Der überwiegend aus Holz gefertigte und weitgehend amagnetische Rumpf sollte die magnetische Signatur des Bootes möglichst gering halten. Dadurch wurde die Gefahr vermindert, magnetisch wirkende Seeminen unbeabsichtigt auszulösen. Für die Bekämpfung unterschiedlicher Minenarten verfügten die Boote über mechanische und fernwirkende Räumgeräte.
Gebaut wurde die PERSEUS bei der Schlichting-Werft in Travemünde unter der Baunummer 1294. Der Baubeginn erfolgte am 24. Juni 1959, der Stapellauf am 22. September 1960.
Am 16. März 1961 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt und dem 5. Minensuchgeschwader zugeteilt. Innerhalb der ursprünglichen laufenden Nummerierung der schnellen Minensuchboote wurde es als SM 28 PERSEUS geführt.
Das 5. Minensuchgeschwader war zunächst in Neustadt in Holstein stationiert und verlegte Ende 1967 in den Marinestützpunkt Olpenitz. Von dort aus nahm die PERSEUS an der Ausbildung, an Geschwaderfahrten sowie an nationalen und multinationalen Übungen der Minenabwehrkräfte teil.
Zu ihren Aufgaben gehörten das Suchen und Räumen von See- und Ankertauminen, die Ausbildung der Besatzung sowie die Sicherung wichtiger Seewege. Für die fernwirkende Minenabwehr verfügte das Boot über einen Räumgenerator mit einer Leistung von etwa 900 PS. Zur Selbstverteidigung war die PERSEUS mit einem 40-mm-L/70-Geschütz bewaffnet.
In den Jahren 1966 und 1967 erhielt die PERSEUS eine Grundüberholung. Diese umfangreiche Instandsetzung diente der Erhaltung des Bootskörpers und der technischen Anlagen. Sie trug dazu bei, dass das ursprünglich für eine deutlich kürzere Nutzungsdauer konzipierte Boot noch mehr als zwei weitere Jahrzehnte eingesetzt werden konnte.
Nach insgesamt rund 27½ Jahren im aktiven Dienst wurde die M 1090 PERSEUS am 30. September 1988 außer Dienst gestellt.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung wurde die PERSEUS nicht unmittelbar abgewrackt. Das ehemalige Minensuchboot gelangte nach Hamburg und wurde dort als Wohnboot genutzt.
Damit blieb der charakteristische Holzrumpf der Schütze-Klasse noch mehrere Jahre nach dem Ende der aktiven Marinezeit erhalten. Eine dauerhafte museale oder traditionspflegerische Nutzung kam jedoch nicht zustande.
Im Jahr 2005 wurde die ehemalige PERSEUS schließlich abgewrackt. Damit endete ihr rund 44 Jahre umfassender Lebensweg.
Technische Daten
Klasse: Schütze-Klasse, Klasse 341.28
Typ: Schnelles Minensuchboot
Kennung: M 1090
Name: PERSEUS
Ursprüngliche Bezeichnung: SM 28
Bauwerft: Schlichting-Werft, Travemünde
Baunummer: 1294
Baubeginn: 24. Juni 1959
Stapellauf: 22. September 1960
Indienststellung: 16. März 1961
Außerdienststellung: 30. September 1988
Verbandszugehörigkeit: 5. Minensuchgeschwader
Grundüberholung: 1966/1967
Verdrängung: maximal etwa 266 t
Länge: 47,20 m
Breite: 7,00 m
Tiefgang: 2,20 m
Seitenhöhe: 4,32 m
Antrieb: zwei Maybach-16-Zylinder-Viertakt-Dieselmotoren
Gesamtleistung: etwa 4.400 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 20 kn
Fahrbereich: etwa 1.000 Seemeilen bei 18 kn
Treibstoffvorrat: etwa 31 m³
Bewaffnung: ein 40-mm-L/70-Geschütz
Besatzung: etwa 31 Mann
Räumausrüstung: Räumgenerator mit etwa 900 PS
Spätere Verwendung: Wohnboot in Hamburg
Endgültiger Verbleib: 2005 abgewrackt