Kategorie: Torpedo-Schnellboot P6074 S25 BUSSARD

P 6074 / S 25 BUSSARD – Schnellboot der Seeadler-Klasse

Das Schnellboot BUSSARD gehörte zu den zehn Torpedo-Schnellbooten der Klasse 141. Die auch als Seeadler-Klasse bezeichneten Boote bildeten über viele Jahre den Kern des 2. Schnellbootgeschwaders der Bundesmarine.

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Mit hoher Geschwindigkeit, vier Torpedorohren und zwei 40-mm-Geschützen war BUSSARD für überraschende Angriffe gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Die Konstruktion war besonders auf Einsätze in den küstennahen Gewässern der Nord- und Ostsee zugeschnitten.

Bau und Indienststellung

BUSSARD wurde unter der Baunummer 1145 gebaut.

Am 21. März 1959 wurde das Boot als S 25 BUSSARD für die Bundesmarine in Dienst gestellt. Die internationale NATO-Kennung lautete P 6074, das Rufzeichen des Bootes war DBRP.

Nach seiner Indienststellung wurde BUSSARD dem 2. Schnellbootgeschwader unterstellt und zunächst in Wilhelmshaven stationiert.

Dienst im 2. Schnellbootgeschwader

Das 2. Schnellbootgeschwader war mit Wirkung vom 1. Juni 1958 aufgestellt worden. Es erhielt sämtliche zehn Boote der Klasse 141 und hatte zunächst seinen Heimathafen in Wilhelmshaven.

Der Hauptauftrag von BUSSARD bestand darin, gegnerische Überwassereinheiten aufzuklären und möglichst überraschend mit Torpedos anzugreifen. Dabei operierten die Boote häufig in Rotten oder größeren Schnellbootverbänden.

Zum regelmäßigen Dienstbetrieb gehörten:

  • Torpedo- und Artillerieschießen

  • Gefechts- und Verbandsausbildung

  • Nacht- und Schlechtwetterfahrten

  • Aufklärungs- und Sicherungsaufgaben

  • nationale und internationale Manöver

  • Ausbildungsfahrten in Nord- und Ostsee

  • Hafenbesuche im In- und Ausland

Der Torpedoangriff verlangte eine präzise Zusammenarbeit sämtlicher Stationen an Bord. Navigation, Entfernungsermittlung, Waffenführung und Maschinenanlage mussten genau aufeinander abgestimmt werden.

Bordleben und Kameradschaft

Der Dienst auf BUSSARD war von den besonderen Bedingungen eines kleinen und schnellen Kampfbootes geprägt. Die Unterkünfte und Arbeitsbereiche waren eng, während sich Seegang und hohe Fahrt deutlich auf den Bootskörper auswirkten.

Lange Wachen, Übungen bei Nacht und der Betrieb der leistungsstarken Dieselmotoren stellten hohe körperliche und fachliche Anforderungen an die Besatzung. Die Kameraden mussten sich jederzeit aufeinander verlassen können.

Gerade diese gemeinsamen Erfahrungen begründeten die enge und häufig über die aktive Dienstzeit hinausreichende Verbundenheit vieler Schnellbootfahrer.

Von Wilhelmshaven nach Olpenitz

Der erste Heimathafen von BUSSARD und des 2. Schnellbootgeschwaders war Wilhelmshaven.

Zum 1. November 1970 verlegte das Geschwader nach Olpenitz an die Ostsee. BUSSARD absolvierte dort die letzten Jahre seiner Dienstzeit in der Bundesmarine.

Die Ostsee galt während des Kalten Krieges mit ihren engen Seegebieten, Inseln und küstennahen Fahrwassern als besonders geeignetes Einsatzgebiet für schnelle und wendige Torpedoboote.

Patenschaft mit Kamp-Lintfort

Patenstadt von S 25 BUSSARD war die nordrhein-westfälische Stadt Kamp-Lintfort.

Die Patenschaft förderte die Verbindung zwischen der Besatzung und der Bevölkerung der Stadt. Sie wurde durch gegenseitige Besuche, Empfänge und persönliche Kontakte gepflegt.

Der Traditionsname BUSSARD wurde später vom Flugkörperschnellboot S 64 BUSSARD der Klasse 143 übernommen.

Außerdienststellung

Nach mehr als 16 Jahren im Dienst der Bundesmarine wurde P 6074 / S 25 BUSSARD am 28. November 1975 außer Dienst gestellt.

Die Boote der Seeadler-Klasse wurden im 2. Schnellbootgeschwader schrittweise durch die moderneren Flugkörperschnellboote der Albatros-Klasse 143 ersetzt.

Mit dieser Ablösung veränderte sich auch das Einsatzkonzept der Schnellbootwaffe. An die Stelle des unmittelbaren Torpedoangriffs trat zunehmend die Bekämpfung gegnerischer Schiffe mit weitreichenden Seezielflugkörpern.

Abgabe an Griechenland

Nach seiner Außerdienststellung wurde BUSSARD an Griechenland abgegeben.

Anders als sieben seiner Schwesterboote wurde das ehemalige S 25 dort jedoch nicht mehr als aktives Schnellboot in Dienst gestellt. Es diente der griechischen Marine lediglich als Material- und Ersatzteilträger für die weiterbetriebenen Boote der Klasse 141.

Ein griechischer Bootsname oder eine aktive griechische Kennung ist für das ehemalige BUSSARD daher nicht belegt.

Technische Daten der Klasse 141

  • Typ: Torpedo-Schnellboot

  • Klasse: 141, Seeadler-Klasse

  • Baunummer: 1145

  • Länge: etwa 42,6 Meter

  • Breite: etwa 7,1 Meter

  • Tiefgang: etwa 2,1 Meter

  • Konstruktionsverdrängung: etwa 183 Tonnen

  • Antrieb: vier Dieselmotoren auf vier Wellen

  • Maschinenleistung: etwa 12.000 bis 14.400 PS

  • Höchstgeschwindigkeit: etwa 42 Knoten

  • Besatzung: etwa 39 Mann

Bewaffnung

Die ursprüngliche Bewaffnung bestand aus:

  • vier fest eingebauten Torpedorohren im Kaliber 53,3 Zentimeter

  • zwei 40-mm-Bofors-Geschützen

  • bis zu vier Wasserbomben

  • alternativ Vorrichtungen zum Legen von Minen anstelle der achteren Torpedorohre

Da die Torpedorohre nicht geschwenkt werden konnten, musste das gesamte Boot auf den berechneten Schusskurs gebracht werden. Ein erfolgreicher Angriff erforderte daher hohe Geschwindigkeit, genaue Navigation und eine eng abgestimmte Zusammenarbeit der Besatzung.

Von Kameraden für Kameraden

P 6074 / S 25 BUSSARD stand mehr als 16 Jahre im Dienst der Bundesmarine. Als Teil des 2. Schnellbootgeschwaders gehörte das Boot zu jener frühen Schnellbootgeneration, die den Aufbau der Bundesmarine und den maritimen Auftrag während des Kalten Krieges entscheidend mitprägte.

Unsere Artikel zu P 6074 / S 25 BUSSARD erinnern an das Boot, seine Besatzungen, die Patenstadt Kamp-Lintfort und die Kameradschaft der Schnellbootfahrer.

Willkommen im Heimathafen der grauen Flotte.