Kategorie: SM-Boot M1066 PEGASUS

M 1066 PEGASUS – Schnelles Minensuchboot, Sicherheitsboot und späteres Heimboot der Schütze-Klasse

Die M 1066 PEGASUS gehörte zur Schütze-Klasse, Klasse 341, einer Serie schneller Minensuchboote der Bundesmarine. Als dreißigste und letzte Einheit der Klasse schloss sie das umfangreiche Neubauprogramm ab, mit dem die Minenabwehrkräfte der jungen Bundesmarine modernisiert wurden.

Mehr über diese Kollektion erfahren Beschreibung schließen

Der überwiegend aus Holz gefertigte und weitgehend amagnetische Rumpf sollte die magnetische Signatur des Bootes möglichst gering halten. Dadurch wurde die Gefahr vermindert, magnetisch wirkende Seeminen unbeabsichtigt auszulösen. Für die Bekämpfung unterschiedlicher Minenarten verfügten die Boote über mechanische und fernwirkende Räumgeräte.

Gebaut wurde die PEGASUS bei der Schlichting-Werft in Travemünde unter der Baunummer 1296. Der Baubeginn erfolgte am 6. Oktober 1960, der Stapellauf am 3. Januar 1962.

Am 16. Mai 1962 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt und dem 5. Minensuchgeschwader zugeteilt. Es führte zunächst die Kennung M 1256 und wurde innerhalb der ursprünglichen laufenden Nummerierung der schnellen Minensuchboote als SM 30 PEGASUS bezeichnet.

Zu den Aufgaben der PEGASUS gehörten Minensuch- und Räumübungen, die Ausbildung der Besatzung, Geschwaderfahrten sowie die Teilnahme an nationalen und multinationalen Übungen. Für die fernwirkende Minenabwehr verfügte das Boot über einen Räumgenerator mit einer Leistung von etwa 900 PS. Zur Selbstverteidigung war es mit einem 40-mm-L/70-Geschütz bewaffnet.

Im Jahr 1966 erhielt die PEGASUS eine Grundüberholung. Am 1. Januar 1968 wurde ihre bisherige Kennung M 1256 durch die neue Kennung M 1066 ersetzt. Unter dieser Nummer blieb das Boot bis zum Ende seiner aktiven Dienstzeit bekannt.

Bereits am 17. Dezember 1973 wurde die PEGASUS nach nur etwas mehr als elf Jahren außer Dienst gestellt. Damit gehörte sie zu den früher ausgesonderten Booten der Schütze-Klasse.

Verwendung als Sicherheitsboot

Nach der Außerdienststellung blieb die ehemalige PEGASUS zunächst im maritimen Einsatz. Am 5. Juli 1974 ist sie als Sicherheitsboot bei den Howaldtswerken-Deutsche Werft in Kiel dokumentiert.

In dieser Funktion gehörte sie nicht mehr zum aktiven Bestand der Minensuchverbände. Das Boot wurde jedoch weiterhin für Sicherungs- und Unterstützungsaufgaben im Werftbereich genutzt.

Umbau zur Motoryacht und Nutzung als Heimboot

Im Jahr 1979 wurde die ehemalige PEGASUS zu einer Motoryacht umgebaut. Für diese zivile Nachnutzung wurden militärische Einrichtungen entfernt und die Innenräume den neuen Anforderungen angepasst.

Spätestens ab 1989 diente das Boot in Wijchen in den Niederlanden als Heimboot einer Pfadfindergruppe. Damit blieb der charakteristische Rumpf der PEGASUS noch über Jahrzehnte nach dem Ende ihrer aktiven Marinezeit erhalten.

Die Nutzung als Heimboot dauerte nach den vorliegenden Angaben bis 2011. In diesem Jahr wurde das ehemalige Minensuchboot verkauft.

Verbleib

Über den weiteren Weg nach dem Verkauf im Jahr 2011 liegen keine ausreichend gesicherten Angaben vor. Einzelne spätere Hinweise nennen einen möglichen Abbruch, doch lässt sich dies derzeit nicht eindeutig mit belastbaren Quellen bestätigen.

Der endgültige Verbleib der ehemaligen PEGASUS wird deshalb als ungeklärt geführt.

Damit besitzt auch die letzte Einheit der Schütze-Klasse einen ungewöhnlichen Lebenslauf: vom schnellen Minensuchboot über ein Sicherheitsboot und eine Motoryacht bis zum Heimboot einer niederländischen Pfadfindergruppe.

Kennungsfolge

Die PEGASUS führte während ihrer Dienstzeit folgende Kennungen:

  • ab 16. Mai 1962: M 1256 / SM 30

  • ab 1. Januar 1968: M 1066

Die frühere Kennung M 1256 ist für die historische Zuordnung wichtig, da das Boot auf älteren Fotografien und Unterlagen noch unter dieser Nummer erscheinen kann.

Technische Daten

Klasse: Schütze-Klasse, Klasse 341.30
Typ: Schnelles Minensuchboot
Letzte Kennung: M 1066
Frühere Kennung: M 1256
Name: PEGASUS
Ursprüngliche Bezeichnung: SM 30

Bauwerft: Schlichting-Werft, Travemünde
Baunummer: 1296
Bauauftrag: 1958
Baubeginn: 6. Oktober 1960
Stapellauf: 3. Januar 1962
Indienststellung: 16. Mai 1962
Außerdienststellung: 17. Dezember 1973

Verbandszugehörigkeit: 5. Minensuchgeschwader
Grundüberholung: 1966

Verdrängung: maximal etwa 266 t
Länge: 47,20 m
Breite: 7,00 m
Tiefgang: 2,20 m
Seitenhöhe: 4,32 m

Antrieb: zwei Maybach-16-Zylinder-Viertakt-Dieselmotoren
Gesamtleistung: etwa 4.400 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 20 kn
Fahrbereich: etwa 1.000 Seemeilen bei 18 kn
Treibstoffvorrat: etwa 31 m³

Bewaffnung: ein 40-mm-L/70-Geschütz
Besatzung: etwa 31 Mann
Räumausrüstung: Räumgenerator mit etwa 900 PS

Spätere Verwendungen:

  • ab 1974 Sicherheitsboot bei HDW in Kiel

  • ab 1979 Umbau zur Motoryacht

  • 1989 bis 2011 Heimboot einer Pfadfindergruppe in Wijchen, Niederlande

Endgültiger Verbleib: nach dem Verkauf 2011 ungeklärt