Kategorie: SM-Boot M1069 WEGA

M 1069 WEGA – Schnelles Minensuchboot der Schütze-Klasse

Die M 1069 WEGA gehörte zur Schütze-Klasse, Klasse 341, einer Serie schneller Minensuchboote der Bundesmarine. Die Boote waren für die Minenabwehr in den deutschen Küstengewässern sowie auf den militärisch wichtigen Seeverbindungen in Nord- und Ostsee vorgesehen.

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Ihr Holzrumpf und die weitgehend amagnetische Bauweise sollten die Gefährdung durch magnetisch wirkende Seeminen möglichst gering halten. Gleichzeitig erreichten die Boote mit ihren leistungsstarken Dieselmotoren eine für Minensuchfahrzeuge vergleichsweise hohe Geschwindigkeit.

Gebaut wurde die WEGA bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder unter der Baunummer 5241. Der Bauauftrag wurde 1961 erteilt, der Baubeginn erfolgte am 3. April 1962. Am 10. Oktober 1962 lief das Boot vom Stapel.

Die Indienststellung bei der Bundesmarine erfolgte am 8. März 1963. Die WEGA wurde zunächst dem 3. Minensuchgeschwader zugeteilt. Innerhalb der ursprünglichen laufenden Nummerierung der schnellen Minensuchboote wurde sie als SM 18 geführt.

Zu den Aufgaben des Bootes gehörten Minensuch- und Räumübungen, die Ausbildung der Besatzung, Geschwaderfahrten sowie die Teilnahme an nationalen und multinationalen Manövern. Für diese Aufgaben konnte die WEGA verschiedene mechanische und fernwirkende Räumgeräte einsetzen.

Im Jahr 1967 erhielt das Boot eine Grundüberholung. Diese Maßnahme diente der technischen Instandsetzung und der Verlängerung seiner Einsatzfähigkeit. Anders als mehrere Schwesterschiffe, die bereits in den 1970er-Jahren aufgrund von Materialproblemen ausgemustert wurden, blieb die WEGA noch mehr als zwei Jahrzehnte im aktiven Dienst.

Am 11. Februar 1974 wechselte die WEGA zum 5. Minensuchgeschwader. Dort setzte sie ihren Dienst in der Minenabwehr, Ausbildung und Geschwaderarbeit fort.

Nach insgesamt mehr als 25 Dienstjahren wurde die M 1069 WEGA am 15. August 1988 außer Dienst gestellt. Damit gehörte sie zu den länger genutzten Booten der Schütze-Klasse.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die WEGA zunächst nicht verschrottet. Ab 1990 ist sie als Wohnboot in Wilhelmshaven dokumentiert.

Damit begann für das ehemalige Minensuchboot eine ungewöhnlich lange zivile Nachnutzung. Fast drei Jahrzehnte nach dem Ende seiner aktiven Marinezeit blieb der Rumpf der WEGA in Wilhelmshaven erhalten und erinnerte weiterhin sichtbar an die Schütze-Klasse und die frühere Bundesmarine.

Eine dauerhafte museale Erhaltung gelang jedoch nicht. Im Jahr 2017 wurde die ehemalige WEGA schließlich abgewrackt.

Ihr Lebensweg zeigt, dass mehrere Boote der Schütze-Klasse nach der Außerdienststellung zunächst als Wohn-, Vereins- oder Heimschiffe weitergenutzt wurden. Die WEGA blieb dadurch deutlich länger erhalten als viele ihrer bereits kurz nach der Aussonderung verschrotteten Schwesterschiffe.

Technische Daten

Klasse: Schütze-Klasse, Klasse 341.18
Typ: Schnelles Minensuchboot
Kennung: M 1069
Name: WEGA
Ursprüngliche Bezeichnung: SM 18

Bauwerft: Abeking & Rasmussen, Lemwerder
Baunummer: 5241
Bauauftrag: 1961
Baubeginn: 3. April 1962
Stapellauf: 10. Oktober 1962
Indienststellung: 8. März 1963
Außerdienststellung: 15. August 1988

Erste Verbandszugehörigkeit: 3. Minensuchgeschwader
Ab 11. Februar 1974: 5. Minensuchgeschwader
Grundüberholung: 1967

Verdrängung: maximal etwa 266 t
Länge: 47,20 m
Breite: 7,00 m
Tiefgang: 2,20 m

Antrieb: zwei Maybach-16-Zylinder-Viertakt-Dieselmotoren
Gesamtleistung: etwa 4.400 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 20 kn
Fahrbereich: etwa 1.000 Seemeilen bei 18 kn

Bewaffnung: ein 40-mm-L/70-Bofors-Geschütz
Besatzung: etwa 31 Mann

Spätere Verwendung: ab 1990 Wohnboot in Wilhelmshaven
Endgültiger Verbleib: 2017 abgewrackt