Kategorie: SM-Boot M1067 ATAIR

M 1067 ATAIR – Schnelles Minensuchboot der Schütze-Klasse

Die M 1067 ATAIR gehörte zur Schütze-Klasse, Klasse 341, einer Serie schneller Minensuchboote der Bundesmarine. Die Boote waren für die Minenabwehr in den deutschen Küstengewässern sowie auf den wichtigen Seeverbindungen von Nord- und Ostsee vorgesehen.

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Ihr überwiegend aus Holz gefertigter und weitgehend amagnetischer Rumpf sollte die magnetische Signatur möglichst gering halten. Dadurch wurde die Gefahr vermindert, magnetisch wirkende Seeminen unbeabsichtigt auszulösen. Für die Bekämpfung unterschiedlicher Minenarten verfügten die Boote über mechanische und fernwirkende Räumgeräte.

Gebaut wurde die ATAIR bei der Schlichting-Werft in Travemünde unter der Baunummer 1295. Der Baubeginn erfolgte am 23. Juni 1960, der Stapellauf am 20. April 1961.

Am 27. September 1961 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt und dem 3. Minensuchgeschwader zugeteilt. Innerhalb der ursprünglichen laufenden Nummerierung der schnellen Minensuchboote wurde es als SM 29 ATAIR geführt.

Zu den Aufgaben der ATAIR gehörten Minensuch- und Räumübungen, die Ausbildung der Besatzung, Geschwaderfahrten sowie die Teilnahme an nationalen und multinationalen Manövern. Neben der mechanischen Minenräumung konnte das Boot mit seiner fernwirkenden Räumausrüstung auch gegen magnetisch und akustisch wirkende Minen eingesetzt werden.

In den frühen Dienstjahren gehörte die ATAIR zu den wenigen Booten der Schütze-Klasse, die zeitweise als Wachboot verwendet wurden. In dieser Phase konnte sie zusätzlich mit einem zweiten 40-mm-Geschütz ausgerüstet werden. Nach Beendigung dieser Verwendung erhielt sie wieder ihre reguläre Minensuchausrüstung.

Im Jahr 1966 erhielt die ATAIR eine Grundüberholung. Diese umfangreiche Instandsetzung trug dazu bei, dass das ursprünglich für eine deutlich kürzere Einsatzdauer vorgesehene Boot noch mehr als zwei weitere Jahrzehnte im Dienst bleiben konnte.

Wechsel zum 5. Minensuchgeschwader

Am 4. Oktober 1973 wechselte die ATAIR vom 3. zum 5. Minensuchgeschwader.

Damit gehörte sie zu den Booten, die den Bestand des in Olpenitz stationierten Geschwaders nach der frühen Außerdienststellung mehrerer anderer Einheiten verstärkten. Dort setzte die ATAIR ihre Aufgaben in der Minenabwehr, Ausbildung und Geschwaderarbeit fort.

Nach fast 27 Jahren im aktiven Dienst wurde die M 1067 ATAIR am 30. Juni 1988 außer Dienst gestellt.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die ATAIR zunächst nicht abgewrackt. Das ehemalige Minensuchboot blieb noch mehrere Jahre im Bereich der Marine aufgelegt.

Bildnachweise dokumentieren die ATAIR noch 1991 beziehungsweise 1992 gemeinsam mit einem weiteren ehemaligen schnellen Minensuchboot im Marinestützpunkt Neustadt in Holstein. Beide Boote standen zu diesem Zeitpunkt vor dem Verkauf.

Im Jahr 1992 wurde die ehemalige ATAIR nach Southampton in England verkauft.

Über die spätere Nutzung und den endgültigen Verbleib liegen derzeit keine ausreichend gesicherten Angaben vor. Deshalb wird weder eine zivile Verwendung noch ein Abbruchdatum als historische Tatsache übernommen.

Die ATAIR gehört damit zu den Booten der Schütze-Klasse, deren Weg nach dem Verkauf ins Ausland bislang nicht vollständig rekonstruiert werden konnte.

Technische Daten

Klasse: Schütze-Klasse, Klasse 341.29
Typ: Schnelles Minensuchboot
Kennung: M 1067
Name: ATAIR
Ursprüngliche Bezeichnung: SM 29

Bauwerft: Schlichting-Werft, Travemünde
Baunummer: 1295
Baubeginn: 23. Juni 1960
Stapellauf: 20. April 1961
Indienststellung: 27. September 1961
Außerdienststellung: 30. Juni 1988

Verbandszugehörigkeit:

  • ab 27. September 1961: 3. Minensuchgeschwader

  • ab 4. Oktober 1973: 5. Minensuchgeschwader

Besondere Verwendung: in den frühen Dienstjahren zeitweise Wachboot
Grundüberholung: 1966

Verdrängung: maximal etwa 266 t
Länge: 47,20 m
Breite: 7,00 m
Tiefgang: 2,20 m
Seitenhöhe: 4,32 m

Antrieb: zwei Maybach-16-Zylinder-Viertakt-Dieselmotoren
Gesamtleistung: etwa 4.400 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 20 kn
Fahrbereich: etwa 1.000 Seemeilen bei 18 kn
Treibstoffvorrat: etwa 31 m³

Bewaffnung: regulär ein 40-mm-L/70-Geschütz, während der Wachbootzeit zeitweise zwei 40-mm-Geschütze
Besatzung: etwa 31 Mann
Räumausrüstung: Räumgenerator mit etwa 900 PS

Späterer Verbleib: 1992 nach Southampton verkauft
Endgültiger Verbleib: ungeklärt