Kategorie: U-Boote Klasse 240 - U-Hai-Klasse

Die Hai-Klasse, in der Bundesmarine als Klasse 240 geführt, bestand aus den beiden Booten Hai und Hecht. Bei diesen Einheiten handelte es sich um ehemalige U-Boote des deutschen Typs XXIII aus dem Zweiten Weltkrieg, die nach Kriegsende gehoben, instand gesetzt und ab 1957 von der Bundesmarine als Schul- und Erprobungs-U-Boote genutzt wurden.

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Die beiden Boote trugen zunächst die Bezeichnungen UW 20 und UW 21, später die Kennungen S 170 Hai und S 171 Hecht. Mit ihrer geringen Größe, ihrer einfachen Bauweise und ihrer guten Unterwassereigenschaften eigneten sie sich besonders für die Ausbildung der neu aufgebauten deutschen U-Boot-Waffe in den 1950er- und 1960er-Jahren.

Herkunft aus der Kriegsmarine

Die Hai-Klasse ging auf zwei Boote des Typs XXIII zurück. Diese kleinen Küsten-U-Boote waren gegen Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelt worden und galten damals als moderner Entwurf für den Unterwassereinsatz in küstennahen Gewässern.

Nach dem Krieg wurden einzelne Boote geborgen und später von der Bundesmarine übernommen. Für den Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe boten sie die Möglichkeit, rasch praktische Erfahrungen im Unterseebootdienst zu sammeln, noch bevor neue deutsche Nachkriegskonstruktionen in größerer Zahl zur Verfügung standen.

Bedeutung für die frühe Bundesmarine

Die Hai-Klasse spielte in den Anfangsjahren der Bundesmarine eine wichtige Rolle. Auf den beiden Booten wurden Besatzungen ausgebildet, Verfahren erprobt und erste Erfahrungen mit dem erneuten Aufbau des deutschen U-Boot-Dienstes gesammelt.

Die Boote dienten nicht als moderne Front-U-Boote, sondern vor allem als Ausbildungs- und Schulplattformen. Dennoch waren sie für die damalige Zeit wertvoll, weil sie den praktischen Betrieb eines U-Bootes unter realen Bedingungen ermöglichten.

Einsatzprofil

Die Aufgaben der Hai-Klasse lagen vor allem in:

  • der Ausbildung von U-Boot-Besatzungen,
  • der Schulung in Navigation, Tauchen und Bordbetrieb,
  • der Erprobung von Verfahren und Ausrüstung,
  • sowie der Unterstützung beim organisatorischen und praktischen Wiederaufbau der U-Boot-Waffe.

Die Boote wurden damit zu einem Bindeglied zwischen den letzten deutschen Kriegsentwürfen und den ersten eigenständigen Nachkriegs-U-Booten der Bundesmarine.

Das Ende der Klasse

Die Dienstzeit der Hai-Klasse war vergleichsweise kurz. Hai schied bereits 1966 infolge ihres tragischen Untergangs aus dem Bestand aus. Hecht blieb noch bis 1968 in Nutzung.

Trotz ihrer begrenzten Zahl und ihres Alters kommt der Hai-Klasse ein fester Platz in der Geschichte der Bundesmarine zu. Sie half mit, Personal, Verfahren und Erfahrung für die spätere deutsche U-Boot-Waffe aufzubauen.

Von Kameraden für Kameraden

Die Hai-Klasse steht für die Aufbaujahre der Bundesmarine. Die Besatzungen dieser kleinen Boote arbeiteten mit Technik, die noch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammte, und schufen zugleich die Grundlage für eine neue deutsche U-Boot-Tradition.

Gerade auf solchen Booten zeigte sich, wie sehr der Erfolg vom Können und vom Zusammenhalt der Besatzung abhing. Auf engem Raum, mit einfacher Technik und unter oft anspruchsvollen Bedingungen mussten sich alle Kameraden aufeinander verlassen können.

Hai und Hecht waren damit mehr als nur Übergangsboote. Sie waren Schulen der Kameradschaft und der seemännischen Praxis für eine neue Generation deutscher U-Boot-Fahrer.

Technische Daten

Bootstyp: Schul- und Erprobungs-U-Boot
Klasse: 240 / Hai-Klasse
Anzahl der Boote: 2
Boote: S 170 Hai, S 171 Hecht
Herkunft: ex Kriegsmarine, Typ XXIII
Dienstzeit in der Bundesmarine: 1957 bis 1968

Länge: etwa 34,7 Meter
Breite: etwa 3,0 Meter
Tiefgang: etwa 3,7 Meter
Verdrängung über Wasser: etwa 234 Tonnen
Verdrängung getaucht: etwa 258 Tonnen
Antrieb: dieselelektrisch
Höchstgeschwindigkeit über Wasser: etwa 9 Knoten
Höchstgeschwindigkeit getaucht: etwa 12,5 Knoten
Besatzung: etwa 14 Mann
Bewaffnung: zwei Torpedorohre im Bug

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