Kategorie: S 181 U-Boot 2

S 181 U-Boot 2 – Küsten-U-Boot der Klasse 205 mod

S 181 U-Boot 2 war ein konventionelles Küsten-U-Boot der Klasse 205 mod und ein Ersatzbau für das zuvor unter derselben Kennung geführte U-Boot der Klasse 201.

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Die Geschichte von U-Boot 2 umfasst damit zwei technisch unterschiedliche Boote: den frühen Neubau der Klasse 201, der wegen schwerwiegender Materialprobleme nur kurze Zeit eingesetzt werden konnte, und den anschließend weitgehend neu aufgebauten Ersatzbau der Klasse 205 mod.

Das zweite S 181 U-Boot 2 wurde am 11. Oktober 1967 in Dienst gestellt und gehörte bis zum 19. März 1993 zum Bestand der Bundesmarine und späteren Deutschen Marine.

Das erste S 181 U-Boot 2 der Klasse 201

Das ursprüngliche U-Boot 2 gehörte zu den ersten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland entwickelten und gebauten U-Booten.

Es wurde am 3. Mai 1962 unter der Kennung S 181 für die Bundesmarine in Dienst gestellt und dem 1. Ubootgeschwader in Kiel zugeteilt.

Der Druckkörper bestand aus dem amagnetischen Stahl AM 10. Dieser Werkstoff sollte die magnetische Signatur des Bootes reduzieren und es dadurch insbesondere gegen Magnetminen und magnetische Ortungsverfahren schützen.

Bereits nach kurzer Zeit zeigten sich jedoch erhebliche Korrosionserscheinungen und Risse. Der Stahl erwies sich als ungeeignet für die während des Tauchbetriebes auftretenden wechselnden Belastungen.

Das erste S 181 U-Boot 2 wurde deshalb bereits am 15. August 1963 wieder außer Dienst gestellt. Wegen der grundlegenden Materialprobleme war eine dauerhafte Rückkehr in den regulären Flottendienst nicht möglich.

Ersatzbau als Klasse 205 mod

U-Boot 2 wurde anschließend vollständig umgebaut und der verbesserten Klasse 205 mod zugeordnet. Der Umfang der Arbeiten war so groß, dass das spätere Boot technisch als faktischer Neubau angesehen werden muss.

Von dem ursprünglichen Boot wurden nur verwendbare Anlagen und Bauteile übernommen. Der problematische Druckkörper aus AM 10 wurde nicht weiterverwendet.

Der neue Druckkörper entstand aus dem ferritischen Schiffbaustahl St 52. Dieser Stahl war zwar magnetisierbar, bot jedoch die notwendige Festigkeit und Zuverlässigkeit für einen langfristigen U-Boot-Betrieb.

Damit unterschied sich U-Boot 2 von U-Boot 9 bis U-Boot 12, bei denen verschiedene neue amagnetische Stahlsorten erprobt wurden.

Indienststellung des neuen U-Bootes 2

Das neu aufgebaute S 181 U-Boot 2 wurde bei den Howaldtswerken beziehungsweise den späteren Howaldtswerken-Deutsche Werft in Kiel fertiggestellt.

Der Stapellauf des Ersatzbaus erfolgte am 15. Juli 1967. Am 11. Oktober 1967 wurde das Boot unter seiner bisherigen Kennung S 181 erneut als U-Boot 2 für die Bundesmarine in Dienst gestellt.

Das Boot wurde dem 1. Ubootgeschwader zugeteilt. Sein erster Heimathafen war Kiel.

Auftrag

U-Boot 2 war als kleines konventionelles Küsten-U-Boot vor allem für den Einsatz in der Ostsee und in den westlichen Ostseezugängen vorgesehen.

Im Verteidigungsfall sollte das Boot gegnerische Überwassereinheiten, Nachschubverbände und mögliche Landungsfahrzeuge bekämpfen. Die Sicherung der Ostseezugänge und der nördlichen NATO-Flanke gehörte zu den wesentlichen Aufgaben der deutschen U-Boot-Waffe während des Kalten Krieges.

Die geringe Größe von U-Boot 2 ermöglichte verdeckte Einsätze in flachen und stark gegliederten Seegebieten. Dort konnten größere U-Boote nur eingeschränkt operieren.

Bewaffnung

Die Bewaffnung bestand aus acht fest im Bug eingebauten Torpedorohren im Kaliber 533 Millimeter.

Aus den Rohren konnten Torpedos und grundsätzlich auch Seeminen ausgestoßen werden. Ein Nachladen innerhalb des Bootes war nicht möglich.

Nach dem Einsatz der mitgeführten Waffen musste U-Boot 2 einen Hafen oder eine entsprechend ausgerüstete Unterstützungseinrichtung anlaufen, um erneut bewaffnet zu werden.

