Die Jaguar-Klasse war die erste nach dem Zweiten Weltkrieg neu entwickelte Kriegsschiffklasse der Bundesmarine. Die Boote waren für den Einsatz in Küstengewässern und Randmeeren vorgesehen und verbanden hohe Geschwindigkeit mit Torpedobewaffnung, Artillerie und der Möglichkeit zum Minenlegen.
Die Marder gehörte zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg-Mürwik. Dieses Geschwader wurde am 1. Oktober 1957 aufgestellt; bis zum 7. Juli 1959 folgten dort die zehn Boote mit Landraubtiernamen.
Am 2. Juni 1972 wurde die Marder außer Dienst gestellt. Sie gehörte damit zu den früh außer Dienst gestellten Booten der Jaguar-Klasse, bevor die Bundesmarine die älteren Torpedoschnellboote schrittweise durch moderne Flugkörperschnellboote ersetzte.
Aufgabe und Besonderheiten
Die Marder war für den schnellen Torpedoangriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Im Einsatzkonzept der Jaguar-Klasse sollten die Boote mit hoher Geschwindigkeit angreifen, Torpedos abfeuern und sich anschließend wieder lösen. Zusätzlich konnten die Boote zur Sicherung von Küstenvorfeldern, zur Überwachung von Seewegen und zum Minenlegen eingesetzt werden.
Wie alle Boote der Klasse 140 war die Marder leicht gebaut, schnell und für den Einsatz im Verband ausgelegt. Die Boote hatten eine Länge von 42,62 m, eine Breite von 7,10 m, eine Besatzung von 39 Mann, vier Dieselmotoren und eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 42 Knoten.
Technische Daten
Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S14 / P6067
Indienststellung: 7. Juli 1959
Außerdienststellung: 2. Juni 1972
Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183 t
Antrieb: 4 Dieselmotoren
Leistung: 12.000–14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Soldaten
Bewaffnung:
4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
4 Wasserbomben
Minenlegevorrichtung optional anstelle der achteren Torpedorohre
Geschwaderzugehörigkeit
Die Marder gehörte zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg-Mürwik.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung am 2. Juni 1972 ging die Marder zunächst an die Firma Kusch in Hamburg. Danach wurde sie bei der Eberhard-Werft in Arnis zu einer Yacht umgebaut. Später wird sie im Mittelmeerraum geführt; außerdem wird eine Verwendung als Flüchtlingsschiff zwischen Libanon und Zypern genannt. Diese spätere Nutzung übernehme ich hier nur als dokumentierte Quellenangabe, ohne weitergehende Ausschmückung.
Von Kameraden für Kameraden
Die Marder schloss die erste Gruppe der Raubtierboote des 3. Schnellbootgeschwaders ab. Mit ihr war die Reihe jener zehn Boote vollständig, die den frühen Schnellbootdienst der Bundesmarine in Flensburg-Mürwik prägten.
Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Marder schnelle Fahrt, enge Räume, harte Ausbildung und das Vertrauen darauf, dass jeder Mann an Bord seinen Platz kannte. Sie steht für die erste Generation der Bundesmarine-Schnellbootfahrer – für Boote, die klein waren, aber große Verantwortung trugen: von Kameraden für Kameraden. ⚓