Kategorie: P6149 S49 WOLF

Schnellboot S49 WOLF (P6149)

Geschichte

Die Wolf (S49) war ein Flugkörperschnellboot der Klasse 148 (Tiger-Klasse). Sie gehörte zur ersten Gruppe dieser Bootsklasse und wurde dem 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg zugeteilt. Die Wolf wurde am 26. Februar 1974 in Dienst gestellt.

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Mit der Tiger-Klasse erhielt die Schnellbootwaffe der Bundesmarine eine moderne Generation von Flugkörperschnellbooten. Die Boote ersetzten nach und nach ältere Torpedoschnellboote und waren mit dem Seezielflugkörper MM38 Exocet ausgerüstet. Dadurch konnten gegnerische Überwassereinheiten auf größere Entfernung bekämpft werden als mit den früheren Torpedobooten.

Die Wolf gehörte während ihrer deutschen Dienstzeit zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg. Gemeinsam mit den Booten Tiger, Iltis, Luchs, Marder, Leopard, Fuchs, Jaguar, Löwe und Panther bildete sie den 148er-Bestand dieses Geschwaders.

Am 27. August 1997 wurde die Wolf bei der Deutschen Marine außer Dienst gestellt. Damit wechselte sie nicht mehr zum 5. Schnellbootgeschwader, sondern schied bereits vor der späteren Auflösung des 3. Schnellbootgeschwaders aus dem deutschen Dienst aus.

Aufgabe und Besonderheiten

Die Wolf war als Flugkörperschnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihre Stärke lag in hoher Geschwindigkeit, kleiner Silhouette, kurzer Reaktionszeit und der Fähigkeit, mit Exocet-Flugkörpern Ziele auf größere Entfernung zu bekämpfen.

Eine sichtbare Besonderheit der Klasse 148 waren spätere Nachrüstungen im Bereich der Feuerleitung und elektronischen Kampfführung. Einige Boote erhielten die EloKa-Anlage OCTOPUS, die besonders im Mastbereich erkennbar war. Dadurch konnten sich Boote derselben Klasse je nach Zeitraum äußerlich unterscheiden. Für diese Beschreibung wird OCTOPUS als wichtige spätere Nachrüstung der Tiger-Klasse erwähnt, ohne jeden einzelnen Bauzustand gesondert darzustellen.

Bei der Wolf ist besonders interessant, dass sie in einer Darstellung nach der Umrüstung auf die Feuerleitanlage Castor ausdrücklich ohne EloKa OCTOPUS gezeigt wird, während im Hintergrund die Panther mit Castor und OCTOPUS dargestellt ist. Für unsere Beschreibung reicht dieser Hinweis als Beispiel für die unterschiedlichen Ausrüstungsstände innerhalb der Klasse.

Technische Daten

Klasse: 148, Tiger-Klasse
Typ: Flugkörperschnellboot
Kennung: S49 / P6149
Indienststellung: 26. Februar 1974
Außerdienststellung: 27. August 1997

Länge: ca. 47 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2,7 m
Verdrängung: ca. 265 t
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren
Leistung: ca. 14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 38 kn
Besatzung: etwa 30 Soldaten

Bewaffnung:

4 × MM38 Exocet-Seezielflugkörper
1 × 76-mm-OTO-Melara-Geschütz
1 × 40-mm-Bofors L/70
Minenlegevorrichtung optional

Geschwaderzugehörigkeit

Die Wolf gehörte zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg.

Eine spätere Zugehörigkeit zum 5. Schnellbootgeschwader ist für die Wolf nicht anzusetzen, da sie bereits am 27. August 1997 außer Dienst gestellt wurde.

Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DRBI.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Wolf an Chile verkauft und dort als Guardia Marina Riquelme / Guardiamarina Riquelme (LM-36) weitergeführt. Der Förderverein Museums-Schnellboot nennt den Verkauf an Chile; andere Übersichten führen zusätzlich die chilenische Bezeichnung Riquelme (LM-36).

Von Kameraden für Kameraden

Die Wolf gehörte zu den 148er-Booten des 3. Schnellbootgeschwaders in Flensburg und steht für die Zeit, in der die Schnellbootwaffe der Bundesmarine mit modernen Flugkörperschnellbooten in Nord- und Ostsee präsent war.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Wolf hohe Fahrt, moderne Waffen- und Feuerleittechnik, enge Räume und das Vertrauen in den Mann neben sich. Als Boot der Tiger-Klasse erinnert sie an eine Generation von Schnellbootfahrern, die den Wandel vom klassischen Torpedoschnellboot zum Flugkörperboot erlebt und getragen haben – von Kameraden für Kameraden.