Kategorie: P6153 S53 PELIKAN

Schnellboot S53 PELIKAN (P6153)

Geschichte

Die Pelikan (S53) war ein Flugkörperschnellboot der Klasse 148 (Tiger-Klasse).
Sie gehörte zur zweiten Gruppe dieser Bootsklasse und wurde dem
5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz zugeteilt. Die Pelikan wurde am 24. September 1974 in Dienst gestellt.

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Mit der Tiger-Klasse erhielt die Schnellbootwaffe der Bundesmarine eine moderne Generation von Flugkörperschnellbooten. Im Mittelpunkt stand nicht mehr der klassische Torpedoangriff, sondern der Einsatz des Seezielflugkörpers MM38 Exocet. Die Boote waren für schnelle Angriffe gegen gegnerische Überwassereinheiten, Seeraumüberwachung und Kampfführung in Nord- und Ostsee vorgesehen.

Die Pelikan gehörte während ihrer deutschen Dienstzeit zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz. Gemeinsam mit den Booten S51 Häher, S52 Storch, S54 Elster, S55 Alk, S56 Dommel, S57 Weihe, S58 Pinguin, S59 Reiher und S60 Kranich bildete sie den 148er-Bestand dieses Geschwaders.

Am 4. Juni 1998 wurde die Pelikan bei der Deutschen Marine außer Dienst gestellt. Anschließend wurde sie nach Chile abgegeben.

Aufgabe und Besonderheiten

Die Pelikan war als Flugkörperschnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihre Stärke lag in hoher Geschwindigkeit, kleiner Silhouette, kurzer Reaktionszeit und der Fähigkeit, mit Exocet-Flugkörpern Ziele auf größere Entfernung zu bekämpfen.

Eine sichtbare Besonderheit der Klasse 148 waren spätere Nachrüstungen im Bereich der Feuerleitung, Täuschkörperausstattung und elektronischen Kampfführung. Einige Boote erhielten die EloKa-Anlage OCTOPUS, die besonders im Mastbereich erkennbar war. Dadurch konnten sich Boote derselben Klasse je nach Zeitraum äußerlich unterscheiden. Für diese Beschreibung wird OCTOPUS als wichtige spätere Nachrüstung der Tiger-Klasse erwähnt, ohne jeden einzelnen Bauzustand gesondert darzustellen.

Technische Daten

Klasse: 148, Tiger-Klasse
Typ: Flugkörperschnellboot
Kennung: S53 / P6153
Indienststellung: 24. September 1974
Außerdienststellung: 4. Juni 1998

Länge: ca. 47 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2,1–2,7 m
Verdrängung: ca. 265 t
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren
Leistung: ca. 14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 38 kn
Besatzung: etwa 30 Soldaten

Bewaffnung:

4 × MM38 Exocet-Seezielflugkörper
1 × 76-mm-OTO-Melara-Geschütz
1 × 40-mm-Bofors L/70
Minenlegevorrichtung optional

Geschwaderzugehörigkeit

Die Pelikan gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz.

Eine spätere Zugehörigkeit zu einem anderen deutschen Schnellbootgeschwader ist für die Pelikan nicht anzusetzen, da sie am 4. Juni 1998 außer Dienst gestellt und anschließend nach Chile abgegeben wurde.

Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DRBM. In älteren Übersichten erscheint außerdem das frühere Rufzeichen DSKM.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Pelikan nach Chile abgegeben. In mehreren Übersichten wird sie dort nicht als aktiv weitergeführtes Kampfboot, sondern als Ersatzteilträger genannt. Weitere spätere Angaben sollten nur übernommen werden, wenn sie eindeutig belegbar sind.

Von Kameraden für Kameraden

Die Pelikan gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders in Olpenitz und steht damit für die zweite Gruppe der Tiger-Klasse. Mit ihr wurde die Schnellbootwaffe des 5. Geschwaders endgültig in die Zeit moderner Flugkörpertechnik geführt.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Pelikan hohe Fahrt, enge Räume, starke Maschinen und ein hohes Maß an Vertrauen innerhalb der Besatzung. Als Boot des 5. Schnellbootgeschwaders erinnert sie an die Olpenitzer Schnellbootzeit, an Manöver in Nord- und Ostsee und an Kameradschaft auf engem Raum – von Kameraden für Kameraden.