Kategorie: U 180 U-Boot 1

U 180 U-Boot 1 – Küsten-U-Boot der Klasse 205 mod

Das Küsten-U-Boot U 1 mit der Kennung U 180 war die zweite Einheit der Bundesmarine, die den Namen U 1 trug. Es entstand als Ersatz für das erste U 1 der Klasse 201, dessen Druckkörper sich wegen schwerwiegender Materialprobleme mit dem verwendeten amagnetischen Stahl nicht für einen dauerhaften Einsatz eignete.

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Obwohl das spätere Boot teilweise als Umbau seines Vorgängers bezeichnet wird, handelte es sich technisch um einen weitgehenden Neubau nach dem Entwurf der Klasse 205. Der neue Druckkörper bestand aus dem bewährten ferritischen Schiffbaustahl St 52. Das Boot wird deshalb als U 1 (II) beziehungsweise als Einheit der Klasse 205 mod geführt. Die Neubauten U 1 und U 2 waren technisch eng mit U 9 bis U 12 verbunden.

Neubau nach der Stahlkrise

Das erste U 1 war 1962 als Typboot der Klasse 201 in Dienst gestellt worden. Bereits kurze Zeit später traten am neu entwickelten amagnetischen Stahl des Druckkörpers Korrosionsschäden und Rissbildungen auf. Die Probleme betrafen nicht nur U 1, sondern das gesamte frühe Neubauprogramm der deutschen U-Boot-Waffe.

Eine dauerhafte Reparatur des ursprünglichen Druckkörpers war nicht sinnvoll. U 1 erhielt deshalb einen neuen Druckkörper und wurde nach den konstruktiven Grundsätzen der Klasse 205 neu aufgebaut. Die spätere Einheit war damit kein lediglich instand gesetztes Klasse-201-Boot, sondern ein technisch eigenständiger Ersatzneubau.

Die Kiellegung des neuen Bootes erfolgte am 1. Februar 1965 bei den Howaldtswerken in Kiel. Am 17. Februar 1967 lief es vom Stapel. Die Indienststellung für die Bundesmarine folgte am 26. Juni 1967. In einzelnen Übersichten wird abweichend der 6. Juni 1967 genannt.

Dienst im 1. Ubootgeschwader

U 1 wurde dem 1. Ubootgeschwader unterstellt. Das Bundesarchiv führt das Boot als U 1 (II) innerhalb der Gruppe der Boote der Klasse 205 mod, zu der auch U 9, U 10, U 11 und U 12 gehörten.

Der Verband war zunächst in Kiel stationiert. Von dort nahm U 1 an der Einsatz- und Gefechtsausbildung der Bundesmarine sowie an nationalen und multinationalen Übungen teil.

Das Boot war besonders für Operationen in den flachen Küstengewässern der Ostsee, der Nordsee und ihrer Zugänge ausgelegt. Seine geringen Abmessungen und seine Wendigkeit ermöglichten den Einsatz in Seegebieten, in denen größere U-Boote nur eingeschränkt operieren konnten.

Auftrag und Bewaffnung

Zu den Hauptaufgaben von U 1 gehörten die Bekämpfung gegnerischer Überwasserschiffe und U-Boote, die verdeckte Aufklärung sowie das Sperren wichtiger Seewege.

Das Boot verfügte über acht nach vorn gerichtete Torpedorohre mit einem Durchmesser von 533 Millimetern. Neben Torpedos konnten auch Seeminen mitgeführt werden.

Der dieselelektrische Antrieb bestand aus zwei Dieselmotoren mit angeschlossenen Generatoren, einer Fahrbatterie und einem Elektromotor. Bei der Überwasserfahrt oder in Schnorcheltiefe dienten die Dieselmotoren der Energieerzeugung. Während der vollständig getauchten Fahrt wurde das Boot ausschließlich elektrisch angetrieben.

Erprobung eines Hecktorpedorohres

U 1 nahm innerhalb der deutschen U-Boot-Waffe eine besondere Rolle als Erprobungsträger ein. Bereits beim ersten Boot der Klasse 201 waren Versuche mit einem nach achtern gerichteten Torpedorohr vorgenommen worden.

Auch beim Ersatzneubau der Klasse 205 mod wurde diese Versuchsanordnung weiterverfolgt. Die Erprobungen dienten der Untersuchung, ob sich die taktischen Möglichkeiten kleiner Küsten-U-Boote durch eine zusätzliche Waffenwirkung nach achtern erweitern ließen.

Eine serienmäßige Einführung eines Hecktorpedorohres bei den nachfolgenden deutschen U-Boot-Klassen erfolgte jedoch nicht.

