Kategorie: P6061 S4 Luchs

Schnellboot S4 LUCHS (P6061)

Geschichte

Die Luchs (S4) war ein Torpedo-Schnellboot der Klasse 140 (Jaguar-Klasse) und gehörte zur ersten Gruppe dieser Bootsklasse. Sie wurde am 27. März 1958 in Dienst gestellt und war damit eines der frühen Boote, mit denen die Bundesmarine ihre Schnellbootwaffe im Kalten Krieg neu aufbaute.

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Die Luchs gehörte zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg-Mürwik. Dieses Geschwader wurde am 1. Oktober 1957 aufgestellt und erhielt die erste Gruppe der Jaguar-Klasse mit den Raubtiernamen. Dazu gehörten unter anderem Jaguar, Iltis, Wolf, Luchs, Leopard, Löwe, Fuchs, Marder, Tiger und Panther.

Während ihrer Dienstzeit nahm die Luchs an Ausbildungsfahrten, Manövern und dem laufenden Einsatzbetrieb der Schnellbootwaffe teil. Die Boote der Klasse 140 waren für schnelle Torpedoangriffe gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen und spielten in der NATO-Verteidigung von Nord- und Ostsee eine wichtige Rolle.

Am 1. Dezember 1972 wurde die Luchs außer Dienst gestellt. Sie gehörte damit zu den früher außer Dienst gestellten Booten der Jaguar-Klasse, bevor die Schnellbootwaffe der Bundesmarine schrittweise auf modernere Flugkörperschnellboote umgestellt wurde.


Aufgabe und Besonderheiten

Die Luchs war für den schnellen, überraschenden Torpedoangriff gebaut. Ihre Aufgabe bestand darin, mit hoher Geschwindigkeit gegnerische Überwasserverbände anzugreifen, sich rasch wieder zu lösen und im Küstenvorfeld sowie in der Ostsee als bewegliche Kampfeinheit eingesetzt zu werden.

Wie alle Boote der Klasse 140 war sie klein, schnell und stark bewaffnet. Die Jaguar-Klasse erreichte Geschwindigkeiten von über 40 Knoten und verfügte über vier 533-mm-Torpedorohre sowie zwei 40-mm-Bofors-Geschütze. Zusätzlich konnten die Boote zum Minenlegen eingesetzt werden.


Technische Daten

Klasse: 140 (Jaguar-Klasse)
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S4 / P6061
Indienststellung: 27. März 1958
Außerdienststellung: 1. Dezember 1972

Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183–190 t
Antrieb: 4 × Mercedes-Benz MB 518 B Dieselmotoren
Leistung: rund 12.000 PS
Geschwindigkeit: bis etwa 42 kn
Besatzung: etwa 39 Soldaten

Bewaffnung:

  • 4 × 533-mm-Torpedorohre
  • 2 × 40-mm-Bofors L/70
  • Wasserbomben
  • Möglichkeit zum Minenlegen

 


Geschwaderzugehörigkeit

Die Luchs gehörte zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg-Mürwik.


Verbleib

Nach der Außerdienststellung am 1. Dezember 1972 wurde die Luchs über Eberhard, Arnis verwertet. Eine private Luchs-Seite nennt zusätzlich, dass das Boot 1975 abgewrackt wurde. Da diese Angabe nicht aus einer amtlichen Quelle stammt, sollte sie im Schiffsfinder nur übernommen werden, wenn wir sie später noch durch eine zweite belastbare Quelle bestätigen können.


Von Kameraden für Kameraden

Die Luchs gehörte zu den frühen Booten des 3. Schnellbootgeschwaders und damit zu jener Generation, die die Schnellbootwaffe der Bundesmarine in den ersten Jahrzehnten prägte. Ihr Name passte zu den Raubtierbooten des Geschwaders: schnell, wachsam und für den überraschenden Angriff gebaut.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Luchs schnelle Fahrt, enger Zusammenhalt und hohe Aufmerksamkeit auf einem kleinen Boot, das bei jedem Wetter einsatzbereit sein musste. Sie steht für die Anfangsjahre der Bundesmarine-Schnellbootfahrer – von Kameraden für Kameraden.