Kategorie: U-Boot S 178 U29

S 178 U-Boot 29 – U-Boot der Klassen 206 und 206A

Das U-Boot U 29 mit der militärischen Kennung S 178 gehörte zunächst zur Klasse 206 der Bundesmarine. Im Verlauf seiner langen Dienstzeit wurde es umfassend modernisiert und anschließend als Boot der verbesserten Klasse 206A weiterverwendet.

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U 29 entstand bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG in Kiel. Die Kiellegung erfolgte am 10. Januar 1972, der Stapellauf am 5. November 1973. Am 27. November 1974 wurde das Boot für die Bundesmarine in Dienst gestellt.

Dienst im 3. Ubootgeschwader

U 29 wurde dem 3. Ubootgeschwader unterstellt. Der Heimathafen des Bootes war Eckernförde, das sich seit den 1970er-Jahren zu einem der wichtigsten Standorte der deutschen U-Boot-Waffe entwickelte.

Von dort nahm U 29 an der nationalen Einsatz- und Gefechtsausbildung sowie an gemeinsamen Übungen mit den Seestreitkräften verbündeter NATO-Staaten teil. Die Schwerpunkte lagen zunächst in der Ostsee, der Nordsee und den angrenzenden Seegebieten.

Die Klasse 206 war speziell für den Einsatz in flachen, küstennahen und stark befahrenen Gewässern entwickelt worden. Die kleinen Boote konnten sich dort besonders unauffällig bewegen und stellten aufgrund ihrer geringen Geräuschentwicklung und ihrer Wendigkeit einen anspruchsvollen Übungsgegner dar.

Auftrag und besondere Konstruktion

Zu den Hauptaufgaben von U 29 gehörten die Bekämpfung von Überwasserschiffen und gegnerischen U-Booten, die verdeckte Aufklärung sowie das Sperren wichtiger Seewege.

Der Bootskörper bestand aus nichtmagnetisierbarem Stahl. Dadurch sollte die Gefährdung durch Magnetminen verringert und zugleich die Ortung durch magnetische Suchgeräte erschwert werden.

U 29 verfügte über acht nach vorn gerichtete Torpedorohre. Zusätzlich konnten an den Außenseiten des Bootskörpers Minengürtel angebracht werden. Damit ließen sich bis zu 24 Seeminen mitführen, ohne den verfügbaren Raum für Torpedos im Bootsinneren zu verringern.

Umbau zur Klasse 206A

U 29 gehörte zu den zwölf Booten der ursprünglichen Klasse 206, die zwischen Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre umfassend modernisiert wurden. Der Umbau von U 29 zur Klasse 206A begann 1987.

Im Zuge der Modernisierung erhielt das Boot unter anderem ein verbessertes Sonarsystem, ein modernes Führungs- und Waffeneinsatzsystem, neue Navigations- und Fernmeldeanlagen sowie technische Verbesserungen für den Einsatzbetrieb.

Auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Besatzung wurden angepasst. Die beengten räumlichen Verhältnisse eines kleinen Küsten-U-Bootes blieben jedoch weiterhin bestimmend für den Bordalltag.

Durch den Umbau konnte U 29 wesentlich länger im Dienst verbleiben als die sechs nicht modernisierten Boote der Klasse 206. Die Klasse 206A war zudem besser für Einsätze außerhalb der ursprünglich vorgesehenen Küstengewässer geeignet.

Neue Aufgaben nach dem Kalten Krieg

Mit dem Ende des Kalten Krieges veränderte sich auch das Einsatzprofil der deutschen U-Boot-Waffe. Neben der klassischen Landes- und Bündnisverteidigung gewannen internationale Übungen, maritime Überwachung und die Zusammenarbeit mit verbündeten Marinen an Bedeutung.

Die modernisierten Boote der Klasse 206A wurden regelmäßig als Übungsgegner eingesetzt. Ihre geringe Größe, ihre Wendigkeit und ihre niedrige Geräuschentwicklung machten sie insbesondere bei Übungen zur U-Boot-Abwehr zu begehrten Partnern.

U 29 stand dabei für den Wandel von einem für den Ostseeraum entwickelten Küsten-U-Boot zu einer auch in weiter entfernten Seegebieten einsetzbaren Plattform der Deutschen Marine.

Außerdienststellung und Verbleib

Nach mehr als 32 Dienstjahren wurde U 29 am 31. Dezember 2006 außer Dienst gestellt.

Das Boot blieb nach seiner Aussonderung noch einige Zeit aufgelegt. Eine Übernahme durch eine ausländische Marine oder eine dauerhafte Erhaltung als Museumsschiff kam nicht zustande.

U 29 wurde schließlich zur Verschrottung verkauft und im türkischen Aliağa abgewrackt. Damit endete der Lebensweg eines Bootes, das sowohl während des Kalten Krieges als auch unter den veränderten Bedingungen der Deutschen Marine nach der Wiedervereinigung eingesetzt worden war.

Von Kameraden für Kameraden

Mehr als drei Jahrzehnte Dienstzeit bedeuten bei einem U-Boot zahlreiche Besatzungswechsel, unzählige Tauchstunden und viele gemeinsame Übungen. Jede Besatzung hinterließ dabei ihren eigenen Teil der Geschichte von U 29.

Auf einem Boot dieser Größe lebten und arbeiteten etwas mehr als 20 Männer auf engstem Raum. Jeder kannte die Aufgaben des anderen, und jeder musste sich auch in schwierigen Situationen auf seine Kameraden verlassen können.

U 29 steht damit nicht nur für die technischen Fähigkeiten der Klasse 206A, sondern vor allem für die U-Boot-Fahrer, die das Boot über mehr als 32 Jahre hinweg sicher und zuverlässig betrieben.

Technische Daten

Bootstyp: konventionelles Küsten-U-Boot
Klassen: 206 und nach dem Umbau 206A
Name: U 29
Kennung: S 178
Bauwerft: Howaldtswerke-Deutsche Werft AG, Kiel
Kiellegung: 10. Januar 1972
Stapellauf: 5. November 1973
Indienststellung: 27. November 1974
Umbau zur Klasse 206A: ab 1987
Außerdienststellung: 31. Dezember 2006
Verbandszugehörigkeit: 3. Ubootgeschwader
Heimathafen: Eckernförde
Verbleib: im türkischen Aliağa abgewrackt

Länge: etwa 48,6 Meter
Breite: etwa 4,6 Meter
Tiefgang: etwa 4,3 bis 4,5 Meter
Verdrängung über Wasser: etwa 450 Tonnen
Verdrängung getaucht: etwa 498 Tonnen
Antrieb: dieselelektrisch
Höchstgeschwindigkeit über Wasser: etwa 10 Knoten
Höchstgeschwindigkeit getaucht: etwa 17 Knoten
Reichweite über Wasser: etwa 4.500 Seemeilen bei 6 Knoten
Reichweite getaucht: etwa 280 Seemeilen bei 4 Knoten
Einsatzdauer: bis zu 30 Tage
Tauchtiefe: etwa 100 Meter
Besatzung: etwa 22 bis 23 Mann
Bewaffnung: acht Torpedorohre, zusätzlich bis zu 24 Seeminen in außen angebrachten Minengürteln