Die DACHS war die dritte Einheit der Klasse 142. Diese Bootsklasse entstand als Weiterentwicklung der Jaguar-Klasse und stellte zugleich die letzte in Deutschland entwickelte Klasse klassischer Torpedoschnellboote dar.
Der bewährte schnelle Holzrumpf wurde mit moderneren Aufbauten, einer geschlossenen Brücke und einer verbesserten Radar- und Feuerleitanlage verbunden. Durch eine Filter- und Belüftungsanlage konnte die Besatzung das Boot unter bestimmten Bedingungen auch gegen atomare, biologische und chemische Kampfstoffe abgeschirmt führen.
Mit ihrer Indienststellung wurde die DACHS dem 7. Schnellbootgeschwader zugeteilt. Der Verband war in Kiel beheimatet und erhielt sämtliche zehn Boote der Zobel-Klasse.
Dienst im 7. Schnellbootgeschwader
Während des Kalten Krieges lag das vorgesehene Einsatzgebiet der DACHS vor allem in der Ostsee und in den westlichen Ostseezugängen.
Zu ihren Aufgaben gehörten schnelle Torpedoangriffe gegen gegnerische Überwassereinheiten und Landungsverbände, die Sicherung der eigenen Küsten und Seewege sowie Aufklärungs- und Überwachungsaufgaben. In ihrer ursprünglichen Ausführung konnte die DACHS außerdem zum Legen von Seeminen eingesetzt werden.
Gemeinsam mit ihren Schwesterbooten nahm sie an den Ausbildungsfahrten und Manövern der Bundesmarine sowie an NATO-Übungen teil. Dazu gehörten Geschwaderfahrten, Torpedo- und Artillerieschießen, taktische Angriffsverfahren sowie das Zusammenwirken mit anderen See- und Luftstreitkräften.
Die Einsatzweise der Schnellboote beruhte auf hoher Geschwindigkeit, überraschendem Auftreten und dem geschlossenen Angriff mehrerer Boote. Besonders in den engen und küstennahen Gewässern der Ostsee konnten sie ihre Geschwindigkeit und geringe Größe wirkungsvoll einsetzen.
Umbau zur Klasse 142 mod.
In ihrer ursprünglichen Ausführung besaß die DACHS vier fest eingebaute Torpedorohre im Kaliber 533 Millimeter. Zwei Rohre waren nach vorn und zwei nach achtern gerichtet. Zusätzlich konnten drei Reservetorpedos mitgeführt werden.
Bei Bedarf ließen sich die beiden hinteren Torpedorohre entfernen und durch Minenwurfschienen ersetzen. In dieser Konfiguration konnte das Boot bis zu 23 Seeminen aufnehmen.
Von April 1970 bis Mai 1971 wurde die DACHS grundlegend modernisiert. Dabei entfielen die vier ursprünglichen Torpedorohre. An ihrer Stelle erhielt das Boot zwei nach achtern gerichtete Rohre für drahtgelenkte Torpedos.
Nach dem Umbau wurde die modernisierte Ausführung amtlich als Klasse 142 mod. bezeichnet. Daneben setzte sich die Bezeichnung Klasse 142A durch.
Mit den drahtgelenkten Torpedos konnte die Besatzung den Lauf der Waffe nach dem Abschuss beeinflussen und den Torpedo bis zum Ziel nachsteuern. Dadurch erhöhte sich die Treffwahrscheinlichkeit gegenüber den zuvor verwendeten ungelenkten Torpedos erheblich.
Mit dem Umbau entfiel jedoch die Möglichkeit, die DACHS als Minenleger einzusetzen.
Aufgabe und Besonderheiten
Die DACHS gehörte zu den letzten Schnellbooten der Bundesmarine, deren Hauptangriffswaffe aus Torpedos bestand. Erst die nachfolgenden Klassen wurden mit Seezielflugkörpern ausgerüstet.
Vier schnelllaufende Mercedes-Benz-Dieselmotoren trieben jeweils eine eigene Welle an. Mit einer Gesamtleistung von rund 12.000 PS erreichte das Boot eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 42 Knoten.
Der Rumpf bestand aus einer mehrlagigen Holzbeplankung auf Leichtmetallspanten. Auch die Aufbauten wurden überwiegend aus Leichtmetall gefertigt. Lediglich die Brücke und die Geschützstände besaßen einen leichten Schutz.
