Kategorie: S 184 U-Boot 34
S 184 U-Boot 34 – U-Boot der Klasse 212A
Das U-Boot U 34 mit der militärischen Kennung S 184 ist die vierte Einheit der Klasse 212A der Deutschen Marine. Es bildet gemeinsam mit U 31, U 32 und U 33 das erste Baulos dieser modernen, außenluftunabhängig angetriebenen U-Boot-Klasse.
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U 34 wurde im deutschen U-Boot-Werftenverbund gebaut. An der Fertigung waren die Nordseewerke in Emden und die Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel beteiligt. Nach Abschluss der Bau- und Erprobungsphase wurde das Boot am 3. Mai 2007 für die Deutsche Marine in Dienst gestellt.
Dienst im 1. Ubootgeschwader
Seit seiner Indienststellung gehört U 34 zum 1. Ubootgeschwader. Sein Heimathafen ist Eckernförde, wo die deutschen U-Boote der Klasse 212A, das Ausbildungszentrum Uboote und weitere Einrichtungen der U-Boot-Waffe zusammengefasst sind.
Zu den Aufgaben von U 34 gehören die verdeckte Aufklärung, die Überwachung von Seegebieten sowie die Bekämpfung gegnerischer Überwasserschiffe und U-Boote.
Durch seine geringe akustische, magnetische und thermische Signatur kann das Boot auch in überwachten Seegebieten operieren. Seine Bauweise erlaubt sowohl Einsätze in flachen Küstengewässern als auch Unternehmungen in größeren Seegebieten.
Außenluftunabhängiger Antrieb
U 34 verfügt über einen kombinierten dieselelektrischen und außenluftunabhängigen Antrieb. Neben Dieselmotor, Generator, Fahrbatterie und Elektromotor besitzt das Boot eine Brennstoffzellenanlage.
In den Brennstoffzellen reagieren mitgeführter Wasserstoff und Sauerstoff miteinander. Dabei wird elektrische Energie erzeugt, während als Reaktionsprodukt im Wesentlichen Wasser entsteht.
Für den Betrieb der Brennstoffzellen muss keine Außenluft angesaugt werden. U 34 kann deshalb über längere Zeit vollständig getaucht bleiben, ohne zum Laden seiner Batterien regelmäßig in Schnorcheltiefe gehen zu müssen.
Da die Brennstoffzellen nahezu geräuschlos arbeiten, ist das Boot während der außenluftunabhängigen Fahrt nur schwer zu orten.
Erster NATO-Einsatz eines Bootes der Klasse 212A
Am 22. Januar 2009 verließ U 34 seinen Heimathafen Eckernförde zu einer mehrmonatigen Unternehmung ins Mittelmeer. Dort beteiligte sich das Boot an der NATO-Operation Active Endeavour.
Diese Operation war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet worden. Ihr Auftrag bestand darin, den Schiffsverkehr im Mittelmeer zu überwachen und Hinweise auf terroristische Aktivitäten sowie den illegalen Transport von Waffen oder anderem verdächtigen Material zu gewinnen.
U 34 sollte dabei seine besonderen Fähigkeiten als verdeckt operierende Aufklärungsplattform einsetzen. Mithilfe seiner Sonaranlagen konnte das Boot Schiffsbewegungen über größere Entfernungen erfassen und beobachten, ohne selbst erkannt zu werden.
Die Unternehmung umfasste rund 10.000 Seemeilen und war für etwa fünf Monate vorgesehen. U 34 war damit das erste Boot der Klasse 212A, das an einem NATO-Einsatz teilnahm.
Der Einsatz zeigte, dass die ursprünglich auch für flache Küstengewässer entwickelten Boote der Klasse 212A über längere Zeit in weiter entfernten Seegebieten operieren konnten.
Verdeckte Aufklärung
Die wichtigste Fähigkeit von U 34 liegt im unbemerkten Sammeln von Informationen. Das Boot kann in einem Seegebiet über längere Zeit verborgen bleiben, Kontakte verfolgen und aus den aufgenommenen Geräuschen ein maritimes Lagebild erstellen.
