Kategorie: U 187 U-Boot 8
U 187 U-Boot 8 – Küsten-U-Boot der Klasse 205
U 187 U-Boot 8 war ein konventionelles Küsten-U-Boot der Klasse 205 und gehörte zur ersten Generation der nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland neu entwickelten U-Boote. Das kompakte Boot war vor allem für den Einsatz in der Ostsee und in küstennahen Gewässern vorgesehen.
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U-Boot 8 stand vom 22. Juli 1964 bis zum 9. Oktober 1974 im Dienst der Bundesmarine. Wie seine Schwesterboote U-Boot 4 bis U-Boot 7 bestand es aus dem amagnetischen Stahl AM 10. Die später festgestellten Materialprobleme schränkten seine operative Verwendbarkeit erheblich ein und führten zur Verwendung als Schulboot.
Bau und Indienststellung
U-Boot 8 wurde bei den Howaldtswerken in Kiel gebaut. Der Baubeginn erfolgte am 20. März 1962. Das Boot gehörte zum ersten Baulos der Klasse 205.
Am 11. Oktober 1963 lief U-Boot 8 vom Stapel und wurde von Ilse Topp getauft. Ihr Ehemann, Kapitän zur See Erich Topp, war zu dieser Zeit Chef des Stabes im Kommando Flotte und hatte während des Zweiten Weltkrieges selbst ein U-Boot mit der Bezeichnung U 8 geführt.
Am 22. Juli 1964 wurde das Boot im Kieler Tirpitzhafen unter der Kennung U 187 als U-Boot 8 in Dienst gestellt. Erster Kommandant war Oberleutnant zur See Jörg Ullmann.
U-Boot 8 wurde dem 1. Ubootgeschwader in Kiel unterstellt.
Auftrag
U-Boot 8 war für den Einsatz als kleines Küsten-U-Boot in der Ostsee und im Bereich der Ostseezugänge vorgesehen.
Im Verteidigungsfall sollte das Boot gegnerische Überwassereinheiten, Nachschubverbände und mögliche Landungsfahrzeuge bekämpfen. Seine geringe Größe erlaubte Einsätze in flachen und stark gegliederten Seegebieten, in denen größere U-Boote nur eingeschränkt operieren konnten.
Die Bewaffnung bestand aus acht fest im Bug eingebauten Torpedorohren im Kaliber 533 Millimeter. Neben Torpedos konnten grundsätzlich auch Seeminen durch die Rohre ausgestoßen werden.
Der amagnetische Bootskörper sollte die magnetische Signatur reduzieren. Dadurch sollte das Boot schwerer zu orten und weniger empfindlich gegenüber Magnetminen sein.
Die Stahlproblematik
U-Boot 8 wurde wie die übrigen Boote des ersten Bauloses aus dem amagnetischen Stahl AM 10 gefertigt.
Dieser Werkstoff galt zunächst als besonders geeignet für moderne Küsten-U-Boote. Im praktischen Betrieb zeigten sich jedoch Korrosionserscheinungen und kristalline Risse an den Tauchzellen und weiteren Bauteilen.
Die Probleme entsprachen den bereits bei den U-Booten der Klasse 201 festgestellten Materialschäden. Der Stahl erwies sich als nicht ausreichend widerstandsfähig gegen die beim U-Boot-Betrieb auftretenden Belastungen.
Als das volle Ausmaß der sogenannten Stahlkrise erkannt wurde, war U-Boot 8 bereits fertiggestellt und in Dienst gestellt. Verschiedene Schutzmaßnahmen konnten die Materialprobleme nicht dauerhaft beseitigen.
Das Boot unterlag deshalb restriktiven Tauchtiefen- und Einsatzbeschränkungen. Eine langfristige Verwendung als vollwertiges Kampfboot war nicht möglich.
Dienst im 1. Ubootgeschwader
Nach seiner Indienststellung gehörte U 187 U-Boot 8 zum 1. Ubootgeschwader in Kiel.
