Nach dem Ende des Kalten Krieges änderte sich das Einsatzprofil der deutschen Minenabwehr grundlegend. Die AUERBACH/OPF. wurde deshalb zu einem Hohlstablenkboot der Ensdorf-Klasse, Klasse 352, umgebaut. In dieser zweiten Dienstphase führte sie unbemannte Räumboote des Typs SEEHUND und nahm auch an internationalen Einsätzen teil.
Bau und Indienststellung
Die AUERBACH/OPF. wurde bei der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack gebaut. Der Stapellauf erfolgte am 18. Juni 1990, die Indienststellung am 7. Mai 1991. Das Boot erhielt die Kennung M 1093 und das Rufzeichen DRFR. Es wurde dem 5. Minensuchgeschwader zugeteilt.
Namensgeber und Patenstadt war die bayerische Stadt Auerbach in der Oberpfalz. Die amtliche Schreibweise des Bootsnamens lautete AUERBACH/OPF.
Dienst als Schnelles Minensuchboot der Hameln-Klasse
Als Einheit der Klasse 343 war die AUERBACH/OPF. für mehrere Aufgaben des Minenkampfes ausgelegt. Dazu gehörten insbesondere das schnelle Verlegen von Seeminen sowie das Räumen von Magnet- und Akustikminen.
Die Boote besaßen einen amagnetischen Stahlrumpf und waren mit Minenräumgerät, Minenmeidesonar sowie Einrichtungen zur Aufnahme und zum Ausbringen von Seeminen ausgestattet. Ihre Geschwindigkeit und Bewaffnung ermöglichten es ihnen, auch unter erhöhter Bedrohung zu operieren.
Die AUERBACH/OPF. bildete gemeinsam mit den übrigen Booten der Klasse 343 den Kern des 1989 neu aufgestellten 5. Minensuchgeschwaders.
Umbau zum Hohlstablenkboot
Zwischen 1999 und 2001 wurden fünf Boote der ehemaligen Hameln-Klasse zu Hohlstablenkbooten der Ensdorf-Klasse umgebaut. Die AUERBACH/OPF. wurde nach den vorliegenden Angaben im Jahr 2001 als Einheit der Klasse 352 in Dienst genommen, ohne für den Umbau zuvor formell außer Dienst gestellt zu werden.
Beim Umbau erhielt das Boot die technischen Einrichtungen zur Fernsteuerung der unbemannten Hohlstabräumboote vom Typ SEEHUND. Jeweils mehrere dieser Räumboote konnten von einem Hohlstablenkboot aus geführt werden.
Die SEEHUNDE erzeugten starke magnetische und akustische Signaturen, mit denen entsprechende Seeminen in sicherer Entfernung vom bemannten Führungsschiff zur Auslösung gebracht werden sollten. Eine in den Rumpf integrierte Magnetspule diente dem Räumen magnetisch wirkender Minen; zusätzlich konnten Geräuscherzeuger gegen akustisch ansprechende Minen eingesetzt werden.
Die Boote der Ensdorf-Klasse verfügten außerdem über die Minenjagddrohne SEEFUCHS, mit der einzelne Minen aufgeklärt, identifiziert und bekämpft werden konnten. Damit verbanden sie das flächige Simulationsräumen durch die SEEHUNDE mit Fähigkeiten zur punktuellen Minenjagd.
Einsätze vor dem Libanon
Die AUERBACH/OPF. nahm mehrfach am deutschen Beitrag zur maritimen Komponente der UN-Mission UNIFIL vor der libanesischen Küste teil.
Im Jahr 2008 blieb das Boot im Einsatzgebiet, während seine Besatzung zeitweise durch die Besatzung der M 1092 HAMELN abgelöst wurde. Dieses Verfahren ermöglichte es der Marine, die Boote länger im Einsatzgebiet zu belassen, ohne die Besatzungen übermäßig zu belasten.
Im März 2010 lief die AUERBACH/OPF. gemeinsam mit dem Minenjagdboot M 1091 KULMBACH erneut zu einem UNIFIL-Einsatz ins östliche Mittelmeer aus. Das Hohlstablenkboot gehörte zu dieser Zeit weiterhin zum 5. Minensuchgeschwader. Bilder der Bundeswehr dokumentieren den Einsatz des Bootes im Dezember 2010 vor der libanesischen Küste.
Am 31. Januar 2012 lief die AUERBACH/OPF. abermals zu einem UNIFIL-Einsatz aus. Dabei wurde sie von der Besatzung der HAMELN gefahren. Der Einsatz zeigt, dass innerhalb der Minenabwehrverbände nicht nur die Boote, sondern bei Bedarf auch vollständige Besatzungen flexibel ausgetauscht wurden.
Weitere Übungen und letzte Dienstjahre
Auch in ihren letzten Dienstjahren nahm die AUERBACH/OPF. weiterhin an multinationalen Übungen teil. Für das Jahr 2015 sind die Beteiligung am britisch geführten Manöver Joint Warrior in der Irischen See und am multinationalen Ostseemanöver BALTOPS dokumentiert.
Bis zur Auflösung des 5. Minensuchgeschwaders gehörte das Boot diesem Verband an. Die Hohlstablenkboote waren in Kiel stationiert und Teil der Einsatzflottille 1.
Außerdienststellung
Die M 1093 AUERBACH/OPF. wurde am 17. Dezember 2015 im Marinestützpunkt Kiel offiziell außer Dienst gestellt. Damit endete ihre rund 24-jährige Dienstzeit in der Bundesmarine und Deutschen Marine.
Nach der Außerdienststellung wurde das Boot zunächst im Marinearsenal aufgelegt. Im Jahr 2018 wurde angekündigt, es zu einer stationären Ausbildungsplattform für die Minenabwehrausbildung umzurüsten. Ob und in welchem Umfang diese Planung später tatsächlich umgesetzt wurde, ist anhand der derzeit zugänglichen belastbaren Quellen nicht eindeutig nachweisbar. Auf eine abschließende Angabe zum Verbleib wird deshalb vorerst verzichtet.
Technische Daten
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Kennung: M 1093
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Name: AUERBACH/OPF.
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Rufzeichen: DRFR
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Ursprüngliche Klasse: Klasse 343 – Hameln-Klasse
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Spätere Klasse: Klasse 352 – Ensdorf-Klasse
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Typ: Schnelles Minensuchboot, später Hohlstablenkboot
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Bauwerft: Lürssen-Werft, Bremen-Vegesack
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Stapellauf: 18. Juni 1990
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Indienststellung: 7. Mai 1991
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Umbau: zum Hohlstablenkboot, Abschluss 2001
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Außerdienststellung: 17. Dezember 2015
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Länge: etwa 54,4 Meter
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Breite: etwa 9,2 Meter
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Verdrängung: rund 650 Tonnen
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Geschwindigkeit: etwa 18 Knoten
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Besatzung: im späteren Einsatz etwa 41 Soldaten
Bedeutung
Die M 1093 AUERBACH/OPF. steht beispielhaft für den Wandel der deutschen Minenstreitkräfte nach dem Ende des Kalten Krieges. Ursprünglich als schnelles und vielseitiges Minenkampfboot für das Verlegen und Räumen von Seeminen gebaut, wurde sie später zu einem spezialisierten Führungsschiff für unbemannte Minenräumboote weiterentwickelt.
Durch ihre mehrfachen UNIFIL-Einsätze wurde sie zudem weit über die klassische Minenabwehr hinaus eingesetzt. Dort unterstützte sie die maritime Überwachung vor der libanesischen Küste und trug zur Sicherung des dortigen Seeverkehrs bei.