Kategorie: Troßschiff A1418 MEERSBURG

A 1418 MEERSBURG – Troßschiff der Lüneburg-Klasse

Das Troßschiff A 1418 MEERSBURG war die achte und letzte Einheit der Lüneburg-Klasse, Klasse 701. Es stand mehr als 36 Jahre im Dienst der Bundesmarine und später der Deutschen Marine. Mit seiner Außerdienststellung am 22. Dezember 2004 endete zugleich die aktive Geschichte der gesamten Lüneburg-Klasse unter deutscher Flagge.

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Die MEERSBURG nahm innerhalb der Klasse eine besondere Stellung ein. Neben ihrem allgemeinen Versorgungsauftrag wurde sie als Begleit- und Sicherungsschiff für die deutschen U-Boote eingesetzt. Dafür führte sie zusätzliche Ausrüstung mit, die speziell auf Tauch-, Übungs- und Auslandsfahrten der U-Bootverbände abgestimmt war.

Bau und Indienststellung

Die MEERSBURG wurde bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft gebaut. Ihr Stapellauf erfolgte 1966. Am 25. Juni 1968 wurde das Troßschiff mit der Kennung A 1418 in Dienst gestellt. Das spätere internationale Rufzeichen lautete DRKH.

Namensgeberin war die baden-württembergische Stadt Meersburg am Bodensee. Die Verbindung zwischen Schiff und Stadt wurde während der langen Dienstzeit durch eine offizielle Patenschaft und gegenseitige Besuche gepflegt.

Auftrag als Troßschiff

Die MEERSBURG war zunächst wie ihre Schwesterschiffe für die Versorgung anderer Marineeinheiten vorgesehen. Sie transportierte und übergab die Güter, die Schiffe und Boote während längerer Übungen und Unternehmungen benötigten.

Dazu gehörten unter anderem:

  • Dieselkraftstoff,
  • Frischwasser,
  • Munition,
  • Proviant und Kühlgut,
  • Ersatzteile,
  • technische Verbrauchsgüter,
  • Bekleidung und allgemeiner Bordbedarf.

Die Troßschiffe der Lüneburg-Klasse konnten je nach Ausführung und Beladung bis zu rund 1.100 Tonnen Versorgungsgüter, 1.200 Kubikmeter Brennstoff, 200 Kubikmeter Frischwasser und etwa 400 Tonnen Munition aufnehmen.

Die Zusammenstellung der Ladung richtete sich jeweils nach den zu unterstützenden Verbänden. Dadurch konnte die MEERSBURG gezielt mit den Ersatzteilen, Betriebsstoffen und Materialien ausgestattet werden, die von den begleiteten Einheiten benötigt wurden.

Versorgung auf See

Die Übergabe der Versorgungsgüter konnte im Hafen, vor Anker, längsseits oder während gemeinsamer Fahrt erfolgen.

Kraftstoff und Frischwasser wurden über Schlauchverbindungen abgegeben. Munition, Proviant, Ersatzteile und anderes Stückgut konnten mithilfe der bordeigenen Kräne, Ladeeinrichtungen und Versorgungsstationen zwischen den Schiffen bewegt werden.

Bei einem Versorgungsmanöver auf See mussten Troßschiff und Empfänger über längere Zeit einen genau abgestimmten Kurs und eine gleichbleibende Geschwindigkeit halten. Während Schläuche, Leinen und Ladegeschirr zwischen den Einheiten ausgebracht waren, arbeiteten Brücke, Maschine, Decksdienst und Versorgungsbereiche eng zusammen.

Umbau und Verlängerung zur Klasse 701C

Die MEERSBURG wurde wie GLÜCKSBURG und SAARBURG durch den Einbau einer zusätzlichen Rumpfsektion verlängert und anschließend als Einheit der Klasse 701C geführt.

Durch den Umbau entstanden größere Lager-, Transport- und Arbeitsbereiche. Damit konnte das Schiff zusätzliche Munition, Ersatzteile und Versorgungsgüter aufnehmen. Die Verlängerung verbesserte vor allem seine Eignung für die Unterstützung technisch anspruchsvollerer Marineverbände.

Nach dem Umbau betrug die Vermessung der MEERSBURG rund 3.465 Bruttoregistertonnen. Die genaue technische Ausführung unterschied sich in Einzelheiten von den ebenfalls verlängerten Schwesterschiffen.