Der begrenzte Waffenvorrat entsprach dem vorgesehenen Einsatzprofil eines kleinen Küsten-U-Bootes: verdecktes Heranführen, überraschender Angriff und anschließender Rückmarsch.

Antrieb und Fahrleistungen

S 181 verfügte über einen diesel-elektrischen Antrieb.

Zwei Dieselmotoren trieben Generatoren an, die elektrischen Strom für die Batterien und den Fahrmotor erzeugten. Der elektrische Fahrmotor wirkte über eine Welle auf den Propeller.

Bei der Unterwasserfahrt wurde der Fahrmotor aus den Batterien gespeist. Während der Schnorchelfahrt konnten die Dieselmotoren betrieben und die Batterien geladen werden, obwohl das Boot weitgehend getaucht blieb.

U-Boot 2 erreichte in der Überwasserfahrt etwa zehn Knoten. Unter Wasser waren Geschwindigkeiten von bis zu 17 Knoten möglich.

Damit war das Boot getaucht deutlich schneller als an der Wasseroberfläche.

Dienst im 1. Ubootgeschwader

Nach seiner erneuten Indienststellung gehörte S 181 U-Boot 2 zum 1. Ubootgeschwader in Kiel.

Das Boot wurde für Ausbildungsfahrten, Geschwaderübungen und gemeinsame Vorhaben mit anderen Einheiten der Bundesmarine sowie verbündeter NATO-Marinen eingesetzt.

Die kleinen Küsten-U-Boote stellten bei U-Jagdübungen besonders anspruchsvolle Ziele dar. Ihre geringen Abmessungen und ihre vergleichsweise leise elektrische Unterwasserfahrt erschwerten die Ortung durch Überwasserschiffe, Hubschrauber und Seefernaufklärer.

U-Boot 2 diente daher nicht nur der Ausbildung seiner eigenen Besatzung. Es trug zugleich zur Ausbildung der U-Jagdkräfte der Bundesmarine und ihrer Bündnispartner bei.

Mit der späteren Verlegung der deutschen U-Boot-Verbände wechselte der Stationierungsort des Bootes von Kiel nach Eckernförde.

Kollision mit der LYNX

Am 25. Februar 1974 war S 181 U-Boot 2 an einer Kollision mit dem Schiff LYNX beteiligt.

Der Vorgang ist in den Beständen des Bundesarchivs dokumentiert. Nähere Einzelheiten zum genauen Ablauf und zum Umfang möglicher Schäden werden in frei zugänglichen Übersichten jedoch nicht ausreichend beschrieben.

Da U-Boot 2 seine lange Dienstzeit anschließend fortsetzen konnte, führte die Kollision nicht zu einer endgültigen Außerdienststellung des Bootes.

Ausbildung und Übungen

Ein wesentlicher Teil der Laufbahn von U-Boot 2 bestand aus Ausbildungs- und Übungsvorhaben.

Die Besatzung trainierte das verdeckte Annähern an Überwassereinheiten, die Nutzung der Sonaranlagen, das Fahren in flachen Gewässern und das Zusammenwirken während des Tauchbetriebes.

Bei multinationalen Übungen stellte das Boot häufig einen gegnerischen U-Boot-Verband dar. Überwasserschiffe und Marineflieger mussten S 181 aufspüren, verfolgen und einen simulierten Angriff durchführen.

Für die eigene Besatzung bedeuteten diese Übungen zugleich ein realistisches Training im Ausweichen vor gegnerischen Ortungs- und Bekämpfungsmaßnahmen.

Leben und Arbeiten an Bord

Die Besatzung von U-Boot 2 bestand aus etwa 21 bis 22 Mann.

An Bord herrschten äußerst beengte Verhältnisse. Torpedorohre, Kojen, Gefechtsstationen, technische Anlagen und Aufenthaltsbereiche lagen unmittelbar nebeneinander.

Persönlicher Stauraum war nur in geringem Umfang vorhanden. Eigene Rückzugsmöglichkeiten gab es praktisch nicht.

Ein Teil der Schlafplätze wurde im Wechsel genutzt. Während ein Kamerad Wache ging, konnte ein anderer dessen Koje übernehmen.

Der Dienst verlangte daher Disziplin, gegenseitige Rücksichtnahme und ein besonders enges Zusammenwirken. Jeder Mann musste seine Aufgabe sicher beherrschen und sich jederzeit auf seine Kameraden verlassen können.

Vom Kalten Krieg zur Deutschen Marine

U-Boot 2 wurde während des Kalten Krieges für die Verteidigung der Ostseezugänge gebaut.

Über mehr als zwei Jahrzehnte war seine Laufbahn durch die militärische Konfrontation zwischen NATO und Warschauer Pakt geprägt. Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Krieges veränderten sich die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen grundlegend.

Die kleinen Küsten-U-Boote entsprachen zunehmend nicht mehr den Anforderungen an längere und weiter entfernte Einsätze. Gleichzeitig standen mit der Klasse 206A modernere deutsche U-Boote zur Verfügung.

