Kategorie: U 186 U-Boot 7
U 186 U-Boot 7 – Küsten-U-Boot der Klasse 205
U 186 U-Boot 7 war ein konventionelles Küsten-U-Boot der Klasse 205 und gehörte zu den ersten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland entwickelten und gebauten U-Booten. Das Boot war für den Einsatz in den flachen Küstengewässern der Ostsee und in den westlichen Ostseezugängen vorgesehen.
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U-Boot 7 stand vom 16. März 1964 bis zum 12. Juli 1974 im Dienst der Bundesmarine. Wie seine Schwesterboote U-Boot 4 bis U-Boot 8 wurde es aus dem amagnetischen Stahl AM 10 gefertigt. Die später festgestellten Materialprobleme schränkten seine militärische Verwendbarkeit erheblich ein und führten schließlich zum Einsatz als Schul- und Ausbildungsboot.
Bau und Indienststellung
U-Boot 7 wurde bei den Howaldtswerken in Kiel gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 1. Februar 1962, der Stapellauf am 10. April 1963.
Am 16. März 1964 wurde das Boot unter der Kennung U 186 als U-Boot 7 für die Bundesmarine in Dienst gestellt.
Die Klasse 205 war aus einer Überarbeitung des ursprünglichen Entwurfs der Klasse 201 hervorgegangen. Zusätzliche militärische Anforderungen hatten unter anderem Änderungen an Reichweite, Ortungsanlagen und Ausrüstung notwendig gemacht. Die ab U-Boot 4 gebauten Einheiten wurden deshalb als eigenständige Klasse 205 geführt.
Auftrag
U-Boot 7 war als kleines und schwer zu ortendes Küsten-U-Boot für den Einsatz in der Ostsee konzipiert.
Im Verteidigungsfall sollte das Boot gegnerische Überwassereinheiten, Nachschubverbände und mögliche Landungsfahrzeuge bekämpfen. Seine geringe Größe erlaubte das Operieren in flachen und stark gegliederten Seegebieten, in denen größere U-Boote nur eingeschränkt eingesetzt werden konnten.
Die ursprüngliche Bewaffnung bestand aus acht fest eingebauten Torpedorohren im Bug. Neben dem Abschuss von Torpedos war grundsätzlich auch das Ausstoßen von Seeminen durch die Rohre vorgesehen.
Der amagnetische Druckkörper sollte die magnetische Signatur des Bootes reduzieren und dadurch sowohl die Ortung erschweren als auch die Gefährdung durch Magnetminen verringern.
Die Stahlproblematik
U-Boot 7 gehörte zum ersten Baulos der Klasse 205 und wurde aus dem amagnetischen Stahl AM 10 gebaut.
Dieser Werkstoff galt zunächst als besonders geeignet für moderne U-Boote. Im praktischen Betrieb zeigten sich jedoch Korrosionserscheinungen und Risse an den Druckkörpern der frühen Neubauten. Der Stahl erwies sich als nicht ausreichend widerstandsfähig gegen die wechselnden Belastungen während des Tauchbetriebs.
Als das Ausmaß der später als Stahlkrise bezeichneten Probleme erkannt wurde, befand sich U-Boot 7 bereits in einem weit fortgeschrittenen Bauzustand. Die Bundesmarine entschied sich daher, das Boot fertigzustellen und in Dienst zu nehmen.
Zur Begrenzung der Korrosion wurden verschiedene Schutzmaßnahmen erprobt. Dazu gehörten besondere Beschichtungen, Spritzverzinkungen und zusätzliche Opferanoden. Das grundsätzliche Materialproblem ließ sich damit jedoch nicht dauerhaft lösen.
U-Boot 7 unterlag deshalb besonderen Sicherheits- und Einsatzbeschränkungen. Eine uneingeschränkte Verwendung als reguläres Kampfboot war nicht möglich.
Dienst in der U-Boot-Waffe
Nach seiner Indienststellung wurde S 186 U-Boot 7 zunächst im Rahmen der neu aufgebauten U-Boot-Waffe der Bundesmarine eingesetzt.
Die frühen U-Boote bildeten eine wichtige Grundlage für die Ausbildung der Besatzungen und die Entwicklung taktischer Verfahren. Auf ihnen wurden Erfahrungen mit dem Betrieb kleiner moderner Küsten-U-Boote, den neuen Ortungsanlagen und dem Zusammenwirken der einzelnen Stationen gesammelt.
U-Boot 7 nahm an Ausbildungsfahrten und Übungen teil. Aufgrund der Materialprobleme konnte das Boot jedoch nicht dauerhaft für alle ursprünglich vorgesehenen operativen Aufgaben verwendet werden.
Verwendung als Schulboot
U-Boot 7 wurde später der Ubootlehrgruppe in Neustadt in Holstein zugeteilt und überwiegend als Schul- und Ausbildungsboot genutzt.
Die Torpedorohre wurden wegen der bestehenden Sicherheitsbeschränkungen dichtgesetzt. Damit war das Boot nicht mehr für einen regulären Waffeneinsatz vorgesehen.
An Bord wurden angehende U-Boot-Fahrer mit den besonderen Arbeits- und Lebensbedingungen auf einem kleinen Unterseeboot vertraut gemacht. Dazu gehörten der Betrieb der technischen Anlagen, das Zusammenwirken der einzelnen Stationen sowie das Fahren über und unter Wasser.