Die neuen Küsten-U-Boote bildeten den Kern der wiederaufgebauten U-Boot-Waffe der Bundesmarine. Mit ihnen wurden Besatzungen ausgebildet und neue Verfahren für den Einsatz kleiner konventioneller U-Boote entwickelt.
U-Boot 8 wurde zunächst für Ausbildungsfahrten, Übungen und den Geschwaderdienst eingesetzt. Die Besatzung sammelte dabei wichtige Erfahrungen mit den technischen Anlagen und dem Betrieb eines modernen Küsten-U-Bootes.
Wegen der Stahlprobleme blieb die uneingeschränkte operative Nutzung jedoch auf wenige Jahre begrenzt.
Verwendung als Schulboot
Ab dem 1. Mai 1969 wurde U-Boot 8 der Ubootlehrgruppe in Neustadt in Holstein unterstellt.
Das Boot diente fortan überwiegend der Ausbildung angehender U-Boot-Fahrer. Wegen der bestehenden Materialprobleme durfte es nur noch unter erheblichen Einschränkungen eingesetzt werden.
An Bord wurden die Lehrgangsteilnehmer mit den besonderen Arbeitsabläufen und Lebensbedingungen auf einem kleinen Unterseeboot vertraut gemacht. Dazu gehörten der Betrieb der technischen Anlagen, die Zusammenarbeit der einzelnen Stationen sowie das Fahren über und unter Wasser.
U-Boot 8 leistete damit trotz seiner eingeschränkten Kampffähigkeit einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung des Personals für die später zulaufenden U-Boote der Klasse 206.
Patenschaft mit der Stadt Starnberg
Die Patenstadt von U 187 U-Boot 8 war die bayerische Stadt Starnberg.
Eine Abordnung der Stadt nahm bereits an der Indienststellung des Bootes am 22. Juli 1964 in Kiel teil. Am Morgen der Indienststellung legten Vertreter der Patenstadt und der Kommandant am U-Boot-Ehrenmal in Möltenort Kränze für die gefallenen U-Boot-Fahrer nieder.
Die Verbindung mit Starnberg begleitete das Boot während seiner Dienstzeit und wurde auch von ehemaligen Besatzungsmitgliedern in Erinnerung gehalten.
Bootswappen
Das Bootswappen von U-Boot 8 zeigte eine zu einem Stundenglas verfremdete Zahl Acht.
Neben der Acht standen zwei rote Teufel, die jeweils eine Fackel in der Hand hielten. Die Zahl verwies auf die Bootsbezeichnung U-Boot 8.
Die beiden Teufel erinnerten an das Bootswappen eines früher von Erich Topp geführten U-Bootes. Damit verband das Wappen die neue U-Boot-Waffe der Bundesmarine mit der Geschichte früherer deutscher U-Boote gleichen Namens.
Außerdienststellung und weitere Verwendung
U 187 U-Boot 8 wurde am 9. Oktober 1974 nach etwas mehr als zehnjähriger Dienstzeit außer Dienst gestellt.
Damit endete zunächst die Verwendung des Bootes beim 1. Ubootgeschwader und bei der Ubootlehrgruppe. U-Boot 8 wurde jedoch nicht unmittelbar verwertet.
Nach seiner Außerdienststellung diente das Boot noch bis zum 9. Oktober 1977 der Erprobungsstelle 71. Dort wurde es für technische Untersuchungen und Erprobungsaufgaben verwendet.
Anschließend wurde U-Boot 8 im Marinearsenal Kiel aufgelegt und als Ersatzteilspender ausgeschlachtet. Im Jahr 1977 wurde das Boot über die VEBEG zur Verschrottung verkauft.
S 187 blieb somit nicht als Museumsschiff erhalten.
