Kategorie: S 171 U-Boot HECHT
S 171 Hecht – Schul- und Erprobungs-U-Boot der Hai-Klasse
Das U-Boot Hecht mit der Kennung S 171, zuvor UW 21, war das zweite Boot der Hai-Klasse. Es stammte ursprünglich als U 2367 aus der Kriegsmarine und wurde nach dem Wiederaufbau der deutschen Marine ab 1957 als Schul- und Erprobungs-U-Boot verwendet.
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Hecht gehörte gemeinsam mit Hai zu den Booten, auf denen die frühe Bundesmarine praktische Grundlagen für ihren neuen U-Boot-Dienst erarbeitete.
Herkunft und Übernahme
Hecht war ursprünglich ein Boot des deutschen Typs XXIII und wurde im Zweiten Weltkrieg als U 2367 gebaut. Nach Kriegsende wurde es später geborgen und wiederhergestellt.
Mit der Wiederaufstellung der deutschen U-Boot-Waffe wurde das Boot von der Bundesmarine übernommen. Zunächst führte es die Bezeichnung UW 21, später erhielt es den Namen Hecht und die Kennung S 171.
Dienstzeit in der Bundesmarine
Hecht stand von 1957 bis 1968 im Dienst der Bundesmarine. Anders als das Schwesterboot Hai blieb Hecht von einem vergleichbaren Unglück verschont und konnte dadurch über einen längeren Zeitraum für die Ausbildung genutzt werden.
Das Boot diente vor allem zur Schulung von Besatzungen im Bordbetrieb kleiner U-Boote. Dazu gehörten:
- Tauch- und Auftauchmanöver,
- Navigation in Küstengewässern,
- Sicherheits- und Alarmverfahren,
- der Umgang mit den technischen Anlagen
- sowie das Zusammenwirken der Besatzung auf engem Raum.
Hecht war damit ein typisches Schulboot der Aufbaujahre.
Rolle im Wiederaufbau der U-Boot-Waffe
In den späten 1950er- und 1960er-Jahren verfügte die Bundesmarine zunächst nur über wenige U-Boote. Hecht half dabei, praktische Erfahrung zu vermitteln, Personal heranzubilden und den Betrieb eines U-Boot-Verbandes organisatorisch abzusichern.
Auch wenn das Boot konstruktiv noch auf einem Kriegsentwurf beruhte, war es für die Ausbildung der jungen U-Boot-Besatzungen von großem Wert. Viele Erfahrungen aus dieser Zeit flossen später in die Nutzung der neu entwickelten deutschen U-Boot-Klassen ein.
Außerdienststellung und Verbleib
Nach elf Jahren im Dienst wurde Hecht 1968 außer Dienst gestellt. Das Boot hatte damit seine Aufgabe als Ausbildungs- und Erprobungsträger erfüllt.
Mit dem Zulauf modernerer deutscher Nachkriegs-U-Boote war eine Weiterverwendung nicht mehr erforderlich. Hecht schied daher aus dem Bestand der Bundesmarine aus und wurde später abgewrackt.
Von Kameraden für Kameraden
Hecht steht für die stille, aber wichtige Aufbauarbeit der frühen U-Boot-Waffe. Das Boot hat keine spektakuläre Einsatzgeschichte hinterlassen, aber genau darin liegt seine Bedeutung: Es war ein Arbeitsboot für Ausbildung, Lernen und praktische Seefahrt.
Für die Besatzungen bedeutete der Dienst auf Hecht engen Raum, alte Technik und hohe Anforderungen an Disziplin und Zusammenarbeit. Jeder Handgriff musste sitzen, jeder Kamerad musste sich auf den anderen verlassen können.
Hecht gehört damit zu jenen Booten, die im Hintergrund wirkten, aber für den Aufbau der Bundesmarine unverzichtbar waren.
Technische Daten
Bootstyp: Schul- und Erprobungs-U-Boot
Klasse: Hai-Klasse / Klasse 240
Name: Hecht
Kennung: S 171
Frühere Kennung: UW 21
Frühere Bezeichnung: ex U 2367
Herkunft: ex Kriegsmarine, Typ XXIII
Indienststellung in der Bundesmarine: 1957
Außerdienststellung: 1968
Verbleib: später abgewrackt
Länge: etwa 34,7 Meter
Breite: etwa 3,0 Meter
Tiefgang: etwa 3,7 Meter
Verdrängung über Wasser: etwa 234 Tonnen
Verdrängung getaucht: etwa 258 Tonnen
Antrieb: dieselelektrisch
Höchstgeschwindigkeit über Wasser: etwa 9 Knoten
Höchstgeschwindigkeit getaucht: etwa 12,5 Knoten
Besatzung: etwa 14 Mann
Bewaffnung: zwei Torpedorohre im Bug