Kategorie: SM-Boot M1061 STIER

M 1061 STIER – Schnelles Minensuchboot und Minentaucherboot der Schütze-Klasse

Die M 1061 STIER gehörte zur zweiten Bauserie der Schütze-Klasse (Klasse 341), mit der die Bundesmarine Anfang der 1960er-Jahre ihre Minenabwehr modernisierte. Das Boot entstand auf der Werft Abeking & Rasmussen in Lemwerder (Baunummer 5226). Der Baubeginn erfolgte am 21. Mai 1958, der Stapellauf am 30. Oktober 1958 und die Indienststellung am 28. Juni 1961.

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Zu Beginn wurde die STIER dem 3. Minensuchgeschwader in Kiel zugeteilt. Wie alle Boote der zweiten Serie erhielt sie zunächst die taktische Kennung M 1092. Erst mit der bundeswehrweiten Neuordnung der Kennungen am 1. Mai 1964 erhielt sie ihre endgültige Bezeichnung M 1061. Dabei ist wichtig zu unterscheiden, dass die häufig genannte SM 3 lediglich eine interne Geschwadernummer war und keine taktische Kennung darstellte.

Bereits wenige Jahre nach der Indienststellung wurde die STIER für besondere Aufgaben herangezogen. Zwischen 1964 und 1970 diente sie als Sicherheitsboot bei Erprobungen der U-Boote der Klasse 205 sowohl für die Bundesmarine als auch für die norwegische Marine. Ab 1. September 1968 wurde sie zusätzlich als Versuchsschiff des Kommandos Truppenversuche der Marine eingesetzt und unterstützte damit die Erprobung neuer Verfahren und Ausrüstung.

Am 2. April 1970 begann ein völlig neuer Abschnitt ihrer Laufbahn. Die STIER wurde zum Minentaucherboot umgebaut und erhielt die Kennung Y 849. Mit diesem Umbau änderte sich ihr Aufgabenprofil grundlegend: Anstelle der klassischen Minensuche unterstützte sie fortan die Minentaucher der Bundesmarine bei Ausbildung, Übungen und Einsätzen. Damit war sie über viele Jahre die zentrale Plattform für den Minentauchdienst.

Als Y 849 blieb das Boot weitere 25 Jahre im Dienst und wurde erst am 31. März 1995 außer Dienst gestellt. Damit war die STIER die letzte noch aktive Einheit der Schütze-Klasse. Nach der Außerdienststellung wurde das Boot 1999 im dänischen Grenaa abgewrackt.

Technische Daten

  • Klasse: 341 (Schütze-Klasse)
  • Bauwerft: Abeking & Rasmussen, Lemwerder
  • Baunummer: 5226
  • Baubeginn: 21. Mai 1958
  • Stapellauf: 30. Oktober 1958
  • Indienststellung: 28. Juni 1961
  • Außerdienststellung: 31. März 1995
  • Länge: 47,2 m
  • Breite: 7,0 m
  • Tiefgang: 2,2 m
  • Verdrängung: ca. 266 t
  • Antrieb: 2 Maybach-Dieselmotoren mit insgesamt 4.400 PS
  • Geschwindigkeit: bis 20 kn
  • Besatzung: 31 Mann
  • Bewaffnung: 1 × 40-mm-Bofors L/70

Kennungen

  • M 1092 (1961–1964)
  • M 1061 (1964–1970)
  • Y 849 (1970–1995)

Geschwaderzugehörigkeit

    1. Minensuchgeschwader, Kiel
  • später Verwendung als Versuchsschiff
  • anschließend Minentaucherboot der Bundesmarine

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung im Jahr 1995 wurde die ehemalige Y 849 STIER 1999 im dänischen Grenaa verschrottet.


Von Kameraden. Für Kameraden.