Das 5. Schnellbootgeschwader war zunächst in Neustadt in Holstein stationiert und wurde später nach Olpenitz verlegt. Die Elster gehörte damit zu jener Gruppe von Schnellbooten, die den Dienstbetrieb des 5. Schnellbootgeschwaders in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren prägten.
Während ihrer Dienstzeit war die Elster Teil des Ausbildungs-, Manöver- und Bereitschaftsdienstes der Schnellbootwaffe. Die Boote der Jaguar-Klasse waren für schnelle Torpedoangriffe gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen und spielten im Verteidigungskonzept der NATO für Nord- und Ostsee eine wichtige Rolle.
Am 19. Juli 1974 wurde die Elster bei der Bundesmarine außer Dienst gestellt.
Aufgabe und Besonderheiten
Die Elster war als Torpedo-Schnellboot für den schnellen Angriff auf gegnerische Überwasserstreitkräfte gebaut. Das Einsatzprinzip der Jaguar-Klasse beruhte auf hoher Geschwindigkeit, überraschendem Torpedoeinsatz und anschließendem raschen Lösen aus dem Gefecht.
Zur Bewaffnung gehörten vier 533-mm-Torpedorohre und zwei 40-mm-Bofors-Geschütze. Zusätzlich konnten die Boote zum Minenlegen eingesetzt werden. Die Klasse 140 war klein, schnell und für den Einsatz in Küstengewässern sowie in Nord- und Ostsee ausgelegt.
Eine gesicherte besondere Einzelgeschichte der Elster ist in den bislang geprüften Quellen nicht dokumentiert. Deshalb bleibt der Text bewusst bei den belegbaren Daten.
Technische Daten
Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S19 / P6088
Indienststellung: 8. Juli 1960
Außerdienststellung: 19. Juli 1974
Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183 t
Antrieb: 4 × MB 518 Dieselmotoren
Leistung: rund 12.000 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Mann
Bewaffnung:
4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
Wasserbomben
Minenlegeeinrichtung möglich
Geschwaderzugehörigkeit
Die Elster gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader.
Das Geschwader war zunächst in Neustadt in Holstein stationiert und verlegte später nach Olpenitz.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung am 19. Juli 1974 wurde die Elster an die Eberhard-Werft in Arnis abgegeben. Weitere gesicherte Angaben zu einer späteren Nutzung übernehme ich hier nicht, weil sie in den geprüften Quellen nicht ausreichend belegt sind.
Von Kameraden für Kameraden
Die Elster gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders und war Teil jener Generation, die den Schnellbootdienst in Neustadt und später in Olpenitz prägte. Sie stand für schnelle Fahrt, enge Räume, kurze Befehlswege und den besonderen Zusammenhalt kleiner Besatzungen.
Für ihre Besatzung war die Elster kein anonymer Eintrag in einer Flottenliste, sondern ein Stück Alltag auf See: Maschinenlärm, Seegang, Manöver, Bereitschaft und Kameradschaft auf wenigen Metern Boot. Damit bleibt auch sie Teil der Geschichte der grauen Flotte – von Kameraden für Kameraden. ⚓