Auch wenn U-Boot 7 nicht mehr uneingeschränkt als Kampfboot eingesetzt werden konnte, erfüllte es damit eine wichtige Aufgabe. Die auf dem Boot ausgebildeten Kameraden wurden später auf anderen Einheiten der Klasse 205 und auf den moderneren U-Booten der Klasse 206 eingesetzt.
Verbandszugehörigkeit und Heimathäfen
Die Dienstzeit von U-Boot 7 war im Wesentlichen von zwei Stationierungsorten geprägt.
Nach der Indienststellung gehörte das Boot zur U-Boot-Waffe in Kiel. Dort war der operative Aufbau der neuen deutschen U-Boot-Streitkräfte konzentriert.
Später wurde U-Boot 7 bei der Ubootlehrgruppe in Neustadt in Holstein eingesetzt. Neustadt wurde damit zum bestimmenden Stationierungsort seiner späteren Dienstjahre.
Außerdienststellung und Verbleib
Mit dem Zulauf der technisch zuverlässigeren U-Boote der Klasse 206 standen der Bundesmarine moderne und uneingeschränkt einsatzfähige Boote zur Verfügung.
U 186 U-Boot 7 wurde am 12. Juli 1974 nach etwas mehr als zehn Jahren im Dienst außer Dienst gestellt. Das Boot wurde anschließend aus dem Bestand der Bundesmarine ausgesondert und verschrottet.
U-Boot 7 blieb daher nicht als Museumsschiff erhalten.
Bedeutung von U-Boot 7
Die Geschichte von U 186 U-Boot 7 steht beispielhaft für die schwierigen Anfangsjahre des deutschen U-Boot-Neubaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Das Boot beruhte auf einem modernen und ambitionierten Konzept. Die geringe magnetische Signatur, die kompakte Bauweise und die hohe Unterwassergeschwindigkeit sollten es zu einem wirkungsvollen Küsten-U-Boot machen. Die Probleme des verwendeten Stahls verhinderten jedoch eine langfristige operative Nutzung.
Die bei U-Boot 7 und seinen Schwesterbooten gewonnenen Erfahrungen waren dennoch von großer Bedeutung. Sie führten zur Erprobung anderer amagnetischer Stahlsorten und beeinflussten die Entwicklung der späteren deutschen U-Boot-Klassen.
Als Schulboot leistete U-Boot 7 außerdem einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung einer neuen Generation deutscher U-Boot-Fahrer.
Von Kameraden für Kameraden
Der Dienst auf U 186 U-Boot 7 stellte hohe Anforderungen an die Besatzung. Auf engstem Raum mussten alle Kameraden zuverlässig zusammenarbeiten und sich jederzeit aufeinander verlassen können.
Die technischen Einschränkungen des Bootes änderten nichts an der Verantwortung und den besonderen Belastungen des Dienstes an Bord. Besatzungen und Lehrgangsteilnehmer sammelten auf U-Boot 7 wertvolle Erfahrungen, die sie auf ihre späteren Aufgaben innerhalb der U-Boot-Waffe vorbereiteten.
Für die ehemaligen Besatzungsangehörigen war U 186 nicht lediglich eines der frühen Schulboote der Bundesmarine. Es war ihr Boot, ihr Arbeitsplatz und für einen prägenden Abschnitt ihres Lebens ihr gemeinsames Zuhause unter Wasser.
Unsere Artikel zu U-Boot 7 erinnern an das Boot, seine Besatzungen und an alle Kameraden, die während seiner mehr als zehnjährigen Dienstzeit an Bord gefahren sind.
Von Kameraden für Kameraden – zur Erinnerung an das Boot, seine Besatzungen und die gemeinsam gefahrenen Seemeilen.
Technische Daten
Kennung: U 186
Bezeichnung: U-Boot 7
Klasse: Klasse 205
Baulos: Erstes Baulos
Typ: Konventionelles Küsten-U-Boot
Bauwerft: Howaldtswerke, Kiel
Kiellegung: 1. Februar 1962
Stapellauf: 10. April 1963
Indienststellung: 16. März 1964
Außerdienststellung: 12. Juli 1974
Baumaterial: Amagnetischer Stahl AM 10
Länge: etwa 44,3 Meter
Breite: etwa 4,6 Meter
Tiefgang: etwa 3,8 Meter
Verdrängung: etwa 419 Tonnen aufgetaucht und 455 Tonnen getaucht
Antrieb: Diesel-elektrischer Antrieb mit zwei Dieselgeneratoren und einem elektrischen Fahrmotor
Geschwindigkeit: etwa 10 Knoten aufgetaucht und bis zu 17 Knoten getaucht
Bewaffnung: Acht Torpedorohre im Bug; später dichtgesetzt
Besatzung: etwa 21 Mann
Verbandszugehörigkeit: Deutsche U-Boot-Waffe, später Ubootlehrgruppe
Heimathäfen: Kiel und Neustadt in Holstein
Verwendung: Küsten-U-Boot, später Schul- und Ausbildungsboot
Verbleib: Nach der Außerdienststellung verschrottet