Kategorie: SM-Boot M1060 SKORPION

M 1060 SKORPION – Schnelles Minensuchboot der Schütze-Klasse

Die M 1060 SKORPION gehörte zur Schütze-Klasse, Klasse 341, einer Serie schneller Minensuchboote der Bundesmarine. Die Boote waren für die Minenabwehr in den deutschen Küstengewässern sowie auf den wichtigen Seeverbindungen in Nord- und Ostsee vorgesehen.

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Der hölzerne Rumpf und die weitgehend amagnetische Bauweise verringerten die Gefahr, magnetisch wirkende Seeminen unbeabsichtigt auszulösen. Gleichzeitig verfügten die Boote über eine leistungsfähige Maschinenanlage und erreichten eine für Minensuchfahrzeuge vergleichsweise hohe Geschwindigkeit.

Gebaut wurde die SKORPION bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder unter der Baunummer 5243. Der Bauauftrag wurde 1961 erteilt. Der Baubeginn erfolgte am 11. Oktober 1962, der Stapellauf am 21. Mai 1963.

Am 19. Oktober 1963 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt und zunächst dem 3. Minensuchgeschwader zugeteilt. Bei der Indienststellung führte es die Kennung M 1257 und wurde innerhalb der laufenden Nummerierung der schnellen Minensuchboote als SM 20 bezeichnet.

Bereits am 1. Mai 1964 erhielt das Boot die neue Kennung M 1068. Am 1. Januar 1968 erfolgte ein weiterer Kennungswechsel auf M 1060, unter der die SKORPION bis zum Ende ihrer aktiven Dienstzeit bekannt blieb.

Zu ihren Aufgaben gehörten die Suche und Räumung von Seeminen, die Ausbildung der Besatzung, Geschwaderfahrten sowie die Teilnahme an nationalen und multinationalen Manövern. Dafür standen mechanische und fernwirkende Räumgeräte zur Verfügung. Ein eigener Räumgenerator mit einer Leistung von 900 PS versorgte die elektromagnetische Räumausrüstung.

Im Jahr 1967 erhielt die SKORPION eine Grundüberholung. Dadurch konnte ihre Einsatzfähigkeit für viele weitere Jahre erhalten werden.

Am 19. November 1973 wechselte das Boot vom 3. zum 1. Minensuchgeschwader. Dort setzte es seine Aufgaben in der Minenabwehr und Ausbildung fort. Die SKORPION gehörte damit zu den Booten der Schütze-Klasse, die während ihrer Dienstzeit in mehreren Minensuchgeschwadern eingesetzt wurden.

Nach mehr als 26 Jahren im Dienst wurde die M 1060 SKORPION am 10. Mai 1990 außer Dienst gestellt.

Kennungsfolge

Die SKORPION führte während ihrer Dienstzeit folgende Kennungen:

  • ab 19. Oktober 1963: M 1257 / SM 20

  • ab 1. Mai 1964: M 1068

  • ab 1. Januar 1968: M 1060

Diese Kennungswechsel sind besonders wichtig, da die Kennung M 1068 später dauerhaft von der ALGOL geführt wurde. Für die historische Zuordnung muss deshalb immer auch der jeweilige Zeitraum berücksichtigt werden.

Verbleib

Nach der Außerdienststellung wurde die SKORPION nicht unmittelbar abgewrackt. Ab 1991 ist das ehemalige Minensuchboot unter dem Namen MARIE-ATALANTE als Wohnboot im niederländischen Harlingen dokumentiert.

Damit begann eine lange zivile Nachnutzung des früheren Bundesmarinebootes. Auch Jahrzehnte nach dem Ende seiner aktiven Dienstzeit blieb der charakteristische Holzrumpf der Schütze-Klasse erhalten.

Für das Jahr 2017 wird die ehemalige SKORPION noch als vorhanden geführt. Über ihren heutigen Zustand und ihren aktuellen Liegeplatz liegen jedoch keine ausreichend gesicherten neueren Angaben vor. Deshalb wird ein endgültiger Verbleib derzeit nicht angegeben.

Die SKORPION zählt damit zu den Booten der Schütze-Klasse, die nach ihrer militärischen Nutzung noch über viele Jahre als Wohn- oder Privatschiff erhalten blieben.

Technische Daten

Klasse: Schütze-Klasse, Klasse 341.20
Typ: Schnelles Minensuchboot
Name: SKORPION
Letzte Kennung: M 1060
Frühere Kennungen: M 1257 / SM 20, M 1068

Bauwerft: Abeking & Rasmussen, Lemwerder
Baunummer: 5243
Bauauftrag: 1961
Baubeginn: 11. Oktober 1962
Stapellauf: 21. Mai 1963
Indienststellung: 19. Oktober 1963
Außerdienststellung: 10. Mai 1990

Verbandszugehörigkeit:

  • ab 1963: 3. Minensuchgeschwader

  • ab 19. November 1973: 1. Minensuchgeschwader

Grundüberholung: 1967

Verdrängung: maximal etwa 266 t
Länge: 47,20 m
Breite: 7,00 m
Tiefgang: 2,20 m

Antrieb: zwei Maybach-16-Zylinder-Viertakt-Dieselmotoren
Gesamtleistung: etwa 4.400 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 20 kn
Fahrbereich: etwa 1.000 Seemeilen bei 18 kn

Bewaffnung: ein 40-mm-L/70-Geschütz
Besatzung: etwa 31 Mann
Räumausrüstung: Räumgenerator mit 900 PS

Spätere Verwendung: ab 1991 Wohnboot MARIE-ATALANTE in Harlingen
Letzter gesicherter Nachweis: 2017 noch vorhanden