Kategorie: Marinefliegergeschwader 3 GRAF ZEPPELIN -MFG 3

Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ – MFG 3

Das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ gehört zu den zentralen fliegenden Einsatzverbänden der Deutschen Marine. Vom Marinefliegerstützpunkt Nordholz aus überwacht das Geschwader große Seegebiete, erstellt maritime Lagebilder, unterstützt die U-Boot-Jagd und beteiligt sich am Schutz der deutschen Küsten und der kritischen Infrastruktur in Nord- und Ostsee.

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Seine Besatzungen, Techniker und Soldaten des Bodenpersonals verbinden fliegerisches Können mit maritimer Einsatzführung. Sie arbeiten eng mit Schiffen, U-Booten, Bordhubschraubern und verbündeten Seefernaufklärern zusammen. Das MFG 3 ist damit ein wesentlicher Bestandteil der deutschen und multinationalen Seeraumüberwachung.

Aufstellung und Standort Nordholz

Das Marinefliegergeschwader 3 wurde in den 1960er-Jahren im Zuge des weiteren Aufbaus der Marinefliegerkräfte aufgestellt. Seine Heimat ist der traditionsreiche Fliegerhorst Nordholz an der niedersächsischen Nordseeküste.

Der Standort bietet günstige Voraussetzungen für Einsätze über Nordsee, Ostsee und Nordatlantik. Von hier aus können die Flugzeuge weitläufige Seegebiete erreichen und gemeinsam mit Einheiten der Flotte sowie mit verbündeten Streitkräften operieren.

Das Geschwader trägt den Traditionsnamen „Graf Zeppelin“. Dieser erinnert an Ferdinand Graf von Zeppelin und an die Entwicklung der deutschen Luftfahrt. Das MFG 3 ist darüber hinaus für wesentliche Teile der Infrastruktur und des Grundbetriebs des Marinefliegerstützpunktes Nordholz verantwortlich. Dazu gehören Verwaltungsaufgaben, technische Einrichtungen, Bodengeräte und Anlagen für den militärischen Flugbetrieb.

Auftrag des Geschwaders

Der Hauptauftrag des MFG 3 liegt in der weiträumigen maritimen Aufklärung. Seine Flugzeuge überwachen große Seegebiete, erfassen Schiffsbewegungen und liefern Informationen für ein umfassendes Lagebild.

Zu den Aufgaben gehören insbesondere:

  • Seefernaufklärung,
  • U-Boot-Jagd,
  • Überwachung militärischer und ziviler Schiffsbewegungen,
  • Schutz wichtiger Seewege,
  • Überwachung kritischer maritimer Infrastruktur,
  • Unterstützung von NATO- und EU-Einsätzen,
  • Umwelt- und Ölüberwachung über Nord- und Ostsee,
  • Zusammenarbeit mit Schiffen, U-Booten und weiteren Marinefliegern.

Bei der U-Boot-Jagd setzt das Geschwader Sonarbojen, Radar, elektrooptische Systeme und akustische Auswerteanlagen ein. Die Besatzungen können verdächtige Unterwasserkontakte suchen, klassifizieren und verfolgen. In gemeinsamen Übungen arbeiten Seefernaufklärer, Fregatten, U-Boote und Bordhubschrauber als vernetzter Sensorverbund zusammen.

Breguet Atlantic

Über viele Jahre prägte die Breguet Atlantic das Erscheinungsbild des MFG 3. Das zweimotorige Seefernaufklärungsflugzeug war für lange Patrouillen über See, die U-Boot-Jagd und die elektronische Aufklärung ausgelegt.

Die Besatzungen der Atlantic überwachten weitläufige Seegebiete und arbeiteten eng mit Einheiten der Bundesmarine und der NATO zusammen. Neben den fliegenden Besatzungen waren umfangreiche technische und logistische Bereiche erforderlich, um die Maschinen einsatzbereit zu halten.

Die Atlantic stand sinnbildlich für eine Epoche, in der die Überwachung der Nordsee, Ostsee und des Nordatlantiks zu den wichtigsten Aufgaben der Marineflieger gehörte.

