Kategorie: SM-Boot M1098 CAPELLA

M 1098 CAPELLA – Schnelles Minensuchboot und späteres Heimschiff der Marinekameradschaft Büsum

Die M 1098 CAPELLA gehörte zur Schütze-Klasse, Klasse 341, einer Serie schneller Minensuchboote, die für die Minenabwehr der Bundesmarine in den Küstengewässern sowie auf den wichtigen Seeverbindungen von Nord- und Ostsee gebaut wurde. Der weitgehend amagnetische Holzrumpf sollte die Gefährdung durch magnetisch wirkende Seeminen verringern. Gleichzeitig verfügten die Boote über eine für Minensuchfahrzeuge vergleichsweise hohe Geschwindigkeit.

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Gebaut wurde die CAPELLA bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder unter der Baunummer 5232. Der Baubeginn erfolgte am 7. Oktober 1959, der Stapellauf am 29. Februar 1960. Am 30. Juni 1960 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt.

Die CAPELLA gehörte zum 5. Minensuchgeschwader. Innerhalb der ursprünglichen Nummerierung der schnellen Minensuchboote wurde sie zusätzlich als SM 9 geführt. Zu ihren Aufgaben gehörten die Ausbildung der Besatzung, Minensuch- und Räumübungen sowie die Teilnahme an Geschwaderfahrten und gemeinsamen Manövern.

Die Boote der Schütze-Klasse konnten verschiedene mechanische und fernwirkende Räumgeräte einsetzen. Damit waren sie für die Bekämpfung unterschiedlicher Minenarten vorgesehen. Die CAPELLA trug wie die übrigen Boote ihres Typs ein 40-mm-Bofors-Geschütz zur Selbstverteidigung.

Im Jahr 1965 erhielt die CAPELLA eine Grundüberholung. Dennoch gehörte sie zu den Einheiten der Schütze-Klasse, die vergleichsweise früh aus dem aktiven Dienst genommen wurden. Bei mehreren Booten der Klasse waren bereits nach wenigen Dienstjahren erhebliche Materialmängel aufgetreten. Insgesamt mussten acht der dreißig gebauten schnellen Minensuchboote deshalb vorzeitig außer Dienst gestellt werden.

Am 8. Februar 1974 wurde die M 1098 CAPELLA nach knapp 14 Dienstjahren außer Dienst gestellt.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die CAPELLA nicht abgewrackt, sondern von der Marinekameradschaft Büsum übernommen. Dort erhielt sie als Heimschiff den Namen BECKUM und wurde zu einem festen Treffpunkt für ehemalige Marineangehörige und Besucher umgebaut.

An Bord entstanden Gesellschafts- und Gasträume. Damit blieb das ehemalige Minensuchboot auch nach seiner aktiven Dienstzeit eng mit der Marine und der Pflege maritimer Tradition verbunden. Historische Ansichtskarten belegen die Nutzung der ehemaligen CAPELLA als Heimschiff der Marinekameradschaft Büsum noch während der 1980er-Jahre.

Fast drei Jahrzehnte lang gehörte das Boot zum maritimen Erscheinungsbild Büsums. Erst nach der Jahrtausendwende endete diese ungewöhnlich lange zivile Nutzung. Im Jahr 2004 wurde die ehemalige CAPELLA verkauft und anschließend in Rendsburg abgebrochen.

Der Lebensweg der CAPELLA zeigt beispielhaft, dass ausgemusterte Marinefahrzeuge nicht zwangsläufig sofort verschwanden. Als Heimschiff BECKUM blieb sie über viele Jahre ein sichtbarer Erinnerungsort für ehemalige Besatzungsangehörige, Marinekameraden und Besucher.

Technische Daten

Klasse: Schütze-Klasse, Klasse 341.09
Typ: Schnelles Minensuchboot
Kennung: M 1098
Name: CAPELLA
Ursprüngliche Bezeichnung: SM 9

Bauwerft: Abeking & Rasmussen, Lemwerder
Baunummer: 5232
Baubeginn: 7. Oktober 1959
Stapellauf: 29. Februar 1960
Indienststellung: 30. Juni 1960
Außerdienststellung: 8. Februar 1974

Verdrängung: maximal etwa 266 t
Länge: 47,20 m
Breite: 7,00 m
Tiefgang: 2,20 m

Antrieb: zwei Maybach-16-Zylinder-Viertakt-Dieselmotoren
Gesamtleistung: etwa 4.400 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 20 kn
Fahrbereich: etwa 1.000 Seemeilen bei 18 kn

Bewaffnung: ein 40-mm-L/70-Bofors-Geschütz
Besatzung: etwa 31 Mann

Spätere Verwendung: Heimschiff BECKUM der Marinekameradschaft Büsum
Endgültiger Verbleib: 2004 in Rendsburg abgebrochen