Kategorie: S 182 U-Boot 32

S 182 U-Boot 32 – U-Boot der Klasse 212A

Das U-Boot U 32 mit der militärischen Kennung S 182 ist die zweite Einheit der Klasse 212A der Deutschen Marine. Das Boot gehört zum ersten Baulos der Klasse und verbindet einen dieselelektrischen Antrieb mit einer außenluftunabhängigen Brennstoffzellenanlage.

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U 32 wurde im deutschen U-Boot-Werftenverbund gebaut. An der Fertigung waren die Nordseewerke in Emden und die Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel beteiligt. Die Kiellegung erfolgte am 11. Juli 2000, der Stapellauf am 4. Dezember 2003.

Nach Abschluss der Bau- und Erprobungsphase wurde U 32 am 19. Oktober 2005 gemeinsam mit seinem Schwesterboot U 31 in Eckernförde in Dienst gestellt.

Dienst im 1. Ubootgeschwader

U 32 gehört seit seiner Indienststellung zum 1. Ubootgeschwader. Der Heimathafen des Bootes ist Eckernförde.

Das 1. Ubootgeschwader umfasst die sechs deutschen U-Boote der Klasse 212A. Zu ihren Hauptaufgaben gehören die verdeckte Aufklärung, das Sammeln maritimer Informationen sowie die Bekämpfung gegnerischer Überwasser- und Unterwasserziele.

U 32 ist sowohl für Einsätze in flachen Küstengewässern als auch für Operationen in größeren Seegebieten ausgelegt. Das Boot kann daher in der Ostsee und Nordsee ebenso eingesetzt werden wie im Nordatlantik oder in anderen Operationsräumen.

Außenluftunabhängiger Antrieb

Ein wesentliches Merkmal von U 32 ist die außenluftunabhängige Brennstoffzellenanlage. Sie ermöglicht dem Boot längere Tauchfahrten, ohne regelmäßig in Schnorcheltiefe gehen und den Dieselmotor zum Laden der Batterien betreiben zu müssen.

In den Brennstoffzellen reagieren mitgeführter Wasserstoff und Sauerstoff miteinander. Dabei wird elektrische Energie erzeugt, während als Reaktionsprodukt im Wesentlichen Wasser entsteht.

Da die Brennstoffzellen nahezu geräuschlos arbeiten, kann sich U 32 über längere Zeit nur schwer ortbar unter Wasser bewegen. Die Kombination aus Brennstoffzellenanlage, Fahrbatterie und Elektromotor gilt als einer der entscheidenden technischen Fortschritte der Klasse 212A.

Verdeckte Aufklärung und Unterwasserkampf

Zu den Hauptaufgaben von U 32 gehören die verdeckte Überwachung von Seegebieten und die Erstellung eines maritimen Lagebildes.

Das Boot verfügt über weitreichende passive und aktive Sonarsysteme. Bei der passiven Ortung nimmt die Besatzung die Geräusche anderer Schiffe und U-Boote auf, ohne selbst Ortungsimpulse auszusenden. Dadurch kann U 32 Kontakte beobachten und verfolgen, ohne seine eigene Position unmittelbar preiszugeben.

Die verschiedenen Sensorinformationen werden in der Operationszentrale zusammengeführt. Dort erstellt die Besatzung ein Lagebild, klassifiziert Kontakte und bereitet gegebenenfalls den Waffeneinsatz vor.

Neben der Aufklärung kann U 32 gegnerische Überwasserschiffe und U-Boote bekämpfen. Aufgrund seiner niedrigen akustischen, magnetischen und thermischen Signatur ist das Boot selbst für moderne U-Boot-Jagdverbände nur schwer aufzuspüren.

Westlant Deployment 2013

Eine der bedeutendsten Unternehmungen von U 32 war das Westlant Deployment 2013. Dabei hielt sich erstmals ein deutsches U-Boot der Klasse 212A für rund ein halbes Jahr in den Vereinigten Staaten auf.

