Der Rumpf bestand überwiegend aus Holz. Auch bei den übrigen Bauteilen wurden möglichst amagnetische oder nur schwach magnetische Werkstoffe verwendet. Dadurch sollte die magnetische Signatur des Bootes verringert und das Risiko reduziert werden, Magnetminen unbeabsichtigt auszulösen.
Die Minenräumausrüstung ermöglichte den Einsatz gegen Ankertau-, Magnet- und Akustikminen. Neben ihrer Aufgabe als Minensuchboot konnten die Boote der Schütze-Klasse im Verteidigungsfall auch zum Legen von Seeminen eingesetzt werden.
Gebaut wurde die NEPTUN bei der Schlichting-Werft in Travemünde unter der Baunummer 1292. Der Baubeginn erfolgte am 20. August 1958, der Stapellauf am 9. Juni 1960.
Am 29. September 1960 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt. Es gehörte zum 5. Minensuchgeschwader, das zunächst in Neustadt in Holstein stationiert war und Ende 1967 nach Olpenitz verlegte.
Innerhalb der ursprünglichen laufenden Bezeichnung der schnellen Minensuchboote wurde das Boot als SM 26 NEPTUN geführt. Die NEPTUN trug zunächst die Kennung M 1054. Später erhielt sie die endgültige Kennung M 1093, unter der sie bis zum Ende ihrer aktiven Dienstzeit bekannt blieb.
Zu ihren Aufgaben gehörten Minensuch- und Räumübungen, die Ausbildung der Besatzung, Geschwaderfahrten sowie die Teilnahme an nationalen und multinationalen Manövern. Die NEPTUN leistete damit über fast drei Jahrzehnte Dienst innerhalb der deutschen Minenabwehrverbände.
Die lange Nutzungsdauer war für die Schütze-Klasse bemerkenswert. Ursprünglich waren die Boote für eine deutlich kürzere Einsatzzeit vorgesehen. Umfangreiche Instandsetzungen und wiederkehrende Werftaufenthalte ermöglichten es jedoch, zahlreiche Einheiten bis in die späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre weiterzuverwenden.
Am 28. Februar 1990 wurde die M 1093 NEPTUN nach mehr als 29 Dienstjahren außer Dienst gestellt.
Kennungsfolge
Die NEPTUN führte während ihrer Dienstzeit folgende Kennungen:
Die frühere Kennung M 1054 ist für die historische Zuordnung besonders wichtig. Das Boot kann auf älteren Fotografien, Dokumenten und Erinnerungsstücken noch unter dieser Nummer erscheinen.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung wurde die NEPTUN nicht unmittelbar verschrottet. Das ehemalige Minensuchboot wurde von der Marinekameradschaft Völklingen übernommen und als Wohn- beziehungsweise Heimboot genutzt.
Damit blieb die NEPTUN auch nach dem Ende ihrer aktiven Marinezeit eng mit der Traditionspflege ehemaliger Marineangehöriger verbunden. Als Vereins- und Wohnboot erinnerte sie noch viele Jahre an die Schütze-Klasse, das 5. Minensuchgeschwader und die Minenabwehr der Bundesmarine.
Eine dauerhafte Erhaltung gelang jedoch nicht. Nach den vorliegenden Angaben wurde die ehemalige NEPTUN nach 2010 abgewrackt. Ein genauer Zeitpunkt des Abbruchs ist derzeit nicht zuverlässig dokumentiert.
Damit endete der mehr als fünf Jahrzehnte umfassende Lebensweg des Bootes. Die NEPTUN gehörte zu jenen Einheiten der Schütze-Klasse, die nach ihrer Außerdienststellung zunächst durch eine Marinekameradschaft erhalten und weitergenutzt wurden.
Technische Daten
Klasse: Schütze-Klasse, Klasse 341.26
Typ: Schnelles Minensuchboot
Letzte Kennung: M 1093
Frühere Kennung: M 1054
Name: NEPTUN
Ursprüngliche Bezeichnung: SM 26
Bauwerft: Schlichting-Werft, Travemünde
Baunummer: 1292
Baubeginn: 20. August 1958
Stapellauf: 9. Juni 1960
Indienststellung: 29. September 1960
Außerdienststellung: 28. Februar 1990
Verbandszugehörigkeit: 5. Minensuchgeschwader
Standorte des Geschwaders: zunächst Neustadt in Holstein, später Olpenitz
Verdrängung: etwa 280 t
Länge: etwa 47,4 m
Breite: etwa 7,2 m
Tiefgang: etwa 2,2 m
Antrieb: zwei Maybach-16-Zylinder-Dieselmotoren
Höchstgeschwindigkeit: etwa 20 bis 24 kn
Besatzung: etwa 31 Mann
Bewaffnung: ein 40-mm-L/70-Bofors-Geschütz
Ausrüstung: mechanische und fernwirkende Minenräumausrüstung
Spätere Verwendung: Wohn- und Heimboot der Marinekameradschaft Völklingen
Endgültiger Verbleib: nach 2010 abgewrackt