P-3C Orion

Ab 2006 übernahm die Lockheed P-3C Orion die Aufgaben der Breguet Atlantic. Die viermotorigen Seefernaufklärer wurden von den Niederlanden übernommen und für die Anforderungen der Deutschen Marine genutzt.

Die P-3C verbindet eine große Reichweite und lange Flugdauer mit umfangreicher Sensorik. Sie dient der Aufklärung über und unter Wasser und ist besonders für die U-Boot-Jagd ausgerüstet. Dazu gehören Radar, Infrarot- und Videosysteme sowie aktive und passive Sonarbojen.

Die Besatzung wertet die empfangenen Geräusche und Signale aus und erstellt daraus ein Unterwasserlagebild. Bei Bedarf kann die Orion leichte Torpedos zur Bekämpfung von U-Booten einsetzen.

Auch über Wasser erkennt und klassifiziert die P-3C Schiffe anhand ihrer Silhouette, ihrer Bewegungen und weiterer Merkmale. Die gewonnenen Informationen werden an Schiffe, militärische Führungsstellen und verbündete Kräfte weitergegeben.

P-8A Poseidon

Mit der Boeing P-8A Poseidon beginnt für das MFG 3 eine neue Generation der Seefernaufklärung. Die ersten deutschen Maschinen treffen ab 2025 in Nordholz ein und verstärken seitdem die Fähigkeiten der Deutschen Marine.

Die P-8A ist ein modernes, vollständig digitalisiertes Seefernaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug. Sie verfügt über leistungsfähige Radar-, Video-, Infrarot- und Akustiksensoren. Ihre Daten können nahezu in Echtzeit an andere Einheiten und Führungsstellen übermittelt werden.

Zu ihren Hauptaufgaben gehören:

  • weiträumige Seefernaufklärung,
  • U-Boot-Jagd,
  • Erstellen maritimer Lagebilder,
  • Schutz kritischer Infrastruktur,
  • Überwachung von Nordsee, Ostsee und Nordatlantik,
  • Unterstützung multinationaler Marineverbände.

Die Poseidon kann Sonarbojen einsetzen und U-Boote mit Torpedos bekämpfen. Ihre hohe Geschwindigkeit ermöglicht es ihr, entfernte Einsatzgebiete schneller zu erreichen als die bisherigen Propellerflugzeuge. Bis 2029 soll die Deutsche Marine insgesamt acht P-8A erhalten.

Dornier 228 LM – die „Öljäger“

Neben den militärischen Seefernaufklärern betreibt das MFG 3 zwei speziell ausgerüstete Flugzeuge des Typs Dornier 228 LM.

Diese Maschinen sind als Ölaufklärer bekannt. Sie überwachen im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums die Nord- und Ostsee und suchen nach Ölspuren und anderen Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche.

Radar-, Infrarot- und Ultraviolettsensoren ermöglichen es, Umweltverschmutzungen auch nachts oder bei eingeschränkter Sicht zu erkennen. Die Besatzungen dokumentieren die Fundstellen und übermitteln ihre Erkenntnisse an das Havariekommando und weitere zuständige Behörden.

Damit erfüllt das MFG 3 neben seinen militärischen Aufgaben auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz der deutschen Küstengewässer und der Meeresumwelt.

Hubschrauber beim MFG 3

Über viele Jahre gehörten auch Bordhubschrauber des Typs Sea Lynx Mk 88 und Mk 88A zum Marinefliegergeschwader 3. Sie wurden auf Fregatten eingesetzt und erweiterten deren Fähigkeiten bei der U-Boot-Jagd und der Seeraumüberwachung.

Die Sea Lynx konnten Sonaranlagen, Torpedos und weitere Einsatzmittel mitführen. Sie arbeiteten häufig im Verbund mit Seefernaufklärern und den Sensoren der Schiffe.

Mit der Verlegung des Marinefliegergeschwaders 5 nach Nordholz gingen die Hubschrauber 2012 an das MFG 5 über. Seitdem konzentriert sich das MFG 3 auf die flächengebundenen Seefernaufklärungs- und Umweltüberwachungsflugzeuge.