Erprobung des Brennstoffzellenantriebs

Gegen Ende seiner aktiven Dienstzeit wurde U 1 erneut zu einem bedeutenden Versuchsträger. 1987 erfolgte bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel ein Umbau zur Erprobung eines außenluftunabhängigen Brennstoffzellenantriebs.

Die Anlage erzeugte elektrische Energie aus mitgeführtem Wasserstoff und Sauerstoff. Dadurch konnte ein konventionelles U-Boot länger getaucht bleiben, ohne zum Betrieb seiner Dieselmotoren in Schnorcheltiefe gehen zu müssen.

Die erfolgreichen Versuche mit U 1 bildeten eine wichtige technische Grundlage für die spätere Entwicklung des Brennstoffzellenantriebs der deutschen U-Boote der Klasse 212A. U 1 steht damit nicht nur für die frühe Nachkriegsentwicklung der Bundesmarine, sondern zugleich für einen Technologiesprung, der den modernen konventionellen U-Boot-Bau nachhaltig prägte.

Außerdienststellung und weitere Erprobungen

Nach mehr als 24 Dienstjahren wurde U 1 am 29. November 1991 außer Dienst gestellt.

Die technische Nutzung des Bootes war damit noch nicht beendet. Es wurde den Thyssen Nordseewerken in Emden als Erprobungsträger für weitere außenluftunabhängige Antriebssysteme überlassen. Dort erhielt es versuchsweise einen geschlossenen Kreislaufantrieb.

Bei einem solchen System wird der Dieselmotor unabhängig von der Außenluft mit einem künstlich bereitgestellten Arbeitsgas betrieben. Die Versuche dienten der Untersuchung unterschiedlicher Möglichkeiten, die getauchte Ausdauer konventioneller U-Boote zu erhöhen.

Nach dem Abschluss der Erprobungen blieb U 1 nicht als Museumsschiff erhalten und wurde schließlich abgewrackt.

Von Kameraden für Kameraden

U 1 war weit mehr als ein Ersatz für das erste, durch die Stahlkrise gescheiterte Boot der Klasse 201. Über mehr als zwei Jahrzehnte diente es als Küsten-U-Boot, Ausbildungsplattform und Erprobungsträger.

Für seine Besatzungen bedeutete der Dienst wochenlanges Leben und Arbeiten auf engstem Raum. Jeder Kamerad musste seine Aufgabe sicher beherrschen und sich jederzeit auf die anderen Besatzungsmitglieder verlassen können.

Besondere Anforderungen stellten die zahlreichen technischen Erprobungen. Neue Systeme mussten nicht nur unter kontrollierten Bedingungen funktionieren, sondern sich im praktischen Bordbetrieb bewähren. Dafür waren Erfahrung, Disziplin und das enge Zusammenwirken von Besatzung, Werft und Erprobungsstellen erforderlich.

U 1 steht deshalb für mehrere Generationen deutscher U-Boot-Fahrer und zugleich für den Weg vom kleinen Küsten-U-Boot der 1960er-Jahre zum außenluftunabhängigen Antrieb moderner deutscher U-Boote.

Technische Daten

Bootstyp: Küsten-U-Boot und Erprobungs-U-Boot
Klasse: 205 mod
Name: U 1, zweite Einheit dieses Namens
Kennung: U 180
Bauwerft: Howaldtswerke, Kiel
Kiellegung: 1. Februar 1965
Stapellauf: 17. Februar 1967
Indienststellung: 26. Juni 1967
Außerdienststellung: 29. November 1991
Verbandszugehörigkeit: 1. Ubootgeschwader
Standort: Kiel
Besondere Verwendung: Erprobung eines Brennstoffzellenantriebs und weiterer außenluftunabhängiger Antriebssysteme
Verbleib: nach Abschluss der Erprobungen abgewrackt

Länge: etwa 44,3 Meter
Breite: etwa 4,6 Meter
Tiefgang: etwa 3,8 Meter
Verdrängung über Wasser: etwa 419 Tonnen
Verdrängung getaucht: etwa 455 Tonnen
Antrieb: dieselelektrisch; später zeitweise Versuchsanlagen für außenluftunabhängige Antriebe
Höchstgeschwindigkeit über Wasser: etwa 10 Knoten
Höchstgeschwindigkeit getaucht: etwa 17 Knoten
Tauchtiefe: etwa 100 Meter
Besatzung: etwa 21 bis 22 Mann
Bewaffnung: acht Torpedorohre mit 533 Millimeter Durchmesser; zeitweise Erprobung eines Hecktorpedorohres


U 181 U-Boot 2 – Küsten-U-Boot der Klasse 205 mod

Das Küsten-U-Boot U 2 mit der Kennung U 181 war die zweite Einheit der Bundesmarine, die den Namen U 2 trug. Es entstand als Ersatz für das erste U 2 der Klasse 201, dessen Druckkörper infolge der sogenannten Stahlkrise nicht dauerhaft weiterverwendet werden konnte.

