Kategorie: P6156 S56 DOMMEL

Schnellboot S56 DOMMEL (P6156)

Geschichte

Die Dommel (S56) war ein Flugkörperschnellboot der Klasse 148 (Tiger-Klasse).

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Sie gehörte zur zweiten Gruppe dieser Bootsklasse und wurde dem 
5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz zugeteilt. Die Dommel wurde am
12. Februar 1975 in Dienst gestellt.

Mit der Tiger-Klasse erhielt die Schnellbootwaffe der Bundesmarine eine moderne Generation von Flugkörperschnellbooten. Im Mittelpunkt stand nicht mehr der klassische Torpedoangriff, sondern der Einsatz von vier Seezielflugkörpern MM38 Exocet, ergänzt durch Artillerie und die Möglichkeit zum Minenlegen. Die Boote waren für Überwachung und Kampfführung in Nord- und Ostsee vorgesehen.

Die Dommel gehörte während ihrer deutschen Dienstzeit zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz. Gemeinsam mit den Booten S51 Häher, S52 Storch, S53 Pelikan, S54 Elster, S55 Alk, S57 Weihe, S58 Pinguin, S59 Reiher und S60 Kranich bildete sie den 148er-Bestand dieses Geschwaders.

Am 16. Dezember 2002 wurde die Dommel bei der Deutschen Marine außer Dienst gestellt. Sie gehörte damit zu den letzten Booten der Tiger-Klasse im deutschen Dienst.

Aufgabe und Besonderheiten

Die Dommel war als Flugkörperschnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihre Stärke lag in hoher Geschwindigkeit, kleiner Silhouette, kurzer Reaktionszeit und der Fähigkeit, mit Exocet-Flugkörpern Ziele auf größere Entfernung zu bekämpfen.

Eine sichtbare Besonderheit der Klasse 148 waren spätere Nachrüstungen im Bereich der Feuerleitung, Täuschkörperausstattung und elektronischen Kampfführung. Einige Boote erhielten die EloKa-Anlage OCTOPUS, die besonders im Mastbereich erkennbar war. Dadurch konnten sich Boote derselben Klasse je nach Zeitraum äußerlich unterscheiden. Für diese Beschreibung wird OCTOPUS als wichtige spätere Nachrüstung der Tiger-Klasse erwähnt, ohne jeden einzelnen Bauzustand gesondert darzustellen.

Für die Dommel ist außerdem eine Darstellung zusammen mit S51 Häher im Aussehen Ende der 1970er Jahre mit dem Täuschkörpersystem Wolke überliefert. Das zeigt gut, dass sich die 148er im Laufe ihrer Dienstzeit sichtbar weiterentwickelten.

Technische Daten

Klasse: 148, Tiger-Klasse
Typ: Flugkörperschnellboot
Kennung: S56 / P6156
Indienststellung: 12. Februar 1975
Außerdienststellung: 16. Dezember 2002

Länge: ca. 47 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2,7 m
Verdrängung: ca. 265 t
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren
Leistung: ca. 14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 38 kn
Besatzung: etwa 30 Soldaten

Bewaffnung:

4 × MM38 Exocet-Seezielflugkörper
1 × 76-mm-OTO-Melara-Geschütz
1 × 40-mm-Bofors L/70
Minenlegevorrichtung optional

Geschwaderzugehörigkeit

Die Dommel gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz.

Eine spätere Zugehörigkeit zu einem anderen deutschen Schnellbootgeschwader ist für die Dommel nicht anzusetzen. Sie blieb bis zu ihrer Außerdienststellung beim 5. Schnellbootgeschwader.

Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DRBP.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Dommel an die ägyptische Marine abgegeben und dort als 18. June weitergeführt.

Von Kameraden für Kameraden

Die Dommel gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders in Olpenitz und steht für die lange Einsatzzeit der Tiger-Klasse bis in die letzten Jahre der deutschen Schnellbootwaffe.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Dommel hohe Fahrt, enge Räume, moderne Flugkörpertechnik und Verlässlichkeit im Verband. Als Olpenitzer Schnellboot erinnert sie an Manöver, Ausbildung, Seefahrt und an den besonderen Zusammenhalt auf engem Raum – von Kameraden für Kameraden.