurf wurde es jedoch bereits nach den Vorgaben der neu geschaffenen Klasse 205 fertiggestellt. Damit war U-Boot 4 die erste Einheit dieser Klasse.

Auftrag

U-Boot 4 war als kleines konventionelles Küsten-U-Boot für den Einsatz in der Ostsee und im Bereich der Ostseezugänge konzipiert.

Im Verteidigungsfall sollten die Boote dieser Klasse gegnerische Überwassereinheiten, Nachschubverbände und Landungsfahrzeuge bekämpfen. Ihre geringe Größe und ihre vergleichsweise hohe Unterwassergeschwindigkeit ermöglichten den Einsatz in flachen und stark gegliederten Küstengewässern.

Die acht Torpedorohre waren im Bug angeordnet. Neben dem Einsatz von Torpedos war grundsätzlich auch das Legen von Seeminen vorgesehen.

Die Stahlproblematik

Wie die bereits zuvor gebauten U-Boote der Klasse 201 bestand U-Boot 4 aus dem amagnetischen Stahl AM 10. Dieser Werkstoff sollte die magnetische Signatur des Bootes reduzieren und es dadurch insbesondere gegen Magnetminen und magnetische Ortungsverfahren schützen.

Schon kurz nach der Indienststellung der ersten deutschen U-Boote wurden jedoch Risse und Korrosionserscheinungen festgestellt. Der verwendete Stahl erwies sich für die beim U-Boot-Betrieb auftretenden Belastungen als ungeeignet.

Als diese sogenannte Stahlkrise bekannt wurde, war U-Boot 4 bereits weitgehend fertiggestellt. Die Bundesmarine entschied sich deshalb, das Boot ebenso wie die folgenden Einheiten U-Boot 5 bis U-Boot 8 fertigzubauen und in Dienst zu stellen.

Um die Korrosion einzudämmen, wurden verschiedene Schutzmaßnahmen erprobt. Dazu gehörten besondere Kunststoffanstriche, eine Spritzverzinkung und zusätzliche Opferanoden. Das grundsätzliche Materialproblem konnte dadurch jedoch nicht dauerhaft beseitigt werden.

Verwendung als Schulboot

Wegen der Probleme mit dem Druckkörper unterlag U-Boot 4 besonderen Sicherheits- und Einsatzbeschränkungen. Das Boot konnte nicht mehr uneingeschränkt als reguläres Kampfboot verwendet werden.

U-Boot 4 wurde deshalb vorwiegend für Ausbildungsaufgaben eingesetzt und der U-Boot-Lehrgruppe in Neustadt in Holstein zugeteilt. Die Torpedorohre wurden verschlossen, sodass das Boot nicht mehr für den scharfen Torpedoeinsatz vorgesehen war.

Trotz dieser Einschränkungen erfüllte U-Boot 4 eine wichtige Aufgabe beim Aufbau der neuen U-Boot-Waffe der Bundesmarine. Auf dem Boot konnten Besatzungen ausgebildet, technische Erfahrungen gesammelt und Verfahren für den Betrieb moderner deutscher U-Boote entwickelt werden.

Gerade in den Anfangsjahren der Bundesmarine standen nur wenige geeignete Ausbildungsboote zur Verfügung. U-Boot 4 und seine Schwesterboote trugen daher wesentlich dazu bei, qualifiziertes Personal für die später zulaufenden U-Boote heranzubilden.

Verbandszugehörigkeit und Heimathäfen

Nach seiner Indienststellung gehörte U-Boot 4 zunächst zur deutschen U-Boot-Waffe in Kiel. Aufgrund der eingeschränkten Verwendbarkeit wurde das Boot später bei der U-Boot-Lehrgruppe in Neustadt in Holstein eingesetzt.

Neustadt wurde damit zum prägenden Stationierungsort der späteren Dienstzeit von U-Boot 4. Von dort aus diente das Boot überwiegend der praktischen Ausbildung von U-Boot-Besatzungen.

Außerdienststellung und Verbleib

Mit dem Zulauf der moderneren U-Boote der Klasse 206 standen der Bundesmarine leistungsfähigere und technisch zuverlässigere Boote zur Verfügung.