Dazu verfügt U 34 über mehrere aktive und passive Sonarsysteme. Bei der passiven Ortung sendet das Boot keine eigenen Schallimpulse aus. Stattdessen werden die Geräusche anderer Schiffe und U-Boote aufgenommen, ausgewertet und bestimmten Kontakten zugeordnet.
Die verschiedenen Informationen laufen in der Zentrale zusammen. Dort werden Navigation, Tiefensteuerung, Sonarlage, elektronische Aufklärung und Waffeneinsatz koordiniert.
Die niedrige Geräuschentwicklung macht U 34 zugleich zu einem anspruchsvollen Übungsgegner für Überwasserschiffe, Hubschrauber, Seefernaufklärer und andere U-Boote.
Magnetischer Eigenschutz
Der Bootskörper von U 34 besteht überwiegend aus amagnetischem Stahl. Dadurch besitzt das Boot bereits konstruktionsbedingt eine vergleichsweise geringe magnetische Signatur.
Magnetische Bauteile wie der Dieselmotor und der Generator erzeugen dennoch ein messbares Magnetfeld. Deshalb kann U 34 im Erdmagnetsimulator der Wehrtechnischen Dienststelle 71 vermessen und behandelt werden.
Dabei wird die magnetische Signatur des Bootes verringert und an das vorgesehene Einsatzgebiet angepasst. Dies erschwert die Ortung durch magnetische Sensoren und verringert zugleich die Gefahr, eine auf Magnetfelder reagierende Seemine auszulösen.
Ausbildungsfahrt mit der Verteidigungsministerin
Am 15. Juni 2021 besuchte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer das 1. Ubootgeschwader in Eckernförde und nahm an einer Tauchfahrt mit U 34 teil.
Die Ausbildungsfahrt folgte einem vorbereiteten Übungsszenario. Dabei wurden insbesondere die Fähigkeiten des Bootes zum Sammeln von Informationen und zum Aufbau eines maritimen Lagebildes mithilfe seiner weitreichenden Sonaranlagen demonstriert.
Der Besuch verdeutlichte zugleich, dass U 34 weiterhin aktiv für Ausbildung, Übungen und die Darstellung der Einsatzfähigkeiten der deutschen U-Boot-Waffe genutzt wurde.
Bewaffnung
U 34 besitzt sechs Torpedorohre mit einem Durchmesser von 533 Millimetern.
Die Hauptbewaffnung besteht aus drahtgelenkten Schwergewichtstorpedos des Typs DM2A4 Seehecht. Diese können sowohl gegen Überwasserschiffe als auch gegen U-Boote eingesetzt werden.
Nach dem Abschuss bleibt der Torpedo zunächst über einen Lichtwellenleiter mit dem U-Boot verbunden. Dadurch können aktuelle Zieldaten übertragen und Kursänderungen vorgenommen werden.
Neben dem Unterwasserkampf kann U 34 Personal und besondere Ausrüstung zur Unterstützung von Spezialkräften mitführen. Das Boot eignet sich damit auch für die verdeckte Annäherung und das unbemerkte Absetzen von Kampfschwimmern.
Besatzung
Die reguläre Besatzungsstärke beträgt etwa 28 Soldatinnen und Soldaten. Für besondere Aufträge oder Ausbildungsabschnitte kann zusätzliches Personal eingeschifft werden.
Die Boote der Klasse 212A werden nach einem Mehrbesatzungskonzept betrieben. Besatzungen können deshalb zeitweise auf unterschiedlichen Booten derselben Klasse eingesetzt werden. Das ermöglicht eine flexiblere Verbindung von Ausbildungs-, Einsatz- und Instandhaltungsphasen.
Trotz der gegenüber den früheren Küsten-U-Booten größeren Abmessungen bleiben die räumlichen Verhältnisse an Bord eng. Arbeitsplätze, Unterkünfte, Kombüse und technische Anlagen liegen dicht beieinander.