Wie beim zweiten U 1 handelte es sich nicht um eine gewöhnliche Reparatur des ursprünglichen Bootes. U 2 erhielt einen neuen Druckkörper aus ferritischem Schiffbaustahl und wurde nach dem weiterentwickelten Entwurf der Klasse 205 aufgebaut. Das Boot wird deshalb als U 2 (II) und als Einheit der Klasse 205 mod eingeordnet.

Ersatzneubau für das erste U 2

Das erste U 2 war 1962 als zweite Einheit der Klasse 201 in Dienst gestellt worden. Bereits nach kurzer Dienstzeit zeigten sich auch an diesem Boot erhebliche Probleme mit dem verwendeten amagnetischen Stahl.

Korrosion und Rissbildungen gefährdeten die strukturelle Sicherheit des Druckkörpers. Die Bundesmarine musste das Boot deshalb vorzeitig aus dem Fahrbetrieb nehmen.

Für das zweite U 2 wurde ein neuer Druckkörper aus dem bewährten Schiffbaustahl St 52 gefertigt. Die Konstruktion entsprach weitgehend der weiterentwickelten Klasse 205. Obwohl der Neubau an seinen Vorgänger anknüpfte und Name sowie Kennung weitergeführt wurden, ist der spätere Lebenslauf als eigenständige Einheit zu behandeln.

Die Kiellegung erfolgte am 1. September 1964 bei den Howaldtswerken in Kiel. Am 15. Juli 1966 lief das Boot vom Stapel. Die Indienststellung für die Bundesmarine erfolgte am 11. Oktober 1966.

Dienst als Küsten-U-Boot

U 2 diente als kleines konventionelles Küsten-U-Boot. Sein Haupteinsatzgebiet lag in den flachen und stark befahrenen Gewässern der Ostsee, der Nordsee und ihrer Zugänge.

Die Klasse 205 war auf diese besonderen Bedingungen zugeschnitten. Die geringe Größe und die gute Manövrierfähigkeit ermöglichten Operationen in Küstengewässern, in denen größere U-Boote Schwierigkeiten beim Manövrieren und bei der Tiefensteuerung hatten.

Zu den Aufgaben gehörten die Bekämpfung gegnerischer Überwasserschiffe und U-Boote, die verdeckte Aufklärung sowie das Sperren von Seewegen mit Minen.

Während des Kalten Krieges bildeten die kleinen Küsten-U-Boote einen wichtigen Bestandteil der Bundesmarine. Sie sollten insbesondere die Ostseezugänge überwachen und im Verteidigungsfall gegnerische Seestreitkräfte in den engen und flachen Seegebieten binden.

Verbandszugehörigkeit

U 2 wurde innerhalb der U-Boot-Verbände der Bundesmarine eingesetzt. Die Boote der Klasse 205 dienten im 1. Ubootgeschwader, dessen ursprünglicher Standort Kiel war.

Von dort nahm U 2 an der Einsatz- und Gefechtsausbildung sowie an Übungen mit anderen Einheiten der Bundesmarine und verbündeten NATO-Seestreitkräften teil.

Die Ausbildung umfasste unter anderem das unbemerkte Annähern an Überwasserverbände, das Erfassen und Verfolgen von Unterwasserzielen, Torpedoangriffe im Übungsbetrieb sowie das Ausweichen vor gegnerischen U-Boot-Jagdkräften.

Antrieb und Bordbetrieb

U 2 verfügte über einen dieselelektrischen Antrieb. Bei der Fahrt an der Oberfläche oder in Schnorcheltiefe erzeugten zwei Dieselmotoren über Generatoren die benötigte elektrische Energie und luden die Fahrbatterie.

Während der vollständig getauchten Fahrt wurde das Boot von einem Elektromotor angetrieben. Die verfügbare Tauchdauer hing dabei wesentlich vom Ladezustand der Batterie und von der gefahrenen Geschwindigkeit ab.

Zum erneuten Laden musste U 2 auftauchen oder in Schnorcheltiefe fahren. In dieser Phase war das Boot leichter optisch, akustisch oder durch Radar zu erfassen. Eine wichtige Aufgabe der Besatzung bestand deshalb darin, die vorhandene elektrische Energie taktisch sparsam einzusetzen.

Bewaffnung und Einsatzmöglichkeiten

U 2 besaß acht nach vorn gerichtete Torpedorohre mit einem Durchmesser von 533 Millimetern.