S 183 U-Boot 4 wurde deshalb am 1. August 1974 nach knapp zwölf Dienstjahren außer Dienst gestellt. Das Boot wurde anschließend aus dem Bestand der Bundesmarine ausgesondert und abgebrochen.

Damit blieb U-Boot 4 nicht als Museumsschiff erhalten. Seine Bedeutung liegt vor allem in seiner Rolle als erste Einheit der Klasse 205 und als Ausbildungsboot während des Wiederaufbaus der deutschen U-Boot-Waffe.

Bedeutung von U-Boot 4

Die Geschichte von U-Boot 4 steht beispielhaft für die schwierigen Anfangsjahre des deutschen U-Boot-Neubaus. Das Boot war einerseits das Ergebnis moderner konstruktiver Ideen und des Bestrebens, besonders schwer ortbare Küsten-U-Boote zu entwickeln. Andererseits zeigte seine Laufbahn, welche Risiken mit der Verwendung noch nicht ausreichend erprobter Werkstoffe verbunden waren.

Die bei U-Boot 4 und seinen Schwesterbooten gewonnenen Erfahrungen flossen in die weitere Entwicklung des deutschen U-Boot-Baus ein. Die Stahlprobleme führten zur Erprobung neuer Werkstoffe und schließlich zur Auswahl eines amagnetischen Stahls, der sich bei späteren deutschen U-Boot-Klassen bewährte.

Obwohl U-Boot 4 nur eingeschränkt eingesetzt werden konnte, leistete es damit einen wichtigen Beitrag zur technischen und personellen Entwicklung der U-Boot-Waffe der Bundesmarine.

Von Kameraden für Kameraden

Der Dienst auf einem kleinen U-Boot wie S 183 U-Boot 4 stellte besondere Anforderungen an die Besatzung. Auf engstem Raum arbeiteten die Kameraden in einem Umfeld, in dem Vertrauen, Disziplin und die zuverlässige Erfüllung jeder einzelnen Aufgabe unverzichtbar waren.

Die technischen Einschränkungen des Bootes änderten nichts an der Verantwortung seiner Besatzungen. U-Boot 4 leistete über viele Jahre einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der nachfolgenden Generationen deutscher U-Boot-Fahrer.

Für die ehemaligen Besatzungsangehörigen bleibt S 183 U-Boot 4 deshalb weit mehr als ein frühes Versuchs- und Schulboot. Es war ihr Boot, ihr Arbeitsplatz und für einen Abschnitt ihres Lebens ihr gemeinsames Zuhause unter Wasser.

Unsere Artikel zu U-Boot 4 erinnern an das Boot, seine Besatzungen und an die Kameraden, die während seiner fast zwölfjährigen Dienstzeit auf U 183 gefahren sind.

Von Kameraden für Kameraden – zur Erinnerung an das Boot, seine Besatzungen und die gemeinsam gefahrenen Seemeilen.

Technische Daten

Kennung: U 183
Bezeichnung: U-Boot 4
Klasse: Klasse 205
Typ: Konventionelles Küsten-U-Boot
Bauwerft: Howaldtswerke, Kiel
Kiellegung: 1. April 1961
Stapellauf: August 1962
Indienststellung: 19. November 1962
Außerdienststellung: 1. August 1974
Länge: etwa 44,3 Meter
Breite: etwa 4,6 Meter
Tiefgang: etwa 3,8 Meter
Verdrängung: etwa 419 Tonnen aufgetaucht und 455 Tonnen getaucht
Antrieb: Diesel-elektrischer Antrieb mit zwei Dieselgeneratoren und einem elektrischen Fahrmotor
Geschwindigkeit: etwa 10 Knoten aufgetaucht und bis zu 17 Knoten getaucht
Bewaffnung: Acht Torpedorohre im Bug; später verschlossen
Besatzung: etwa 21 Mann
Verwendung: Küsten-U-Boot, später überwiegend Schul- und Ausbildungsboot
Stationierungsorte: Kiel und Neustadt in Holstein
Verbleib: Nach der Außerdienststellung abgebrochen

Keine Produkte gefunden
Verwende weniger Filter oder entferne alle