Kategorie: U-Jagdboot P6111 THETIS

P 6111 / P 6052 THETIS – U-Jagdboot der Thetis-Klasse

Die THETIS war das Typschiff der Thetis-Klasse (Klasse 420) und gab der gesamten Bootsklasse ihren Namen. Gemeinsam mit HERMES, NAJADE, TRITON und THESEUS gehörte sie über drei Jahrzehnte zum Flottendienstgeschwader der Bundesmarine und war ein vertrauter Anblick in ihrem Heimathafen Flensburg-Mürwik.

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Die Boote der Klasse 420 wurden ursprünglich als große Torpedofangboote beschafft. Tatsächlich waren sie jedoch von Anfang an für weit mehr Aufgaben vorgesehen. Neben dem Bergen von Übungstorpedos gehörten die U-Boot-Abwehr, Ausbildungsfahrten, Verbandsübungen sowie Aufklärungs- und Unterstützungsaufgaben zum täglichen Einsatzspektrum.

Bau und Indienststellung

Die THETIS wurde auf der Rolandwerft in Bremen gebaut und am 12. Juli 1960 als erstes Boot ihrer Klasse in Dienst gestellt. Sie erhielt zunächst die Kennung P 6111 und wurde dem Flottendienstgeschwader in Flensburg-Mürwik zugeteilt.

Als Typschiff diente die THETIS nicht nur der Erprobung neuer Verfahren, sondern setzte auch den Standard für die vier nachfolgenden Boote der Klasse. Konstruktion, Ausrüstung und Einsatzgrundsätze orientierten sich an ihren Erfahrungen.

Vom Torpedofangboot zum Flottendienstboot

Die ursprüngliche Hauptaufgabe bestand im Bergen verschossener Übungstorpedos. Dafür verfügte die THETIS über einen leistungsfähigen Bergekran auf dem Arbeitsdeck. Gleichzeitig war sie bereits mit Sonaranlage und U-Jagd-Bewaffnung ausgestattet und konnte zur Ortung sowie Bekämpfung von Unterwasserzielen eingesetzt werden.

Am 1. November 1969 wurden die Boote der Klasse offiziell als Flottendienstboote eingestuft. Die THETIS erhielt dabei die Kennung A 1430.

Mit der endgültigen Umklassifizierung zum U-Jagdboot am 22. Januar 1974 erhielt sie ihre letzte deutsche Kennung P 6052.

Aufgaben und Einsatz

Während ihrer gesamten Dienstzeit war die THETIS überwiegend in der Nord- und Ostsee eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehörten:

  • Bergen von Übungstorpedos,

  • U-Boot-Abwehr bei Übungen,

  • Ausbildung von Besatzungen,

  • Begleitung von Flottenverbänden,

  • Unterstützungs- und Sicherungsaufgaben,

  • NATO-Manöver und nationale Flottenübungen.

Für die Ortung gegnerischer U-Boote stand eine leistungsfähige Sonaranlage zur Verfügung. Zur Bekämpfung konnten Torpedos, Wasserbomben und ein U-Jagd-Raketenwerfer eingesetzt werden. Darüber hinaus konnten Minen mitgeführt werden.

Die Bewaffnung gegen Luft- und Seeziele bestand aus einem 40-mm-Zwillingsgeschütz. Radar- und Funkanlagen ermöglichten Navigation, Führung und Seeraumüberwachung auch bei längeren Einsätzen.

Mehr als drei Jahrzehnte im Dienst

Von 1960 bis 1991 gehörte die THETIS ununterbrochen zum Flottendienstgeschwader in Flensburg. Während dieser Zeit entwickelte sich die Bundesmarine technisch und organisatorisch stetig weiter, doch die THETIS blieb bis zu ihrer Außerdienststellung ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung und der U-Boot-Abwehr.

Viele ehemalige Besatzungsmitglieder verbinden mit der THETIS lange Seefahrten in Nord- und Ostsee, internationale Manöver, Torpedobergungen und die besondere Kameradschaft an Bord eines vergleichsweise kleinen, aber äußerst vielseitigen Bootes.

Außerdienststellung und weiteres Schicksal

Am 30. September 1991 wurde die THETIS außer Dienst gestellt und anschließend an die griechische Marine abgegeben.

Dort erhielt sie den Namen KYKNOS sowie die Kennung P 61. Nach dem Ausbau der ursprünglichen U-Jagd-Bewaffnung wurde sie als Patrouillenboot weiterverwendet.

Im Jahr 2004 endete auch ihre Dienstzeit in Griechenland.

Als Typschiff der Klasse 420 bleibt die THETIS bis heute eng mit der Geschichte der deutschen U-Jagdboote und des Flottendienstgeschwaders verbunden.

Von Kameraden für Kameraden

Unsere Artikel zur THETIS erinnern an das Typschiff einer Bootsklasse, die über Jahrzehnte zum festen Bild der Bundesmarine gehörte. Sie sind für ehemalige Besatzungsangehörige, Angehörige, Sammler und alle gedacht, die ihre Erinnerungen an die Fahrenszeit auf der THETIS bewahren möchten.

Ob als Erinnerung an den eigenen Dienst, als Geschenk für einen ehemaligen Kameraden oder als Zeichen der Verbundenheit mit der grauen Flotte – jedes Motiv steht für gemeinsame Erlebnisse, seemännische Tradition und echte Kameradschaft.

Von Kameraden für Kameraden – damit die Erinnerung an die THETIS und ihre Besatzungen lebendig bleibt.

Technische Daten der Klasse 420

Schiffstyp: Torpedofangboot, später Flottendienstboot und U-Jagdboot
Klasse: Thetis-Klasse (Klasse 420)
Werft: Rolandwerft, Bremen
Indienststellung: 12. Juli 1960
Außerdienststellung Bundesmarine: 30. September 1991
Kennungen: P 6111, A 1430, P 6052
Späterer Name: KYKNOS
Griechische Kennung: P 61
Länge: ca. 69,8 Meter
Breite: ca. 8,2 Meter
Tiefgang: ca. 2,7 Meter
Verdrängung: ca. 660 Tonnen
Geschwindigkeit: bis zu 23 Knoten
Besatzung: bis zu 68 Soldaten
Antrieb: Zwei Dieselmotoren auf zwei Wellen
Bewaffnung: 40-mm-Zwillingsgeschütz, U-Jagd-Raketenwerfer, Torpedorohre, Wasserbomben und Minen
Heimathafen: Flensburg-Mürwik
Verbandszugehörigkeit: Flottendienstgeschwader