Bedeutung von U-Boot 8
Die Geschichte von U 187 U-Boot 8 steht beispielhaft für die schwierige Aufbauphase des deutschen U-Boot-Neubaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Das Boot war nach einem modernen Konzept entwickelt worden. Seine kompakte Bauweise, die hohe Unterwassergeschwindigkeit und die geringe magnetische Signatur sollten es zu einem wirkungsvollen Küsten-U-Boot machen.
Die Probleme des verwendeten amagnetischen Stahls verhinderten jedoch eine langfristige operative Nutzung. Die daraus gewonnenen Erfahrungen trugen zur Entwicklung besser geeigneter Werkstoffe für spätere deutsche U-Boot-Klassen bei.
Als Schulboot unterstützte U-Boot 8 die Ausbildung einer neuen Generation deutscher U-Boot-Fahrer. Durch seine spätere Verwendung bei der Erprobungsstelle 71 leistete es außerdem über die eigentliche Dienstzeit hinaus einen Beitrag zur technischen Weiterentwicklung der Bundesmarine.
Von Kameraden für Kameraden
Der Dienst auf U 187 U-Boot 8 bedeutete Leben und Arbeiten auf engstem Raum. Jeder Kamerad musste seine Aufgabe sicher beherrschen und sich jederzeit auf die Männer an seiner Seite verlassen können.
Die technischen Einschränkungen des Bootes änderten nichts an den Anforderungen des U-Boot-Dienstes. Die Besatzungen und Lehrgangsteilnehmer sammelten auf U-Boot 8 Erfahrungen, die sie auf ihre späteren Aufgaben in der U-Boot-Waffe vorbereiteten.
Die bis heute veranstalteten Treffen ehemaliger U-Boot-8-Fahrer zeigen, wie stark die während der gemeinsamen Bordzeit entstandene Kameradschaft geblieben ist.
Für die ehemaligen Besatzungsangehörigen war U 187 nicht nur ein Küsten-, Schul- oder Erprobungsboot. Es war ihr Boot, ihr Arbeitsplatz und für einen prägenden Abschnitt ihres Lebens ihr gemeinsames Zuhause unter Wasser.
Unsere Artikel zu U-Boot 8 erinnern an das Boot, seine Besatzungen und an alle Kameraden, die während seiner Dienstzeit an Bord gefahren sind.
Von Kameraden für Kameraden – zur Erinnerung an das Boot, seine Besatzungen und die gemeinsam gefahrenen Seemeilen.
Technische Daten
Kennung: U 187
Bezeichnung: U-Boot 8
Klasse: Klasse 205
Baulos: Erstes Baulos
Typ: Konventionelles Küsten-U-Boot
Bauwerft: Howaldtswerke, Kiel
Baubeginn: 20. März 1962
Stapellauf und Taufe: 11. Oktober 1963
Indienststellung: 22. Juli 1964
Außerdienststellung: 9. Oktober 1974
Baumaterial: Amagnetischer Stahl AM 10
Länge: etwa 45,7 Meter
Breite: etwa 4,6 Meter
Tiefgang: etwa 4 Meter
Verdrängung: etwa 450 Tonnen aufgetaucht und 500 Tonnen getaucht
Antrieb: Zwei Dieselgeneratoren und ein elektrischer Fahrmotor auf eine Welle
Leistung des Fahrmotors: etwa 1.500 PS
Geschwindigkeit: etwa 10 Knoten aufgetaucht und bis zu 17 Knoten getaucht
Tauchtiefe: ursprünglich etwa 100 Meter; später erhebliche Beschränkungen
Bewaffnung: Acht Torpedorohre im Bug, auch für Seeminen geeignet
Besatzung: etwa 22 Mann
Verbandszugehörigkeit: 1. Ubootgeschwader, später Ubootlehrgruppe
Heimathäfen: Kiel und Neustadt in Holstein
Patenstadt: Starnberg
Spätere Verwendung: Bis 1977 bei der Erprobungsstelle 71
Verbleib: 1977 über die VEBEG zur Verschrottung verkauft