Kategorie: P6142 S42 ILTIS

Schnellboot S42 ILTIS (P6142)

Geschichte

Die Iltis (S42) war ein Flugkörperschnellboot der Klasse 148 (Tiger-Klasse) und gehörte zur ersten Serie moderner Exocet-Schnellboote der Deutschen Marine. Sie wurde bei der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack gebaut und am 20. Juli 1972 in Dienst gestellt.

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Die Tiger-Klasse stellte einen bedeutenden Technologiesprung gegenüber den bisherigen Torpedoschnellbooten dar. Anstelle der klassischen Torpedobewaffnung verfügte die Iltis über vier Seezielflugkörper des Typs MM38 Exocet, wodurch gegnerische Überwassereinheiten erstmals auf große Entfernung bekämpft werden konnten.

Die Iltis gehörte von Beginn an zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg. Während des Kalten Krieges nahm sie regelmäßig an NATO-Manövern, Verbandsübungen und Ausbildungsfahrten in Nord- und Ostsee teil. Gemeinsam mit ihren Schwesterschiffen bildete sie über viele Jahre einen wesentlichen Bestandteil der maritimen Abschreckung im Ostseeraum.

Nach der Außerdienststellung des 3. Schnellbootgeschwaders im Jahr 1998 wechselte die Iltis zum 5. Schnellbootgeschwader nach Olpenitz und blieb dort bis zum Ende ihrer Dienstzeit im Einsatz.

Am 18. Dezember 2002 wurde die Iltis gemeinsam mit den letzten Booten der Tiger-Klasse außer Dienst gestellt.


Aufgabe und Besonderheiten

Die Iltis war als Flugkörperschnellboot für die schnelle Bekämpfung gegnerischer Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Dank ihrer hohen Geschwindigkeit, ihrer geringen Silhouette und der Exocet-Flugkörper konnte sie Ziele weit außerhalb der Sichtweite angreifen.

Die Tiger-Klasse verband die bewährten Seeeigenschaften der Jaguar-Klasse mit moderner Lenkflugkörpertechnik und gehörte während des Kalten Krieges zu den schlagkräftigsten Schnellbootverbänden der NATO.


Technische Daten

Klasse: 148, Tiger-Klasse

Typ: Flugkörperschnellboot

Kennung: S42 / P6142

Indienststellung: 20. Juli 1972

Außerdienststellung: 18. Dezember 2002

Länge: 47,20 m

Breite: 7,80 m

Tiefgang: ca. 2,50 m

Verdrängung: ca. 265 t

Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren

Leistung: rund 16.000 PS

Geschwindigkeit: über 40 kn

Besatzung: 38 Soldaten

Bewaffnung

  • 4 × MM38 Exocet-Flugkörper
  • 1 × 76-mm-OTO-Melara
  • 1 × 40-mm-Bofors L/70
  • Minenlegefähigkeit bei Bedarf

Geschwaderzugehörigkeit

  • 1972–1998: 3. Schnellbootgeschwader, Flensburg
  • 1998–2002: 5. Schnellbootgeschwader, Olpenitz

Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DRBB


Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Iltis über die VEBEG verkauft. Weitere Angaben zu einer späteren Nutzung werden nur aufgenommen, wenn sie eindeutig und zuverlässig belegt sind.


Von Kameraden für Kameraden

Die Iltis gehörte zu den ersten deutschen Schnellbooten, die mit modernen Seezielflugkörpern ausgerüstet waren. Sie stand damit für den Wandel der Schnellbootwaffe von der klassischen Torpedotaktik hin zu präzisen Lenkflugkörpern mit großer Reichweite.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Iltis höchste Einsatzbereitschaft, anspruchsvolle Ausbildung und Kameradschaft auf engstem Raum. Über drei Jahrzehnte war das Boot ein fester Bestandteil des 3. und später des 5. Schnellbootgeschwaders und steht bis heute stellvertretend für die Leistungsfähigkeit der deutschen Schnellbootwaffe – von Kameraden für Kameraden.