S 181 blieb dennoch bis 1993 im Dienst und gehörte damit zu den langlebigsten Einheiten der Klasse 205.

Außerdienststellung

S 181 U-Boot 2 wurde am 19. März 1993 nach mehr als 25 Jahren Dienstzeit außer Dienst gestellt.

Damit endete die Geschichte des zweiten unter dieser Kennung geführten Bootes. Zusammen mit der kurzen Dienstzeit des ursprünglichen U-Bootes der Klasse 201 umfasste die Bezeichnung S 181 U-Boot 2 mehr als drei Jahrzehnte deutscher U-Boot-Geschichte.

Das Boot wurde nach der Außerdienststellung nicht als Museumsschiff erhalten und später abgebrochen.

Bedeutung von U-Boot 2

Die Geschichte von S 181 U-Boot 2 steht beispielhaft für die schwierige Entwicklung der ersten deutschen Nachkriegs-U-Boote.

Der ursprüngliche Neubau der Klasse 201 beruhte auf einem technisch fortschrittlichen Konzept, scheiterte jedoch am ungeeigneten amagnetischen Stahl AM 10.

Der anschließende Ersatzbau der Klasse 205 mod verzichtete auf den taktischen Vorteil eines amagnetischen Druckkörpers und setzte stattdessen auf den bewährten Schiffbaustahl St 52.

Diese Entscheidung ermöglichte eine mehr als 25-jährige Dienstzeit. U-Boot 2 wurde damit vom Symbol der frühen Stahlkrise zu einem zuverlässigen Ausbildungs- und Einsatzboot der Bundesmarine.

Das Boot begleitete den Aufbau der deutschen U-Boot-Waffe, den Kalten Krieg, die deutsche Wiedervereinigung und schließlich die ersten Jahre der Deutschen Marine.

Von Kameraden für Kameraden

Der Dienst auf S 181 U-Boot 2 bedeutete Leben und Arbeiten auf engstem Raum.

Jeder Kamerad trug Verantwortung für das Boot und für die Sicherheit der Männer an seiner Seite. Während langer Tauchfahrten, bei Übungen und im täglichen technischen Betrieb musste jeder Handgriff sitzen.

Die Geschichte von U-Boot 2 wurde von mehreren Generationen von Besatzungen geprägt. Sie erlebten den Aufbau der U-Boot-Waffe, die langen Jahre des Kalten Krieges und schließlich den politischen Wandel nach der deutschen Wiedervereinigung.

Für die ehemaligen Besatzungsangehörigen war S 181 nicht nur ein Küsten-U-Boot der Klasse 205 mod. Es war ihr Boot, ihr gemeinsamer Arbeitsplatz und für einen prägenden Abschnitt ihres Lebens ihr Zuhause unter Wasser.

Unsere Artikel zu U-Boot 2 erinnern an beide unter der Kennung S 181 geführten Boote, an ihre Besatzungen und an alle Kameraden, die während ihrer Dienstzeit an Bord gefahren sind.

Von Kameraden für Kameraden – zur Erinnerung an das Boot, seine Besatzungen und die gemeinsam gefahrenen Seemeilen.

Technische Daten des Ersatzbaus

Kennung: S 181
Bezeichnung: U-Boot 2
Klasse: Klasse 205 mod
Typ: Konventionelles Küsten-U-Boot
Bauwerft: Howaldtswerke beziehungsweise Howaldtswerke-Deutsche Werft, Kiel
Stapellauf des Ersatzbaus: 15. Juli 1967
Indienststellung des Ersatzbaus: 11. Oktober 1967
Außerdienststellung: 19. März 1993
Baumaterial: Ferritischer Schiffbaustahl St 52
Länge: etwa 44 bis 46 Meter
Breite: etwa 4,6 Meter
Tiefgang: etwa 3,8 bis 4 Meter
Verdrängung: etwa 419 bis 450 Tonnen aufgetaucht und etwa 455 bis 500 Tonnen getaucht
Antrieb: Diesel-elektrischer Antrieb mit zwei Dieselgeneratoren und einem elektrischen Fahrmotor
Geschwindigkeit: etwa 10 Knoten aufgetaucht und bis zu 17 Knoten getaucht
Bewaffnung: Acht Torpedorohre im Kaliber 533 Millimeter, auch zum Legen von Seeminen geeignet
Besatzung: etwa 21 bis 22 Mann
Verbandszugehörigkeit: 1. Ubootgeschwader
Heimathäfen: Kiel, später Eckernförde
Besonderes Ereignis: Kollision mit dem Schiff LYNX am 25. Februar 1974
Verwendung: Küsten-U-Boot sowie Ausbildungs- und Übungsboot
Verbleib: Nach der Außerdienststellung abgebrochen