Technische Daten

Kennung: A 1418
Name: MEERSBURG
Klasse: zunächst 701A, nach dem Umbau 701C
Typ: Kleiner Versorger/Troßschiff
Bauwerft: Flensburger Schiffbau-Gesellschaft
Indienststellung: 25. Juni 1968
Länge nach dem Umbau: rund 114 Meter
Breite: etwa 13,23 Meter
Tiefgang: ungefähr 4,2 Meter
Antrieb: zwei Maybach-Viertakt-Dieselmotoren
Leistung: jeweils rund 2.800 PS
Anzahl der Wellen: zwei
Höchstgeschwindigkeit: etwa 17 Knoten
Besatzung: je nach Dienstzeit und Auftrag etwa 70 bis mehr als 80 Soldaten
Rufzeichen: DRKH.

Zur ursprünglichen Bewaffnung gehörten zwei 40-mm-Breda-Doppellafetten. Später standen den Schiffen der Klasse zusätzliche Schutz- und Täuschmittel zur Verfügung.

Verbandszugehörigkeit und Heimathäfen

Die MEERSBURG gehörte zunächst zur Versorgungsorganisation der Bundesmarine und war zeitweise in Olpenitz stationiert. Ende 1989 wurde ihr Heimathafen nach Kiel-Wik verlegt.

Später erhielt das Troßschiff eine besondere Aufgabe innerhalb der U-Bootstreitkräfte. Es wurde dem 1. Ubootgeschwader zugeordnet und war zuletzt in Eckernförde beheimatet. In dieser Verwendung löste die MEERSBURG die älteren Uboottender der Lahn-Klasse als Unterstützungsfahrzeug ab.

Die verschiedenen Stationierungen und Unterstellungsverhältnisse spiegeln die veränderten Aufgaben des Schiffes wider. Aus einem allgemeinen Troßschiff wurde zunehmend ein speziell ausgerüstetes Begleit- und Sicherungsschiff für U-Boote.

Begleit- und Sicherungsschiff der U-Boote

Die wichtigste Besonderheit der MEERSBURG war ihre Verwendung bei den deutschen U-Bootverbänden. Sie begleitete U-Boote bei Ausbildungsfahrten, Übungen und längeren Unternehmungen.

Dabei erfüllte sie nicht nur klassische Versorgungsaufgaben. Sie diente zugleich als Sicherungs-, Unterstützungs- und Begleitschiff. Für diese Aufgabe führte sie unter anderem:

  • eine Druckkammer,
  • Tauchausrüstung,
  • spezielles Krangeschirr zur Bergung von Übungstorpedos,
  • Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien für U-Boote,
  • zusätzliche Sicherheits- und Unterstützungsausrüstung.

Damit konnte die MEERSBURG bei Tauch- und Übungsfahrten Hilfe leisten, Personal und Material aufnehmen und die U-Boote auch außerhalb ihrer Heimatbasis unterstützen. Sie war zuletzt das einzige eigene Begleit- und Sicherungsschiff der deutschen U-Bootflottille.

Begleitung von Auslandsfahrten

Mit den U-Booten nahm die MEERSBURG an zahlreichen Ausbildungs- und Auslandsfahrten teil. Ihre Unterstützung war besonders bei langen Unternehmungen von Bedeutung, weil die kleinen konventionellen U-Boote nur begrenzte Möglichkeiten zur Aufnahme zusätzlicher Vorräte, Ersatzteile und technischer Unterstützung besaßen.

Im Frühjahr 1997 begleiteten die MEERSBURG sowie die U-Boote U 17 und U 26 eine Reise in die Karibik und an die Ostküste der Vereinigten Staaten. Dort nahmen die deutschen Einheiten an Übungen mit der US Navy teil. Weitere Atlantikfahrten deutscher U-Boote folgten 1999 und 2001.

Die MEERSBURG ermöglichte solche Unternehmungen nicht allein durch die Mitführung von Betriebsstoffen und Material. Ihre Werkstätten, Sicherheitsausrüstung und zusätzlichen Unterbringungsmöglichkeiten machten sie zu einem schwimmenden Stützpunkt für die begleiteten Boote.

Patenschaft mit der Stadt Meersburg

Zwischen dem Troßschiff und der Stadt Meersburg bestand eine langjährige und aktiv gepflegte Patenschaft.

Die Verbindung ist auch in den Unterlagen des Bundesarchivs dokumentiert. Dort befinden sich unter anderem Akten zu einem Patenschaftsbesuch des Troßschiffes in der Stadt Meersburg im Jahr 1973 sowie ein über viele Jahre geführtes Gästebuch.