Der Dienst unter Wasser verlangt deshalb neben fachlichem Können vor allem Disziplin, gegenseitige Rücksichtnahme und uneingeschränktes Vertrauen innerhalb der Besatzung.
Modernisierung und weiterer Dienst
U 34 gehört weiterhin zum Bestand der Deutschen Marine. Die sechs deutschen Boote der Klasse 212A sollen technisch modernisiert und langfristig weiterbetrieben werden.
Die vorgesehenen Maßnahmen betreffen unter anderem die technischen Anlagen, die Sensorik, die Führungs- und Waffensysteme sowie die Ersatzteilversorgung und Instandhaltung.
Auch nach dem Zulauf der neuen deutsch-norwegischen U-Boote der Klasse 212CD soll die Klasse 212A zunächst weiter genutzt werden. U 34 bleibt damit ein Bestandteil der deutschen Fähigkeiten zur Unterwasserkriegführung und verdeckten maritimen Aufklärung.
Von Kameraden für Kameraden
Der Mittelmeereinsatz von U 34 stellte nicht nur die Leistungsfähigkeit der neuen Technik unter Beweis. Eine monatelange Unternehmung verlangt vor allem der Besatzung viel ab.
Auf einem U-Boot leben und arbeiten alle Kameraden über lange Zeit auf engstem Raum. Tageslicht, private Rückzugsmöglichkeiten und regelmäßiger Kontakt nach Hause sind nur eingeschränkt vorhanden.
Jeder an Bord trägt Verantwortung für die Sicherheit des gesamten Bootes. Navigation, Sonar, Schiffstechnik, Waffenanlagen und Versorgung müssen zuverlässig zusammenwirken.
U 34 steht deshalb nicht allein für Brennstoffzellenantrieb, moderne Sonaranlagen und Torpedobewaffnung. Das Boot steht vor allem für die Besatzungen, die seine Fähigkeiten seit 2007 bei Ausbildung, Übungen und im NATO-Einsatz unter Beweis gestellt haben.
Technische Daten
Bootstyp: konventionelles Jagd-U-Boot mit außenluftunabhängigem Antrieb
Klasse: 212A
Baulos: erstes Baulos
Name: U 34
Kennung: S 184
Indienststellung: 3. Mai 2007
Verbandszugehörigkeit: 1. Ubootgeschwader
Heimathafen: Eckernförde
Status: aktive Einheit der Deutschen Marine
Länge: etwa 56 Meter
Breite: etwa 7 Meter
Tiefgang aufgetaucht: etwa 6 Meter
Höhe: etwa 11,5 Meter
Verdrängung aufgetaucht: etwa 1.450 Tonnen
Verdrängung getaucht: etwa 1.830 Tonnen
Antrieb: dieselelektrisch mit außenluftunabhängiger Brennstoffzellenanlage
Dieselmotor: ein Dieselmotor
Fahrmotor: ein Elektromotor
Brennstoffzellenanlage: eine Anlage mit mehreren Brennstoffzellenmodulen
Propeller: einer
Gesamtleistung: etwa 3.100 Kilowatt beziehungsweise 4.200 PS
Höchstgeschwindigkeit über Wasser: etwa 12 Knoten
Höchstgeschwindigkeit getaucht: etwa 20 Knoten
Operative Tauchtiefe: nicht öffentlich bekannt
Besatzung: etwa 28 Soldatinnen und Soldaten
Torpedorohre: sechs Rohre mit 533 Millimeter Durchmesser
Hauptbewaffnung: Schwergewichtstorpedos DM2A4 Seehecht
Sonaranlagen:
Bugsonar DSQS-21G
Seitensonar FAS 3-1
passives Entfernungsmesssonar PRS 3-15
Schleppsonar TAS 83 beziehungsweise DTA 50
Minenmeidesonare
Weitere Ausrüstung: Sehrohr- und Optroniksysteme, elektronische Aufklärung, Navigationsradar sowie Einrichtungen zur Unterstützung von Spezialkräften
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