Der Dienst auf einem solchen Boot stellte hohe Anforderungen an die Besatzung. Bei schneller Fahrt und schwerer See waren die Bewegungen des kleinen Rumpfes besonders stark. Beengte Unterkünfte, Maschinenlärm, wechselnde Wachen und kurze Ruhezeiten gehörten zum Alltag.
Diese Bedingungen schufen zugleich den besonders engen Zusammenhalt, für den die Besatzungen der Schnellbootwaffe bekannt waren.
Geschwaderzugehörigkeit und Heimathafen
Die DACHS gehörte während ihrer gesamten aktiven Dienstzeit zum:
7. Schnellbootgeschwader
Heimathafen des Bootes war:
Kiel
Das 7. Schnellbootgeschwader wurde in den frühen 1980er-Jahren schrittweise von den Torpedoschnellbooten der Zobel-Klasse auf die neuen Flugkörperschnellboote der Gepard-Klasse 143A umgerüstet.
Patenschaft
Die DACHS war mit der hessischen Stadt Bad Hersfeld verbunden.
Die Patenschaft förderte den Kontakt zwischen der Besatzung und der Bevölkerung der Patenstadt. Gegenseitige Besuche, Veranstaltungen und persönliche Begegnungen machten die Verbindung zwischen Marine und Patenstadt über viele Jahre sichtbar.
Der Name DACHS und die Verbindung zu Bad Hersfeld wurden später durch das Flugkörperschnellboot S 77 DACHS der Gepard-Klasse fortgeführt.
Außerdienststellung und Verbleib
Nach mehr als 22 Dienstjahren wurde die DACHS am 6. Dezember 1984 außer Dienst gestellt.
Das Boot wurde anschließend an die türkische Marine abgegeben. Dort wurde es nicht mehr regulär als Schnellboot in Dienst gestellt, sondern als Auflieger beziehungsweise Ersatzteilträger für die in der Türkei gebauten Schnellboote ähnlicher Konstruktion verwendet.
Der Name DACHS blieb in der Schnellbootwaffe der Bundesmarine erhalten. Bereits am 22. März 1984 war das neue Flugkörperschnellboot S 77 DACHS der Gepard-Klasse in Dienst gestellt worden.
Technische Daten
Klasse: 142, nach dem Umbau Klasse 142 mod.
Gebräuchliche Bezeichnung: Klasse 142A
Typ: Torpedoschnellboot
NATO-Kennung: P 6094
Deutsche Kennung: S 33
Name: DACHS
Rufzeichen: DBUU, später DRCQ
Bauwerft: Lürssen-Werft, Bremen-Vegesack
Indienststellung: 25. September 1962
Außerdienststellung: 6. Dezember 1984
Geschwader: 7. Schnellbootgeschwader
Heimathafen: Kiel
Patenstadt: Bad Hersfeld
Länge: 42,62 Meter
Breite: 7,10 Meter
Tiefgang: etwa 2,30 Meter
Einsatzverdrängung: rund 206 Tonnen
Besatzung: etwa 39 Soldaten
Antrieb: vier 20-Zylinder-Dieselmotoren Mercedes-Benz MB 518 C
Antriebsanlage: vier Wellen mit vier Propellern
Gesamtleistung: rund 12.000 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 42 Knoten
Reichweite: rund 900 Seemeilen bei 35 Knoten
Ursprüngliche Bewaffnung
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zwei 40-mm-Bofors-Schnellfeuerkanonen
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vier Torpedorohre im Kaliber 533 Millimeter
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bis zu sieben Torpedos
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alternativ bis zu 23 Seeminen
Bewaffnung nach der Modernisierung
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zwei 40-mm-Bofors-Schnellfeuerkanonen
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zwei nach achtern gerichtete Torpedorohre
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zwei drahtgelenkte Torpedos des Typs DM2A
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keine Minenlegefähigkeit mehr
Von Kameraden für Kameraden
Mehr als zwei Jahrzehnte gehörte die DACHS zum 7. Schnellbootgeschwader und zur grauen Flotte in der Ostsee. Ihr Name steht für schnelle Geschwaderfahrten, harte Seetage und den anspruchsvollen Dienst auf einem klassischen Torpedoschnellboot.
Unsere Artikel zur DACHS erinnern an das Boot und an die Kameraden, die auf S 33 gefahren sind. Sie bewahren ein Stück Geschichte der Bundesmarine und ihrer Schnellbootwaffe – von Kameraden für Kameraden.