Kategorie: P6145 S45 LEOPARD

Schnellboot S45 LEOPARD (P6145)

Geschichte

Die Leopard (S45) war ein Flugkörperschnellboot der Klasse 148 (Tiger-Klasse). Sie gehörte zur ersten Gruppe dieser Bootsklasse und wurde dem 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg zugeteilt. Die Leopard wurde am 21. August 1973 in Dienst gestellt.

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Mit der Tiger-Klasse vollzog die Schnellbootwaffe der Bundesmarine den Schritt vom klassischen Torpedoschnellboot zum modernen Flugkörperschnellboot. Die Hauptbewaffnung bestand aus vier Seezielflugkörpern MM38 Exocet, ergänzt durch Artillerie und die Fähigkeit zum Minenlegen. Die Boote waren für Überwachung und Kampfführung in Nord- und Ostsee vorgesehen.

Die Leopard gehörte zunächst zum 3. Schnellbootgeschwader. Nach dessen Auflösung am 30. September 1998 verlegten die verbliebenen Boote S45 Leopard, S46 Fuchs, S47 Jaguar, S48 Löwe und S50 Panther zum 5. Schnellbootgeschwader nach Olpenitz.

Am 28. September 2000 wurde die Leopard bei der Deutschen Marine außer Dienst gestellt. Anschließend wurde sie an Griechenland abgegeben.

Aufgabe und Besonderheiten

Die Leopard war als Flugkörperschnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihre Stärke lag in hoher Geschwindigkeit, kleiner Silhouette, kurzer Reaktionszeit und der Fähigkeit, mit Exocet-Flugkörpern Ziele auf größere Entfernung zu bekämpfen.

Eine sichtbare Besonderheit der Klasse 148 waren spätere Nachrüstungen im Bereich der elektronischen Kampfführung. Einige Boote erhielten die EloKa-Anlage OCTOPUS, die besonders im Mastbereich erkennbar war. Dadurch konnten sich Boote derselben Klasse je nach Zeitraum äußerlich unterscheiden. Für diese Beschreibung wird OCTOPUS als wichtige spätere Nachrüstung der Tiger-Klasse erwähnt, ohne jeden einzelnen Bauzustand gesondert darzustellen.

Technische Daten

Klasse: 148, Tiger-Klasse
Typ: Flugkörperschnellboot
Kennung: S45 / P6145
Indienststellung: 21. August 1973
Außerdienststellung: 28. September 2000

Länge: ca. 47 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2,7 m
Verdrängung: ca. 265 t
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren
Leistung: ca. 14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 38 kn
Besatzung: etwa 30 Soldaten

Bewaffnung:

4 × MM38 Exocet-Seezielflugkörper
1 × 76-mm-OTO-Melara-Geschütz
1 × 40-mm-Bofors L/70
Minenlegevorrichtung optional

Geschwaderzugehörigkeit

Die Leopard gehörte zunächst zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg.

Nach der Auflösung des 3. Schnellbootgeschwaders am 30. September 1998 wechselte sie zum 5. Schnellbootgeschwader nach Olpenitz.

Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DRBE.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung am 28. September 2000 wurde die Leopard an Griechenland abgegeben und dort als Ypoploiarchos Tournas / Ipopliarchos Tournas (P-76) in Dienst gestellt. Die spätere griechische Außerdienststellung wird mit 2011 angegeben.

Von Kameraden für Kameraden

Die Leopard gehörte zu den Booten der Tiger-Klasse, die den Übergang vom 3. zum 5. Schnellbootgeschwader noch mitgemacht haben. Damit steht sie nicht nur für die Flugkörpergeneration der Bundesmarine, sondern auch für die letzte Phase des 3. Schnellbootgeschwaders in Flensburg.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Leopard hohe Fahrt, enge Räume, moderne Technik und Kameradschaft auf engem Raum. Als Boot des 3. und später des 5. Schnellbootgeschwaders war sie Teil jener Generation, die über viele Jahre die Schnellbootwaffe der Deutschen Marine prägte – von Kameraden für Kameraden.