Kategorie: SM-Boot M1099 URANUS

M 1099 URANUS – Schnelles Minensuchboot und späteres Heimboot der Marinekameradschaft Trier

Die M 1099 URANUS gehörte zur Schütze-Klasse, Klasse 341, einer Serie schneller Minensuchboote der Bundesmarine. Die Boote waren für die Minenabwehr in den deutschen Küstengewässern sowie auf den wichtigen Seeverbindungen von Nord- und Ostsee vorgesehen.

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Der überwiegend aus Holz gefertigte und weitgehend amagnetische Bootskörper sollte die magnetische Signatur möglichst gering halten. Dadurch wurde die Gefahr vermindert, magnetisch wirkende Seeminen unbeabsichtigt auszulösen. Die Minenräumausrüstung ermöglichte außerdem den Einsatz gegen Ankertau-, Akustik- und Magnetminen. Im Verteidigungsfall konnten die Boote auch zum Legen von Minen herangezogen werden.

Gebaut wurde die URANUS bei der Schiffs- und Bootswerft Gebrüder Schürenstedt in Bardenfleth unter der Baunummer 1164. Der Baubeginn erfolgte am 20. März 1959, der Stapellauf am 15. März 1960.

Am 30. Juni 1960 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt und dem 5. Minensuchgeschwader zugeteilt. Innerhalb der ursprünglichen Nummerierung der schnellen Minensuchboote wurde es als SM 23 URANUS geführt.

Das 5. Minensuchgeschwader war zunächst in Neustadt in Holstein beheimatet und verlegte Ende 1967 in den neu errichteten Marinestützpunkt Olpenitz. Die URANUS gehörte zu den Booten, mit denen das Geschwader seine Aufgaben in der Minenabwehr, Besatzungsausbildung und NATO-Zusammenarbeit wahrnahm.

Zu den regelmäßigen Aufgaben des Bootes gehörten Minensuch- und Räumübungen, Geschwaderfahrten, die Ausbildung der Besatzung sowie die Teilnahme an nationalen und multinationalen Manövern. Für die Bekämpfung verschiedener Minenarten standen mechanische und fernwirkende Räumgeräte zur Verfügung.

Im Jahr 1964 absolvierte die URANUS gemeinsam mit der WIDDER eine planmäßige Werftliegezeit in Amsterdam. Dabei wurden Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten am Boot und seinen technischen Anlagen durchgeführt.

Brand und vorzeitige Außerdienststellung

Die aktive Laufbahn der URANUS endete wesentlich früher als ursprünglich vorgesehen. Nach einem Brand im Motorenraum wurde das Boot am 2. August 1971 außer Dienst gestellt.

Damit hatte die URANUS nur etwas mehr als elf Jahre im aktiven Dienst gestanden. Sie gehörte zu den ersten Booten der Schütze-Klasse, die aus dem fahrenden Bestand der Bundesmarine ausschieden.

Die vergleichsweise frühe Außerdienststellung bedeutete jedoch nicht das Ende des Bootes. Anders als viele später ausgesonderte Einheiten wurde die URANUS nicht unmittelbar abgewrackt, sondern für eine zivile und traditionspflegerische Nutzung übernommen.

Verbleib

Am 17. März 1973 wurde die ehemalige URANUS von der Marinekameradschaft Trier übernommen. Dort erhielt sie als Heimboot den Namen URANUS TREVERORUM.

Die Bezeichnung „Treverorum“ nimmt Bezug auf die römische Geschichte der Stadt Trier und den lateinischen Namen Augusta Treverorum. Als Heimboot diente die ehemalige URANUS der Marinekameradschaft als Treffpunkt, Vereinsheim und sichtbarer Erinnerungsort an die Bundesmarine und ihre Minenabwehrverbände.

Damit blieb das ehemalige Minensuchboot noch fast vier Jahrzehnte nach dem Ende seiner aktiven Marinezeit erhalten. Die langjährige Nutzung als Heimboot machte die URANUS zu einem der bekannten Beispiele dafür, wie ausgemusterte Boote der Schütze-Klasse von Marinekameradschaften weitergenutzt wurden.

Erst 2010 oder 2011 wurde die ehemalige URANUS schließlich abgewrackt. Damit endete ihr insgesamt rund fünfzigjähriger Lebensweg.

Technische Daten

Klasse: Schütze-Klasse, Klasse 341.23
Typ: Schnelles Minensuchboot
Kennung: M 1099
Name: URANUS
Ursprüngliche Bezeichnung: SM 23

Bauwerft: Gebrüder Schürenstedt, Bardenfleth
Baunummer: 1164
Baubeginn: 20. März 1959
Stapellauf: 15. März 1960
Indienststellung: 30. Juni 1960
Außerdienststellung: 2. August 1971

Verbandszugehörigkeit: 5. Minensuchgeschwader
Werftliegezeit: 1964 in Amsterdam
Grund der vorzeitigen Außerdienststellung: Brand im Motorenraum

Verdrängung: maximal etwa 266 t
Länge: 47,20 m
Breite: 7,00 m
Tiefgang: 2,20 m
Seitenhöhe: 4,32 m

Antrieb: zwei Maybach-16-Zylinder-Viertakt-Dieselmotoren
Gesamtleistung: etwa 4.400 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 20 kn
Fahrbereich: etwa 1.000 Seemeilen bei 18 kn

Bewaffnung: ein 40-mm-L/70-Bofors-Geschütz
Besatzung: etwa 31 Mann
Räumausrüstung: Räumgenerator mit etwa 900 PS

Spätere Verwendung: Heimboot URANUS TREVERORUM der Marinekameradschaft Trier
Endgültiger Verbleib: 2010/2011 abgewrackt