Kategorie: P6063 S23 Tiger

Schnellboot S23 TIGER (P6063)

Geschichte

Die Tiger (S23) war ein Torpedo-Schnellboot der Klasse 140 (Jaguar-Klasse) und gehörte zur ersten Gruppe dieser Bootsklasse. Diese Boote trugen überwiegend Raubtiernamen und waren dem 3. Schnellbootgeschwader zugeordnet. Die Tiger wurde am 15. Oktober 1958 in Dienst gestellt.

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Das 3. Schnellbootgeschwader wurde am 1. Oktober 1957 mit vorläufigem Heimathafen Flensburg-Mürwik aufgestellt. Die Boote der Jaguar-Klasse bildeten dort den Kern der frühen Schnellbootwaffe der Bundesmarine.

Im Jahr 1971 wechselte die Tiger zusammen mit Iltis, Wolf und Löwe zum 5. Schnellbootgeschwader. Dieser Bootstausch stand im Zusammenhang mit der schrittweisen Umrüstung des 3. Schnellbootgeschwaders auf die späteren Flugkörperschnellboote der Klasse 148. Die älteren Torpedoschnellboote wurden ab den 1970er-Jahren nach und nach ersetzt.

Am 20. Dezember 1974 wurde die Tiger bei der Bundesmarine außer Dienst gestellt. Anschließend wurde sie an die Türkische Marine abgegeben.


Aufgabe und Besonderheiten

Die Tiger war als klassisches Torpedo-Schnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Die Boote der Jaguar-Klasse waren klein, leicht gebaut und erreichten Geschwindigkeiten von etwa 42 Knoten. Ihr Haupteinsatzgebiet lag in der Ostsee.

Die Hauptbewaffnung bestand aus vier 533-mm-Torpedorohren und zwei 40-mm-Bofors-Geschützen. Zusätzlich konnten Wasserbomben mitgeführt werden; anstelle der achteren Torpedorohre war eine Minenlegevorrichtung möglich.

Eine belegte Besonderheit der Tiger ist ihre Patenschaft mit Osterode am Harz. Diese Patenschaften waren an die Bootsnamen gebunden und wurden später teilweise auf Nachfolgeboote mit gleichem Namen übertragen.


Technische Daten

Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S23 / P6063
Indienststellung: 15. Oktober 1958
Außerdienststellung: 20. Dezember 1974

Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183 t
Antrieb: 4 Dieselmotoren
Leistung: 12.000–14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Mann

Bewaffnung:

4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
4 Wasserbomben
Minenlegevorrichtung möglich

 


Geschwaderzugehörigkeit

Die Tiger gehörte zunächst zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg-Mürwik.

Im Jahr 1971 wechselte sie im Rahmen des Bootstausches zum 5. Schnellbootgeschwader.


Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung am 20. Dezember 1974 wurde die Tiger an die Türkische Marine abgegeben und dort als P334 Karayel geführt. Als Ende der dortigen Dienstzeit wird der 20. Juli 1981 genannt.


Von Kameraden für Kameraden

Die Tiger gehörte zu den Raubtierbooten der Jaguar-Klasse und trug einen Namen, der später in der Schnellbootwaffe noch einmal besondere Bedeutung bekam: Die nachfolgende Flugkörperschnellboot-Klasse 148 wurde als Tiger-Klasse bekannt. Für die ältere S23 Tiger bleibt jedoch ihre eigene Geschichte wichtig – als Torpedoschnellboot der ersten Bundesmarine-Generation.

Für ihre Besatzungen bedeutete die Tiger Dienst auf engem Raum, hohe Fahrt, kurze Reaktionszeiten und Vertrauen in jeden Kameraden an Bord. Ihre Patenschaft mit Osterode am Harz zeigt, dass diese Boote mehr waren als Nummern in einer Flottenliste. Sie trugen Namen, Erinnerungen und Verbindungen weit über den Marinehafen hinaus – von Kameraden für Kameraden.