Gegenseitige Besuche von Besatzungsangehörigen und Vertretern der Stadt hielten die Verbindung lebendig. Der Name MEERSBURG und das am Schiff geführte Stadtwappen trugen die Patenstadt bei Übungen und Auslandsfahrten über viele Meere.

Letztes Troßschiff der Lüneburg-Klasse

In den letzten Jahren ihrer Dienstzeit war die MEERSBURG die letzte noch aktive Einheit der Klasse 701. Ihre sieben Schwesterschiffe waren bereits außer Dienst gestellt, verkauft oder abgegeben worden.

Die MEERSBURG hielt damit nicht nur die Begleitfähigkeit der deutschen U-Bootflottille aufrecht, sondern repräsentierte zugleich die letzte Dienstphase einer Troßschiffklasse, die seit Mitte der 1960er-Jahre die schwimmende Logistik der Flotte geprägt hatte.

Die Klasse hatte Marineverbände während mehr als drei Jahrzehnten bei Manövern und Auslandsreisen zwischen dem Nordkap, dem Mittelmeer, dem Atlantik und dem Gebiet um Djibuti unterstützt.

Außerdienststellung

Am 22. Dezember 2004 wurde A 1418 MEERSBURG nach mehr als 36 Dienstjahren außer Dienst gestellt. Sie war damit das letzte verbliebene Troßschiff der Lüneburg-Klasse.

Mit ihrer Außerdienststellung verlor die U-Bootflottille zunächst ihr einziges eigenes Begleit- und Sicherungsschiff für Auslandsfahrten. Für eine Übergangszeit unterstützte die niederländische Marine die deutschen U-Boote mit ihrem Begleitschiff MERCUUR. Bei Tauch- und Übungsfahrten sollte außerdem der Hochseeschlepper FEHMARN Sicherungsaufgaben übernehmen.

Als dauerhafter Ersatz wurde später der Tender MAIN der Klasse 404 für den U-Bootdienst umgebaut. Ein Teil der besonderen Ausrüstung der MEERSBURG wurde dafür ausgebaut und zur weiteren Verwendung vorgesehen.

Liegezeit im Marinearsenal

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die MEERSBURG in das Marinearsenal Wilhelmshaven überführt. Unmittelbar nach dem Ende der Dienstzeit war noch nicht entschieden, ob das Schiff verkauft, anderweitig verwendet oder abgebrochen werden sollte.

Anders als die meisten Schwesterschiffe fand sich für die MEERSBURG kein ausländischer Marinekunde. Damit blieb sie zunächst als aufgelegtes ehemaliges Troßschiff im Marinearsenal.

Verbleib

Nach Angaben der Bordgemeinschaft des Schwesterschiffes GLÜCKSBURG wurde die ehemalige MEERSBURG schließlich zur Abwrackung in die Türkei abgegeben. Ein genauer öffentlich belegter Zeitpunkt des Verkaufs und des tatsächlichen Abbruchs ist in den derzeit zugänglichen Quellen jedoch nicht eindeutig dokumentiert.

Für den Schiffsfinder sollte deshalb sachlich festgehalten werden:

Nach der Außerdienststellung zunächst im Marinearsenal Wilhelmshaven aufgelegt; später nach überwiegender Quellenlage zur Abwrackung in die Türkei abgegeben. Der genaue Zeitpunkt des Abbruchs ist nicht abschließend belegt.

Kameraden für Kameraden

Die MEERSBURG war nicht nur die letzte Einheit der Lüneburg-Klasse. Sie war über viele Jahre ein unverzichtbarer Begleiter der deutschen U-Boote.

Ihre Besatzungen versorgten die Boote mit Material, Ersatzteilen, Proviant und Betriebsstoffen. Sie stellten Taucher, bedienten die Druckkammer, bargen Übungstorpedos und sorgten bei Ausbildungs- und Auslandsfahrten für zusätzliche Sicherheit.

Der Dienst auf der MEERSBURG verband die klassische Arbeit eines Troßschiffes mit den besonderen Anforderungen der U-Bootfahrt. Von ihren Besatzungen wurden seemännisches Können, technisches Verständnis, Wachsamkeit und ein hohes Maß an Kameradschaft verlangt.

Die Produkte zur A 1418 MEERSBURG erinnern an das letzte Troßschiff der Klasse 701, an seine besondere Aufgabe als Begleit- und Sicherungsschiff der U-Boote und an alle Kameraden, die während seiner mehr als 36-jährigen Dienstzeit auf ihm gefahren sind.