Kategorie: P6090 S22 Pinguin

Schnellboot S22 PINGUIN (P6090)

Geschichte

Die Pinguin (S22) war ein Torpedo-Schnellboot der Klasse 140 (Jaguar-Klasse) und gehörte zur zweiten Gruppe dieser Bootsklasse, deren Boote Vogelnamen trugen. Sie wurde am 28. März 1961 in Dienst gestellt und zunächst dem 5. Schnellbootgeschwader zugeordnet. Damit gehörte sie zu den Booten, die den Schnellbootdienst der Bundesmarine in den 1960er Jahren in Neustadt in Holstein und später in Olpenitz mitprägten.

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Wie die übrigen Boote der Jaguar-Klasse war die Pinguin für den schnellen Angriff auf gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihr Einsatzraum lag vor allem in Nord- und Ostsee, wo die Schnellbootwaffe im Verteidigungskonzept der NATO eine wichtige Rolle spielte.

Eine belegte Besonderheit in der Dienstzeit der Pinguin ist eine Grundberührung im Hillefjord am 19. September 1962. Dazu ist im Bundesarchiv eine eigene Havarieakte überliefert, was dieses Ereignis eindeutig dokumentiert. Dieses Detail ist historisch greifbar und hebt die Pinguin von vielen anderen Booten ihrer Klasse ab.

Im Jahr 1971 wechselte die Pinguin im Rahmen des bekannten Bootstausches vom 5. Schnellbootgeschwader zum 3. Schnellbootgeschwader. Dieser Tausch stand im Zusammenhang mit der Umrüstung der Schnellbootverbände auf die spätere Tiger-Klasse. Am 14. Dezember 1972 wurde die Pinguin außer Dienst gestellt.


Aufgabe und Besonderheiten

Die Pinguin war als klassisches Torpedo-Schnellboot für den schnellen, überraschenden Angriff gebaut. Die Boote der Jaguar-Klasse sollten gegnerische Überwasserstreitkräfte mit hoher Geschwindigkeit angreifen, ihre Torpedos einsetzen und sich anschließend rasch wieder lösen. Zusätzlich konnten sie zum Minenlegen verwendet werden.

Zur Bewaffnung gehörten vier 533-mm-Torpedorohre und zwei 40-mm-Bofors-Geschütze. Mit ihrer hohen Geschwindigkeit, der geringen Größe und der starken Bewaffnung waren die Boote typische Schnellboote des Kalten Krieges.

Eine besondere historische Erwähnung verdient bei der Pinguin die dokumentierte Grundberührung im Hillefjord. Solche Havarien gehörten zum Risiko des Dienstes auf kleinen, schnellen Einheiten, die oft bei hoher Fahrt und unter anspruchsvollen Bedingungen operierten.


Technische Daten

Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S22 / P6090
Indienststellung: 28. März 1961
Außerdienststellung: 14. Dezember 1972

Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183 t
Antrieb: 4 Dieselmotoren
Leistung: rund 12.000 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Mann

Bewaffnung:

4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
Wasserbomben
Minenlegeeinrichtung möglich


Geschwaderzugehörigkeit

Die Pinguin gehörte zunächst zum 5. Schnellbootgeschwader.

Im Jahr 1971 wechselte sie im Rahmen des Bootstausches zum 3. Schnellbootgeschwader.


Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Pinguin zunächst noch kurz außerhalb des regulären Geschwaderdienstes weiterverwendet und später an die Türkische Marine abgegeben.


Von Kameraden für Kameraden

Die Pinguin gehörte zu den Vogelbooten der Jaguar-Klasse und steht damit für die Jahre des 5. Schnellbootgeschwaders in Neustadt und Olpenitz, später aber auch für die Übergangszeit im 3. Schnellbootgeschwader. Sie war eines jener Boote, auf denen der Dienst nicht aus großen Gesten bestand, sondern aus Fahrt, Bereitschaft, Enge, Maschinenlärm und Vertrauen in die Kameraden an Bord.

Die dokumentierte Grundberührung im Hillefjord erinnert daran, dass der Schnellbootdienst nicht nur von Übungen und Manövern geprägt war, sondern auch von den ganz realen Risiken der Seefahrt. Für ihre Besatzungen war die Pinguin ein forderndes, schnelles und charakterstarkes Boot – von Kameraden für Kameraden.

Beispiel für die Einordnung:
So wie die Weihe oder die Reiher zunächst klar dem 5. Schnellbootgeschwader zuzuordnen sind, gehört auch die Pinguin in diese Gruppe der Vogelboote – mit der Besonderheit, dass sie später noch zum 3. Schnellbootgeschwader wechselte.