Einsätze und internationale Zusammenarbeit

Das Marinefliegergeschwader 3 beteiligt sich regelmäßig an nationalen, multinationalen und NATO-geführten Einsätzen und Übungen.

Die Flugzeuge überwachen Seegebiete, beobachten militärische Schiffsbewegungen und tragen zu gemeinsamen maritimen Lagebildern bei. Einsatzkontingente können kurzfristig auf ausländische Stützpunkte verlegen und von dort aus über längere Zeiträume operieren.

Besatzungen des Geschwaders beteiligen sich unter anderem an Aufklärungsflügen im Mittelmeer und unterstützen dort NATO- und EU-geführte Missionen. Dabei überwachen sie militärische Aktivitäten, verdächtige Schiffsbewegungen, Waffenembargos und illegale Transporte.

Mit der P-8A Poseidon verstärkt das MFG 3 seine Zusammenarbeit mit den Nutzerstaaten desselben Flugzeugmusters. Dazu gehören insbesondere die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Norwegen. Gemeinsame Ausbildung, standardisierte Verfahren und vernetzte Einsatzführung erhöhen die Zusammenarbeit innerhalb der NATO.

Dienst im Marinefliegerkommando

Das MFG 3 untersteht dem Marinefliegerkommando in Nordholz. Gemeinsam mit dem Marinefliegergeschwader 5 bildet es den fliegenden Kern der Deutschen Marine.

Während das MFG 5 vor allem die Hubschrauber und unbemannten Luftfahrzeuge der Marine betreibt, konzentriert sich das MFG 3 auf Seefernaufklärung, U-Boot-Jagd und Umweltüberwachung.

Der Standort Nordholz befindet sich in einer umfassenden Modernisierungsphase. Neue Hallen, Ausbildungsanlagen, technische Einrichtungen und Flugbetriebsflächen schaffen die Voraussetzungen für den Betrieb der P-8A Poseidon und die zukünftigen Aufgaben der Marineflieger.

Flugzeugmuster des MFG 3

Zum Marinefliegergeschwader 3 gehören oder gehörten im Laufe seiner Geschichte unter anderem:

  • Fairey Gannet,
  • Breguet Br.1150 Atlantic,
  • Dornier Do 28,
  • Dornier 228 LM,
  • Westland Sea Lynx Mk 88 und Mk 88A,
  • Lockheed P-3C Orion,
  • Boeing P-8A Poseidon.

Standort und Auftrag

Bezeichnung: Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“
Standort: Marinefliegerstützpunkt Nordholz
Unterstellung: Marinefliegerkommando
Aktuelle Flugzeugmuster: P-8A Poseidon, P-3C Orion und Dornier 228 LM
Hauptaufgaben: Seefernaufklärung, U-Boot-Jagd, Seeraumüberwachung, Schutz kritischer Infrastruktur und Umweltüberwachung
Einsatzräume: Nordsee, Ostsee, Nordatlantik und internationale Einsatzgebiete

Von Kameraden für Kameraden

Das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ steht für die enge Verbindung von Seefahrt, Luftfahrt und moderner Aufklärung. Seine Einsatzbereitschaft entsteht nicht allein durch Flugzeuge und Sensoren, sondern durch das Zusammenspiel der fliegenden Besatzungen, der Techniker und der zahlreichen Kameraden in den unterstützenden Bereichen.

Ob im Cockpit, an den Operateurstationen, auf dem Vorfeld, in den Wartungshallen, in der Einsatzführung oder im Stützpunktbetrieb – jeder Einzelne trägt dazu bei, dass die Marineflieger ihre anspruchsvollen Aufgaben über See erfüllen können.

Unsere Artikel zum MFG 3 erinnern an Atlantic, Orion, Poseidon, Dornier und Sea Lynx, an den Standort Nordholz und vor allem an die Kameraden, die den Verband über Jahrzehnte geprägt haben und bis heute prägen. Sie stehen für fliegerisches Können, technische Leistungsfähigkeit, Einsatzbereitschaft und eine Kameradschaft, die weit über die aktive Dienstzeit hinaus verbindet.