Der überwiegend aus Holz gefertigte und weitgehend amagnetische Rumpf sollte die magnetische Signatur des Bootes möglichst gering halten. Dadurch wurde die Gefahr vermindert, magnetisch wirkende Seeminen unbeabsichtigt auszulösen. Neben mechanischen Räumgeräten konnten die Boote auch gegen akustische und magnetische Minen eingesetzt werden.
Gebaut wurde die WIDDER bei der Schiffs- und Bootswerft Gebrüder Schürenstedt in Bardenfleth unter der Baunummer 1162. Der Baubeginn erfolgte am 20. Juni 1958, der Stapellauf am 12. März 1959.
Am 26. September 1960 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt und dem 5. Minensuchgeschwader zugeteilt. Innerhalb der ursprünglichen Nummerierung der schnellen Minensuchboote wurde es auch als SM 21 WIDDER geführt.
Zu den Aufgaben der WIDDER gehörten die Suche und Räumung von Seeminen, die Ausbildung der Besatzung, Geschwaderfahrten sowie die Teilnahme an nationalen und multinationalen Übungen. Die leistungsfähige Maschinenanlage ermöglichte eine für Minensuchboote vergleichsweise hohe Geschwindigkeit.
Im Jahr 1966 erhielt die WIDDER eine Grundüberholung. Diese Maßnahme diente der technischen Instandsetzung und der Verlängerung ihrer Einsatzfähigkeit.
Verwendung als Schulboot
Am 1. Februar 1967 wurde die WIDDER aus dem regulären Geschwaderdienst herausgelöst und der Unterwasserwaffenschule als Schulboot zugeteilt.
In dieser Funktion diente sie der praktischen Ausbildung von Marineangehörigen. An Bord konnten Verfahren und Geräte der Unterwasserwaffen- und Minenabwehrausbildung unter realistischen Bedingungen vermittelt und erprobt werden.
Die Verwendung als Schulboot dauerte bis Anfang 1976. Am 5. Januar 1976 kehrte die WIDDER zum 5. Minensuchgeschwader zurück und wurde dort erneut im regulären Minensuch- und Ausbildungsdienst eingesetzt.
Nach insgesamt fast 29 Dienstjahren wurde die M 1094 WIDDER am 14. Juli 1989 außer Dienst gestellt.
Verbleib
Auch nach ihrer Außerdienststellung blieb die WIDDER zunächst im militärischen Ausbildungsbereich erhalten. Das ehemalige Minensuchboot wurde als stationäres Schul- und Ausbildungsboot weiterverwendet und später der Marinetechnikschule in Parow zugeordnet.
Damit konnte das Boot weiterhin für die technische Ausbildung von Marinepersonal genutzt werden, obwohl es nicht mehr zum fahrenden Bestand der Flotte gehörte.
Erst im Jahr 2004 endete der Lebensweg der ehemaligen WIDDER. Das Boot wurde nach Grenaa in Dänemark überführt und dort abgebrochen.
Die WIDDER blieb somit rund 44 Jahre nach ihrer Indienststellung erhalten. Durch ihre langjährige Verwendung als Schulboot und später als stationäres Ausbildungsobjekt nahm sie innerhalb der Schütze-Klasse eine besondere Rolle ein.
Technische Daten
Klasse: Schütze-Klasse, Klasse 341.21
Typ: Schnelles Minensuchboot
Kennung: M 1094
Name: WIDDER
Ursprüngliche Bezeichnung: SM 21
Bauwerft: Gebrüder Schürenstedt, Bardenfleth
Baunummer: 1162
Baubeginn: 20. Juni 1958
Stapellauf: 12. März 1959
Indienststellung: 26. September 1960
Außerdienststellung: 14. Juli 1989
Verbands- und Schulverwendungen:
-
ab 26. September 1960: 5. Minensuchgeschwader
-
ab 1. Februar 1967: Schulboot der Unterwasserwaffenschule
-
ab 5. Januar 1976: erneut 5. Minensuchgeschwader
-
nach der Außerdienststellung: stationäres Ausbildungsboot
Grundüberholung: 1966
Verdrängung: maximal etwa 280 t
Länge: etwa 47,44 m
Breite: etwa 7,20 m
Tiefgang: etwa 2,15 m
Antrieb: zwei Maybach-16-Zylinder-Dieselmotoren
Gesamtleistung: etwa 4.700 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 20 bis 24 kn
Bewaffnung: ein 40-mm-L/70-Bofors-Geschütz
Besatzung: etwa 31 Mann
Ausrüstung: Minenräumgerät und Minenschienen
Endgültiger Verbleib: 2004 in Grenaa, Dänemark, abgebrochen