U 32 wurde von den deutschen Unterstützungsschiffen Main und Planet begleitet. Ziel der Fahrt war es, die Zusammenarbeit mit der US Navy zu vertiefen und gemeinsame Verfahren bei der U-Boot-Jagd und im Unterwasserkampf zu erproben.

Während des Aufenthalts nahm U 32 an umfangreichen Übungen mit amerikanischen Überwasserschiffen, U-Booten und Marinefliegern teil. Das deutsche Boot wurde sowohl als Übungsgegner eingesetzt als auch in gemeinsame taktische Szenarien eingebunden.

Für die US Navy war U 32 von besonderem Interesse. Die amerikanischen Seestreitkräfte betreiben ausschließlich atomgetriebene U-Boote und verfügen nicht über ein eigenes kleines, konventionell angetriebenes Boot mit vergleichbaren Fähigkeiten für den Einsatz in flachen Küstengewässern.

Die niedrige Geräuschentwicklung und der außenluftunabhängige Antrieb machten U 32 deshalb zu einem anspruchsvollen Übungsgegner. Das Westlant Deployment trug wesentlich dazu bei, gemeinsame Verfahren und die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Marine und der US Navy weiterzuentwickeln.

Langstreckenfähigkeit

Das Westlant Deployment zeigte zugleich, dass die Klasse 212A nicht auf den küstennahen Einsatz in Nord- und Ostsee beschränkt ist.

Obwohl U 32 deutlich kleiner als ein amerikanisches Atom-U-Boot ist, konnte das Boot über mehrere Monate im Westatlantik operieren. Für längere Verlegungen benötigt es jedoch Unterstützung durch Tender, Versorgungsschiffe oder geeignete Marinestützpunkte.

Die Fahrt bestätigte die Fähigkeit der Klasse, auch weit außerhalb der deutschen Heimatgewässer an multinationalen Übungen teilzunehmen und dabei ihre besonderen Vorteile als leises konventionelles U-Boot einzubringen.

Bewaffnung

U 32 verfügt über sechs Torpedorohre mit einem Durchmesser von 533 Millimetern.

Die Hauptbewaffnung besteht aus drahtgelenkten Schwergewichtstorpedos des Typs DM2A4 Seehecht. Sie können sowohl gegen Überwasserschiffe als auch gegen U-Boote eingesetzt werden.

Nach dem Abschuss bleibt der Torpedo zunächst über einen Lichtwellenleiter mit dem U-Boot verbunden. Dadurch können Zieldaten während des Anlaufs aktualisiert und Kursänderungen übermittelt werden.

U 32 kann außerdem Personal und besondere Ausrüstung zur Unterstützung von Spezialkräften mitführen. Das Boot eignet sich damit zur verdeckten Annäherung und zum unbemerkten Absetzen von Kampfschwimmern.

Besatzung

Die reguläre Besatzung umfasst etwa 28 Soldatinnen und Soldaten. Bei besonderen Aufträgen kann zusätzliches Personal eingeschifft werden.

Trotz der gegenüber der Klasse 206 deutlich größeren Abmessungen bleiben die räumlichen Verhältnisse an Bord eng. Arbeitsplätze, Unterkünfte, Kombüse und technische Anlagen liegen dicht beieinander.

Der Bordbetrieb erfolgt im Wachsystem. Während ein Teil der Besatzung das Boot führt und überwacht, ruht der andere Teil oder führt Wartungsarbeiten durch.

Die Klasse 212A wird nach einem Mehrbesatzungskonzept betrieben. Dadurch können unterschiedliche Besatzungen auf mehreren Booten derselben Klasse eingesetzt werden. Besatzung und Plattform sind somit nicht in jedem Fall dauerhaft fest miteinander verbunden.

