Kategorie: U-Jagdboot P6055 TRITON

P 6114 / P 6055 TRITON – U-Jagdboot der Thetis-Klasse

Die TRITON gehörte zu den fünf Booten der Thetis-Klasse (Klasse 420), die über drei Jahrzehnte den Flottendienst der Bundesmarine prägten. Gemeinsam mit THETIS, HERMES, NAJADE und THESEUS war sie im Flottendienstgeschwader in Flensburg-Mürwik stationiert und übernahm Aufgaben in der U-Boot-Abwehr, der Torpedoausbildung sowie bei zahlreichen Ausbildungs- und NATO-Einsätzen.

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Wie alle Boote ihrer Klasse wurde die TRITON zunächst offiziell als großes Torpedofangboot geführt. Tatsächlich war sie jedoch bereits bei ihrer Indienststellung mit moderner Sonartechnik und entsprechender Bewaffnung für die U-Boot-Jagd ausgerüstet.

Bau und Indienststellung

Die TRITON entstand auf der Rolandwerft in Bremen und wurde am 5. Februar 1963 in Dienst gestellt. Sie erhielt zunächst die Kennung P 6114 und wurde dem Flottendienstgeschwader in Flensburg-Mürwik zugeteilt.

Von ihrem Heimathafen aus nahm sie regelmäßig an Ausbildungsfahrten, Flottenmanövern und NATO-Übungen in Nord- und Ostsee teil.

Vom Torpedofangboot zum Flottendienstboot

Zu den ersten Aufgaben der TRITON gehörte das Bergen verschossener Übungstorpedos. Hierfür verfügte sie über einen leistungsfähigen Bergekran auf dem Arbeitsdeck achtern.

Darüber hinaus wurde das Boot für Ausbildungs- und Erprobungsaufgaben sowie zur Ortung und Bekämpfung von U-Booten eingesetzt. Die vorhandene Sonaranlage sowie Torpedos, Wasserbomben und ein U-Jagd-Raketenwerfer machten die TRITON zu einem vielseitigen Einsatzfahrzeug der Bundesmarine.

Am 1. November 1969 wurden die Boote der Klasse offiziell als Flottendienstboote eingestuft. Die TRITON erhielt dabei die Kennung A 1433.

Mit der Umklassifizierung zum U-Jagdboot am 22. Januar 1974 wurde ihr die letzte deutsche Kennung P 6055 zugeteilt.

Aufgaben und Einsatz

Während ihrer Dienstzeit war die TRITON vor allem in der Nord- und Ostsee eingesetzt. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehörten:

  • Bergen von Übungstorpedos,

  • U-Boot-Abwehr bei Übungen,

  • Ausbildung von Besatzungen,

  • Begleitung von Flottenverbänden,

  • Teilnahme an NATO-Manövern,

  • Sicherungs- und Unterstützungsaufgaben,

  • Seeüberwachung und Flottendienst.

Die Bewaffnung gegen See- und Luftziele bestand aus einem 40-mm-Zwillingsgeschütz. Ergänzt wurde die Ausrüstung durch Radar-, Funk- und Sonaranlagen sowie Einrichtungen zur elektronischen Kampfführung.

Wie ihre Schwesterschiffe konnte auch die TRITON Seeminen mitführen und verlegen.

Fast drei Jahrzehnte im Dienst

Von 1963 bis 1992 stand die TRITON im Dienst der Bundesmarine beziehungsweise der Deutschen Marine. Während dieser Zeit blieb sie ihrem Heimathafen Flensburg-Mürwik und dem Flottendienstgeschwader treu.

Für viele ehemalige Besatzungsmitglieder waren die langen Ausbildungsfahrten, NATO-Manöver und Übungen in Nord- und Ostsee prägende Erlebnisse. Die vergleichsweise kleine Besatzung sorgte für einen außergewöhnlich engen Zusammenhalt an Bord – eine Kameradschaft, die oft weit über die aktive Dienstzeit hinaus Bestand hatte.

Außerdienststellung und Übergabe an Griechenland

Am 31. März 1992 wurde die TRITON außer Dienst gestellt und an die griechische Marine übergeben.

Dort erhielt sie den Namen AIAS und die Kennung P 63. Nach dem Ausbau der ursprünglichen U-Jagd-Bewaffnung wurde das Boot als Patrouillenboot weiterverwendet.

Im Jahr 2004 endete schließlich auch ihre Dienstzeit in der griechischen Marine. Damit blickte die ehemalige TRITON auf mehr als vier Jahrzehnte aktiven Marinedienst unter deutscher und griechischer Flagge zurück.

Von Kameraden für Kameraden

Unsere Artikel zur TRITON erinnern an ein Boot, das über viele Jahre zum Flottendienstgeschwader der Bundesmarine gehörte. Sie sind für ehemalige Besatzungsangehörige, Angehörige, Sammler und alle gedacht, die ihre Erinnerungen an die Fahrenszeit auf der TRITON bewahren möchten.

Ob als Erinnerung an den eigenen Dienst, als Geschenk für einen ehemaligen Kameraden oder als sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit der grauen Flotte – jedes Motiv steht für gemeinsame Erlebnisse, seemännische Tradition und echte Kameradschaft.

Von Kameraden für Kameraden – damit die Erinnerung an die TRITON und ihre Besatzungen lebendig bleibt.

Technische Daten der Klasse 420

Schiffstyp: Torpedofangboot, später Flottendienstboot und U-Jagdboot
Klasse: Thetis-Klasse (Klasse 420)
Werft: Rolandwerft, Bremen
Indienststellung: 5. Februar 1963
Außerdienststellung Bundesmarine: 31. März 1992
Kennungen: P 6114, A 1433, P 6055
Späterer Name: AIAS
Griechische Kennung: P 63
Länge: ca. 69,8 Meter
Breite: ca. 8,2 Meter
Tiefgang: ca. 2,7 Meter
Verdrängung: ca. 660 Tonnen
Geschwindigkeit: bis zu 23 Knoten
Besatzung: bis zu 68 Soldaten
Antrieb: Zwei Dieselmotoren auf zwei Wellen
Bewaffnung: 40-mm-Zwillingsgeschütz, U-Jagd-Raketenwerfer, Torpedorohre, Wasserbomben und Minen
Heimathafen: Flensburg-Mürwik
Verbandszugehörigkeit: Flottendienstgeschwader