Obwohl die Boote zunächst offiziell als große Torpedofangboote bezeichnet wurden, waren sie von Anfang an für deutlich umfangreichere militärische Aufgaben konzipiert. Sie verbanden die Bergung von Übungstorpedos mit moderner Sonartechnik, U-Jagd-Bewaffnung und hoher Seetüchtigkeit.
Bau und Indienststellung
Die NAJADE wurde auf der Rolandwerft in Bremen gebaut und am 3. Oktober 1962 in Dienst gestellt. Sie erhielt zunächst die Kennung P 6113 und wurde dem Flottendienstgeschwader in Flensburg-Mürwik unterstellt.
Von dort aus nahm sie regelmäßig an Ausbildungsfahrten, NATO-Manövern und nationalen Flottenübungen in Nord- und Ostsee teil.
Vom Torpedofangboot zum Flottendienstboot
Zu den ersten Aufgaben der NAJADE gehörte das Bergen verschossener Übungstorpedos, die während der Ausbildung von U-Booten und Überwassereinheiten eingesetzt wurden. Hierfür verfügte das Boot über einen leistungsfähigen Bergekran auf dem Achterdeck.
Bereits bei ihrer Indienststellung war die NAJADE jedoch wesentlich vielseitiger ausgelegt. Mit ihrer Sonaranlage sowie Torpedos, Wasserbomben und einem U-Jagd-Raketenwerfer konnte sie auch zur Ortung und Bekämpfung gegnerischer U-Boote eingesetzt werden.
Am 1. November 1969 wurde die Klasse offiziell als Flottendienstboot eingestuft. Aus P 6113 wurde A 1432.
Mit der endgültigen Umklassifizierung zum U-Jagdboot am 22. Januar 1974 erhielt die NAJADE ihre letzte deutsche Kennung P 6054.
Aufgaben und Einsatz
Während ihrer Dienstzeit erfüllte die NAJADE zahlreiche Aufgaben innerhalb der Bundesmarine. Dazu gehörten:
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Bergen von Übungstorpedos,
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U-Boot-Abwehr bei Übungen,
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Ausbildung von Besatzungen,
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Begleitung von Flottenverbänden,
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Sicherungs- und Unterstützungsaufgaben,
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Teilnahme an NATO-Manövern,
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Seeüberwachung in Nord- und Ostsee.
Das 40-mm-Zwillingsgeschütz diente der Abwehr von Luft- und Seezielen. Ergänzt wurde die Ausrüstung durch Radar-, Funk- und Sonaranlagen sowie Einrichtungen zur elektronischen Kampfführung.
Wie alle Boote ihrer Klasse konnte die NAJADE außerdem Seeminen mitführen und bei Bedarf ausbringen.
Über drei Jahrzehnte auf Nord- und Ostsee
Während ihrer gesamten Dienstzeit blieb die NAJADE dem Flottendienstgeschwader in Flensburg verbunden. Die Mischung aus Ausbildungsbetrieb, U-Jagd, Torpedobergung und NATO-Manövern machte den Alltag an Bord abwechslungsreich und anspruchsvoll.
Für viele ehemalige Besatzungsmitglieder steht die NAJADE bis heute stellvertretend für eine Zeit, in der Kameradschaft, seemännisches Können und gegenseitiges Vertrauen den Bordalltag bestimmten.
Außerdienststellung und weiteres Schicksal
Am 31. März 1992 wurde die NAJADE bei der Bundesmarine außer Dienst gestellt und anschließend an die griechische Marine abgegeben.
Dort erhielt sie den Namen AURA sowie die Kennung P 64. Nach dem Ausbau der ursprünglichen U-Jagd-Bewaffnung wurde sie als Patrouillenboot weiterverwendet.
Mit ihrer Außerdienststellung in Griechenland im Jahr 2004 endete die über vier Jahrzehnte währende aktive Laufbahn dieses Bootes.
Von Kameraden für Kameraden
Unsere Artikel zur NAJADE erinnern an ein U-Jagdboot, das über viele Jahre zum Flottendienstgeschwader der Bundesmarine gehörte. Sie sind für ehemalige Besatzungsangehörige, ihre Familien, Sammler und alle gedacht, die ihre Erinnerungen an dieses Boot lebendig halten möchten.
Ob als Erinnerung an die eigene Fahrenszeit, als Geschenk für einen ehemaligen Kameraden oder als Zeichen der Verbundenheit mit der grauen Flotte – jedes Motiv steht für gemeinsame Erlebnisse, seemännische Tradition und die Kameradschaft an Bord.
Von Kameraden für Kameraden – damit die Erinnerung an die NAJADE und ihre Besatzungen lebendig bleibt.
Technische Daten der Klasse 420
Schiffstyp: Torpedofangboot, später Flottendienstboot und U-Jagdboot
Klasse: Thetis-Klasse (Klasse 420)
Werft: Rolandwerft, Bremen
Indienststellung: 3. Oktober 1962
Außerdienststellung Bundesmarine: 31. März 1992
Kennungen: P 6113, A 1432, P 6054
Späterer Name: AURA
Griechische Kennung: P 64
Länge: ca. 69,8 Meter
Breite: ca. 8,2 Meter
Tiefgang: ca. 2,7 Meter
Verdrängung: ca. 660 Tonnen
Geschwindigkeit: bis zu 23 Knoten
Besatzung: bis zu 68 Soldaten
Antrieb: Zwei Dieselmotoren auf zwei Wellen
Bewaffnung: 40-mm-Zwillingsgeschütz, U-Jagd-Raketenwerfer, Torpedorohre, Wasserbomben und Minen
Heimathafen: Flensburg-Mürwik
Verbandszugehörigkeit: Flottendienstgeschwader