Modernisierung und weitere Nutzung

U 32 gehört weiterhin zum aktiven Bestand der Deutschen Marine. Gemeinsam mit den fünf Schwesterbooten soll es umfassend modernisiert und noch über viele Jahre genutzt werden.

Die vorgesehenen Arbeiten betreffen unter anderem technische Anlagen, Sensoren, Führungs- und Waffensysteme sowie die langfristige Ersatzteilversorgung und Instandhaltung.

Die Klasse 212A soll auch nach dem Zulauf der neuen deutsch-norwegischen U-Boote der Klasse 212CD weiterbetrieben werden. U 32 bleibt damit ein wichtiger Bestandteil der deutschen Fähigkeiten zur Unterwasserkriegführung und verdeckten maritimen Aufklärung.

Von Kameraden für Kameraden

Das Westlant Deployment von U 32 zeigte nicht nur die technischen Fähigkeiten des Bootes. Eine sechsmonatige Unternehmung fern des Heimathafens stellt vor allem hohe Anforderungen an die Besatzung.

Auf einem U-Boot lebt und arbeitet die gesamte Besatzung über lange Zeit auf engem Raum. Rückzugsmöglichkeiten sind begrenzt, und jeder Kamerad trägt Verantwortung für die Sicherheit des Bootes.

Gerade bei langen Tauchfahrten und anspruchsvollen Übungen müssen alle Bereiche zuverlässig zusammenarbeiten. Navigation, Sonar, Schiffstechnik, Waffenanlagen und Versorgung bilden eine Einheit, bei der kein Teil für sich allein bestehen kann.

U 32 steht deshalb nicht nur für Brennstoffzellentechnik und moderne Unterwasserkriegführung. Das Boot steht ebenso für die Besatzungen, die seine Fähigkeiten auf langen Unternehmungen unter Beweis gestellt und die Zusammenarbeit mit verbündeten Marinen weiterentwickelt haben.

Technische Daten

Bootstyp: konventionelles Jagd-U-Boot mit außenluftunabhängigem Antrieb
Klasse: 212A
Baulos: erstes Baulos
Name: U 32
Kennung: S 182
Kiellegung: 11. Juli 2000
Stapellauf: 4. Dezember 2003
Indienststellung: 19. Oktober 2005
Verbandszugehörigkeit: 1. Ubootgeschwader
Heimathafen: Eckernförde
Status: aktive Einheit der Deutschen Marine

Länge: 56 Meter
Breite: 7 Meter
Tiefgang aufgetaucht: 6 Meter
Höhe: 11,5 Meter
Verdrängung aufgetaucht: etwa 1.450 Tonnen
Verdrängung getaucht: etwa 1.830 Tonnen

Antrieb: hybrid dieselelektrisch mit Brennstoffzellenanlage
Dieselmotor: ein Dieselmotor
Fahrmotor: ein Elektromotor
Brennstoffzellenanlage: eine Anlage mit mehreren Brennstoffzellenmodulen
Propeller: einer
Gesamtleistung: etwa 3.100 Kilowatt beziehungsweise 4.200 PS
Höchstgeschwindigkeit über Wasser: etwa 12 Knoten
Höchstgeschwindigkeit getaucht: etwa 20 Knoten
Operative Tauchtiefe: nicht öffentlich bekannt

Besatzung: etwa 28 Soldatinnen und Soldaten
Torpedorohre: sechs Rohre mit 533 Millimeter Durchmesser
Hauptbewaffnung: Schwergewichtstorpedos DM2A4 Seehecht

Sonaranlagen:
Bugsonar DSQS-21G
Seitensonar FAS 3-1
passives Entfernungsmesssonar PRS 3-15
Schleppsonar TAS 83 beziehungsweise DTA 50
Minenmeidesonare

Weitere Ausrüstung: Sehrohr- und Optroniksysteme, elektronische Aufklärung, Navigationsradar sowie Einrichtungen zur Unterstützung von Spezialkräften