Gebaut wurde die STEINBOCK auf der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack. Der Baubeginn erfolgte am 14. Juli 1961, der Stapellauf am 28. Februar 1962. Nach Abschluss der Erprobung wurde das Boot am 16. August 1962 als M 1091 STEINBOCK in Dienst gestellt. Damit gehörte es zu den ersten Booten der Klasse 341, die den Minensuchverbänden der Bundesmarine zuliefen.
Die STEINBOCK wurde dem 3. Minensuchgeschwader zugeteilt und übernahm dort die klassischen Aufgaben eines Schnellen Minensuchbootes. Dazu gehörten das Räumen von Kontakt-, Magnet- und akustischen Minen, die Sicherung von Fahrwassern und Hafenansteuerungen sowie die Teilnahme an nationalen und multinationalen Übungen der NATO. Wie alle Boote ihrer Klasse verfügte sie über einen weitgehend amagnetischen Holzrumpf und leistungsfähige Räumanlagen, die den Einsatz in verminten Seegebieten ermöglichten.
Während ihrer langen Dienstzeit blieb die STEINBOCK ihrer ursprünglichen Aufgabe treu. Anders als einige Schwesterschiffe wurde sie weder zum Minentaucherboot noch zu einem Erprobungsfahrzeug umgebaut. Stattdessen versah sie über nahezu drei Jahrzehnte ihren Dienst als klassisches Schnelles Minensuchboot und gehörte damit zu den zuverlässigen Arbeitseinheiten der deutschen Minenabwehr.
Im Laufe der Dienstzeit erfolgten mehrere Werftliegezeiten und technische Überholungen, wie sie bei den Booten der Schütze-Klasse üblich waren. Diese dienten der Erhaltung der Einsatzbereitschaft und der Anpassung an den technischen Fortschritt. Ein grundlegender Umbau oder eine Änderung der Hauptaufgabe ist für die STEINBOCK jedoch nicht belegt.
Nach fast dreißig Jahren im Dienst wurde die M 1091 STEINBOCK am 30. September 1992 außer Dienst gestellt.
Technische Daten
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Typ: Schnelles Minensuchboot
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Klasse: Schütze-Klasse (Klasse 341)
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Bauwerft: Lürssen, Bremen-Vegesack
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Baubeginn: 14. Juli 1961
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Stapellauf: 28. Februar 1962
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Indienststellung: 16. August 1962
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Außerdienststellung: 30. September 1992
Geschwaderzugehörigkeit
Vor der endgültigen Übernahme in den Schiffsfinder werden die Zeiträume der Geschwaderzugehörigkeit nochmals mit dem Historischen Marinearchiv abgeglichen.
Kennungen
Die STEINBOCK führte während ihrer aktiven Laufbahn die taktische Kennung:
M 1091
Ein späterer Kennungswechsel ist nach derzeitigem Quellenstand nicht belegt.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung am 8. März 1974 blieb die ehemalige M 1091 STEINBOCK in Wilhelmshaven erhalten. Ab Mitte der 1970er-Jahre lag das Boot am Bontekai und diente über viele Jahre der Marinejugend Wilhelmshaven als Vereins-, Ausbildungs- und Heimschiff. Damit gehörte die STEINBOCK zu den wenigen Einheiten ihrer Klasse, die nach dem Ende ihrer aktiven Dienstzeit nicht unmittelbar abgewrackt oder ins Ausland abgegeben wurden.
Bis etwa 2015 befand sich das Boot im Umfeld des Deutschen Marinebundes und wurde von der Marinejugend Wilhelmshaven genutzt. Nach einem späteren Eigentümerwechsel verlor die STEINBOCK ihren bisherigen Liegeplatz am Bontekai und wurde in den Kanalhafen Wilhelmshaven am westlichen Ende des Ems-Jade-Kanals verholt.
Am 13. Juni 2018 kam es dort zu einem Wassereinbruch. Das Boot sackte an seinem Liegeplatz auf Grund und galt zeitweise als gesunken. Im Auftrag der Hafenaufsicht wurde die STEINBOCK ausgepumpt und wieder schwimmfähig gemacht. Zur Absicherung gegen möglicherweise austretende Betriebsstoffe wurde eine Ölsperre ausgelegt.
Auch in den folgenden Jahren verblieb das Boot im Kanalhafen. Im September 2024 musste die Feuerwehr erneut eingreifen, nachdem die STEINBOCK wieder Wasser aufgenommen hatte und zu sinken drohte. Diesmal konnte ein vollständiger Untergang verhindert werden.
Die ehemalige STEINBOCK befand sich damit zuletzt weiterhin in Wilhelmshaven. Ihr baulicher Zustand ist jedoch schlecht, und ein dauerhaft gesicherter Erhalt als Museumsschiff oder maritimes Denkmal ist bislang nicht belegt.
Von Kameraden für Kameraden
Die STEINBOCK gehörte zu jener Bootsgeneration, die den Kern der deutschen Minenabwehr während des Kalten Krieges bildete. Über fast drei Jahrzehnte sorgte sie gemeinsam mit ihren Schwesterschiffen dafür, dass Fahrwasser sicher blieben und die Einsatzbereitschaft der Minensuchverbände gewährleistet war.
Für viele ehemalige Besatzungsmitglieder ist die STEINBOCK bis heute untrennbar mit ihrer Dienstzeit im 3. Minensuchgeschwader verbunden. Sie steht stellvertretend für eine Bootsklasse, die oft im Hintergrund arbeitete, deren Bedeutung für die Sicherheit der Seestreitkräfte jedoch kaum überschätzt werden kann.