Die Torpedos konnten gegen gegnerische Überwasserschiffe und U-Boote eingesetzt werden. Darüber hinaus war das Mitführen und Legen von Seeminen möglich.

Die Kombination aus geringer Größe, vergleichsweise hoher Unterwassergeschwindigkeit und starker Bugbewaffnung machte U 2 zu einem ernst zu nehmenden Gegner in den flachen Küstengewässern.

Neben seiner Kampfaufgabe diente das Boot regelmäßig der Ausbildung von U-Boot-Besatzungen und als Übungsgegner für Schiffe, Marineflieger und andere Einheiten der U-Boot-Abwehr.

Mehr als 26 Jahre im Dienst

U 2 blieb wesentlich länger im aktiven Dienst als sein nur kurz verwendeter Vorgänger der Klasse 201. Das Boot erlebte nahezu den gesamten späteren Verlauf des Kalten Krieges und diente auch noch während der ersten Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung.

Die lange Dienstzeit zeigt, dass sich der Ersatzneubau mit seinem Druckkörper aus herkömmlichem Schiffbaustahl im täglichen Betrieb bewährte. Gleichzeitig sammelte die Bundesmarine mit U 2 und den übrigen Booten der Klasse 205 wichtige Erfahrungen für die Entwicklung der nachfolgenden Klassen 206 und 206A.

U 2 wurde im März 1993 außer Dienst gestellt. Als genaues Datum wird überwiegend der 19. März 1993 genannt; einzelne Übersichten führen abweichend den 19. März 1992 oder lediglich das Jahr 1992.

Außerdienststellung und Verbleib

Nach seiner Außerdienststellung wurde U 2 nicht an eine andere Marine abgegeben und auch nicht dauerhaft als Museumsschiff erhalten.

Das Boot wurde aus dem Bestand der Marine ausgesondert und später abgewrackt. Damit endete der Lebenslauf einer Einheit, die mehr als 26 Jahre zur deutschen U-Boot-Waffe gehört hatte.

Anders als U 9, U 10 und U 11 blieb U 2 nicht als öffentlich zugängliches Beispiel der Klasse 205 erhalten.

Von Kameraden für Kameraden

U 2 steht für eine Zeit, in der die deutsche U-Boot-Waffe nach den schweren Rückschlägen der Stahlkrise neu aufgebaut werden musste.

Der Ersatzneubau bewährte sich über mehr als zweieinhalb Jahrzehnte. In dieser Zeit dienten zahlreiche Besatzungen auf dem Boot und absolvierten Ausbildungsfahrten, Übungen und lange Tauchabschnitte unter den besonderen Bedingungen von Nord- und Ostsee.

Auf einem Boot von nur gut 44 Metern Länge lebten und arbeiteten etwas mehr als 20 Männer auf engstem Raum. Jeder Kamerad musste seine Aufgabe zuverlässig erfüllen. Unter Wasser gab es keinen Bereich, dessen Funktion für die Sicherheit des Bootes unwichtig gewesen wäre.

U 2 steht deshalb nicht allein für die Technik der Klasse 205 mod. Es steht vor allem für die Besatzungen, die das Boot von 1966 bis in die Zeit der Deutschen Marine nach der Wiedervereinigung sicher führten.

Technische Daten

Bootstyp: Küsten-U-Boot
Klasse: 205 mod
Name: U 2, zweite Einheit dieses Namens
Kennung: U 181
Bauwerft: Howaldtswerke, Kiel
Kiellegung: 1. September 1964
Stapellauf: 15. Juli 1966
Indienststellung: 11. Oktober 1966
Außerdienststellung: 19. März 1993
Verbandszugehörigkeit: U-Boot-Verbände der Bundesmarine, insbesondere 1. Ubootgeschwader
Standort: Kiel
Verbleib: abgewrackt

Länge: etwa 44,3 Meter
Breite: etwa 4,6 Meter
Tiefgang: etwa 3,8 Meter
Verdrängung über Wasser: etwa 419 Tonnen
Verdrängung getaucht: etwa 455 Tonnen
Antrieb: dieselelektrisch
Dieselmotoren: zwei Dieselmotoren mit Generatoren
Fahrmotor: ein Elektromotor
Höchstgeschwindigkeit über Wasser: etwa 10 Knoten
Höchstgeschwindigkeit getaucht: etwa 17 Knoten
Reichweite über Wasser: etwa 3.950 Seemeilen bei wirtschaftlicher Fahrt
Reichweite getaucht: etwa 228 Seemeilen bei vier Knoten
Tauchtiefe: etwa 100 Meter
Besatzung: etwa 21 bis 22 Mann
Bewaffnung: acht Torpedorohre mit 533 Millimeter Durchmesser; Mitführung von Torpedos und Seeminen möglich

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