Das 5. Schnellbootgeschwader war zunächst in Neustadt in Holstein stationiert und verlegte später nach Olpenitz. Die Dommel gehörte zu jener Gruppe von Schnellbooten, die den Dienstbetrieb des Geschwaders in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren prägten.
Eine belegte Besonderheit der Dommel waren umfangreiche Motorentests. Genannt wird unter anderem eine 1000-Stunden-Dauererprobung, mit der die Antriebsanlage über einen längeren Zeitraum getestet wurde.
Am 22. März 1974 wurde die Dommel außer Dienst gestellt. Im selben Jahr kam es zu einer Kollision zwischen Elster und Dommel, wodurch die Dommel vorzeitig aus dem Dienst ausschied.
Aufgabe und Besonderheiten
Die Dommel war als Torpedo-Schnellboot für den schnellen Angriff auf gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Die Boote der Jaguar-Klasse sollten mit hoher Geschwindigkeit angreifen, Torpedos einsetzen und sich anschließend rasch wieder lösen.
Zur Bewaffnung gehörten vier 533-mm-Torpedorohre und zwei 40-mm-Bofors-Geschütze. Zusätzlich konnten die Boote zum Minenlegen eingesetzt werden. Die Klasse war für den Einsatz in Nord- und Ostsee ausgelegt und spielte während des Kalten Krieges eine wichtige Rolle in der maritimen Bündnisverteidigung.
Besonders erwähnenswert ist bei der Dommel die dokumentierte Erprobungstätigkeit im Bereich der Motoren. Die 1000-Stunden-Dauererprobung zeigt, dass das Boot nicht nur im normalen Geschwaderdienst stand, sondern auch für technische Belastungs- und Zuverlässigkeitstests genutzt wurde.
Technische Daten
Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S21 / P6091
Indienststellung: 4. Februar 1961
Außerdienststellung: 22. März 1974
Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183 t
Antrieb: 4 Dieselmotoren
Leistung: rund 12.000 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Mann
Bewaffnung:
4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
Wasserbomben
Minenlegeeinrichtung möglich
Geschwaderzugehörigkeit
Die Dommel gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader.
Das Geschwader war zunächst in Neustadt in Holstein stationiert und verlegte später nach Olpenitz.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung am 22. März 1974 wurde die Dommel bei der Eberhard-Werft in Arnis zu einer Yacht umgebaut. Weitere Angaben zu einem späteren Liegeort werden in Quellen nur unsicher formuliert und sollten deshalb für den Schiffsfinder nicht übernommen werden.
Von Kameraden für Kameraden
Die Dommel war das letzte Boot, das zum 5. Schnellbootgeschwader kam, und gehörte zu den Vogelbooten der Jaguar-Klasse. Ihre Geschichte ist nicht nur vom normalen Schnellbootdienst geprägt, sondern auch von technischer Erprobung und Belastungstests, die viel über die Anforderungen an diese Boote und ihre Maschinenanlagen erzählen.
Für ihre Besatzung bedeutete die Dommel Dienst auf engem Raum, hohe Fahrt, Maschinenlärm, ständige Aufmerksamkeit und Vertrauen in jeden Kameraden an Bord. Sie steht für die Schnellbootgeneration, die über viele Jahre den Alltag in Neustadt und Olpenitz bestimmte – von Kameraden für Kameraden. ⚓