Kategorie: P6155 S55 ALK

Schnellboot S55 ALK (P6155)

Geschichte

Die Alk (S55) war ein Flugkörperschnellboot der Klasse 148 (Tiger-Klasse). Sie gehörte zur zweiten Gruppe dieser Bootsklasse und wurde dem 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz zugeteilt. Die Alk wurde am 7. Januar 1975 in Dienst gestellt.

Mehr über diese Kollektion erfahren Beschreibung schließen

Mit der Tiger-Klasse erhielt die Schnellbootwaffe der Bundesmarine eine moderne Generation von Flugkörperschnellbooten. Im Mittelpunkt stand nicht mehr der klassische Torpedoangriff, sondern der Einsatz des Seezielflugkörpers MM38 Exocet. Ergänzt wurde diese Hauptbewaffnung durch Artillerie und die Möglichkeit, Minen mitzuführen.

Die Alk gehörte während ihrer deutschen Dienstzeit zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz. Gemeinsam mit den Booten S51 Häher, S52 Storch, S53 Pelikan, S54 Elster, S56 Dommel, S57 Weihe, S58 Pinguin, S59 Reiher und S60 Kranich bildete sie den 148er-Bestand dieses Geschwaders.

Am 16. Dezember 2002 wurde die Alk bei der Deutschen Marine außer Dienst gestellt. Sie gehörte damit zu den letzten Booten der Klasse 148 im deutschen Dienst. Anschließend wurde sie an Ägypten abgegeben und dort als 23. October weitergeführt.

Aufgabe und Besonderheiten

Die Alk war als Flugkörperschnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihre Stärke lag in hoher Geschwindigkeit, kleiner Silhouette, kurzer Reaktionszeit und der Fähigkeit, mit Exocet-Flugkörpern Ziele auf größere Entfernung zu bekämpfen.

Eine sichtbare Besonderheit der Klasse 148 waren spätere Nachrüstungen im Bereich der Feuerleitung, Täuschkörperausstattung und elektronischen Kampfführung. Einige Boote erhielten die EloKa-Anlage OCTOPUS, die besonders im Mastbereich erkennbar war. Dadurch konnten sich Boote derselben Klasse je nach Zeitraum äußerlich unterscheiden. Für diese Beschreibung wird OCTOPUS als wichtige spätere Nachrüstung der Tiger-Klasse erwähnt, ohne jeden einzelnen Bauzustand gesondert darzustellen.

Technische Daten

Klasse: 148, Tiger-Klasse
Typ: Flugkörperschnellboot
Kennung: S55 / P6155
Indienststellung: 7. Januar 1975
Außerdienststellung: 16. Dezember 2002

Länge: ca. 47 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2,7 m
Verdrängung: ca. 265 t
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren
Leistung: ca. 14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 38 kn
Besatzung: etwa 30 Soldaten

Bewaffnung:

4 × MM38 Exocet-Seezielflugkörper
1 × 76-mm-OTO-Melara-Geschütz
1 × 40-mm-Bofors L/70
Minenlegevorrichtung optional

Geschwaderzugehörigkeit

Die Alk gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz.

Eine spätere Zugehörigkeit zu einem anderen deutschen Schnellbootgeschwader ist für die Alk nicht anzusetzen. Sie blieb bis zu ihrer Außerdienststellung beim 5. Schnellbootgeschwader.

Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DRBO.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Alk an die ägyptische Marine abgegeben und dort als 23. October weitergeführt. Weitere spätere Angaben sollten nur übernommen werden, wenn sie eindeutig belegbar sind.

Von Kameraden für Kameraden

Die Alk gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders in Olpenitz und steht für die lange Einsatzzeit der Tiger-Klasse bis in die letzten Jahre der deutschen Schnellbootwaffe.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Alk hohe Fahrt, enge Räume, moderne Flugkörpertechnik und Verlässlichkeit im Verband. Als Olpenitzer Schnellboot erinnert sie an Manöver, Ausbildung, Seefahrt und an den besonderen Zusammenhalt auf engem Raum – von Kameraden für Kameraden.