Bau und Indienststellung
Die WEILHEIM wurde bei der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack unter der Baunummer 6445 gebaut. Innerhalb der Frankenthal-Klasse trägt sie die Seriennummer 332/12 und ist damit das zwölfte und letzte gebaute Boot der Klasse.
Der Bauauftrag wurde am 13. Oktober 1995 erteilt. Der Stapellauf und die Taufe auf den Namen WEILHEIM fanden am 26. Februar 1998 statt. Taufpatin war Anne Marie Rawe, die Ehefrau des damaligen Bürgermeisters der Stadt Weilheim in Oberbayern.
Bei der Indienststellung gibt es unterschiedliche Datumsangaben. Das Historische Marinearchiv nennt den 3. Dezember 1998, während andere Übersichten und Veröffentlichungen den 26. November 1998 angeben. Für unsere Beschreibung verwenden wir den 26. November 1998, da dieses Datum auch im Zusammenhang mit der Deutschen Marine und dem Modernisierungsprogramm der Klasse genannt wird.
Auftrag und Aufgaben
Die Hauptaufgabe der WEILHEIM ist das gezielte Aufspüren, Identifizieren und Vernichten von Seeminen. Dazu sucht das Boot den Meeresboden mit einem hochauflösenden Minenjagdsonar systematisch ab.
Verdächtige Kontakte werden zunächst klassifiziert und anschließend mit ferngelenkten Unterwasserfahrzeugen näher untersucht. Zur modernen Ausrüstung der Klasse gehören Minenabwehrdrohnen des Typs Seefuchs. Diese können entweder zur Identifizierung eines unbekannten Unterwasserobjekts oder zur Bekämpfung einer bestätigten Mine eingesetzt werden.
Die WEILHEIM kann außerdem Minentaucher unterstützen, Unterwasserhindernisse und Wrackteile orten sowie Seegebiete für nachfolgende Schiffe und Boote freigeben. Die Deutsche Marine beschreibt ihren Auftrag ausdrücklich als Suchen, Orten und Vernichten von Seeminen.
Schutz im Minenfeld
Der Bootskörper der WEILHEIM besteht aus nicht magnetisierbarem Stahl. Damit wird die magnetische Signatur des Bootes reduziert und die Gefahr vermindert, magnetisch wirkende Seeminen auszulösen.
Zusätzlich verfügt das Boot über Einrichtungen zur weiteren Verringerung seiner magnetischen und akustischen Signatur. Bei der Minenjagd kann die WEILHEIM mit sehr geringer Geschwindigkeit und reduzierter Geräuschentwicklung manövrieren. Diese Schleichfahrt ermöglicht eine besonders präzise Positionierung in unmittelbarer Nähe zu verdächtigen Objekten.
Bewaffnung
Die WEILHEIM war ursprünglich mit einem 40-mm-Geschütz auf dem Vorschiff ausgerüstet. Im Zuge der Modernisierung der Klasse wurde diese ältere Bewaffnung durch das 27-mm-Marineleichtgeschütz MLG 27 ersetzt.
Ergänzend können schwere Maschinengewehre und weitere leichte Waffen für den Eigenschutz eingesetzt werden. Die entscheidende Ausrüstung des Bootes besteht jedoch aus seinen Sonar-, Führungs- und Minenjagdsystemen.
Verbandszugehörigkeit
Nach ihrer Indienststellung gehörte die WEILHEIM zunächst zum 5. Minensuchgeschwader. Später wurde sie dem 1. Minensuchgeschwader in Olpenitz unterstellt.
Nach der Auflösung des 1. Minensuchgeschwaders Ende 2005 wechselte die WEILHEIM zum 3. Minensuchgeschwader. Seit der Zusammenführung der deutschen Minenjagdboote ist Kiel ihr Heimathafen.
Übungen und Einsätze
Die WEILHEIM nimmt regelmäßig an nationalen und internationalen Übungen zur Seeminenabwehr teil. Dabei arbeitet ihre Besatzung mit anderen Einheiten der Deutschen Marine sowie mit Minenabwehrkräften verbündeter Staaten zusammen.
Im September 2021 nahm die WEILHEIM an der multinationalen Übung Northern Coasts 2021 teil. Das Boot lief dazu aus Kiel aus und verlegte in das Seegebiet bei Karlskrona in Schweden. Während der Übung wurden Verfahren zur Unterwasseraufklärung und Minenabwehr unter realitätsnahen Bedingungen trainiert.
Solche Manöver dienen nicht nur der eigentlichen Minenjagd, sondern auch der Zusammenarbeit innerhalb multinationaler Verbände, der Führung komplexer Unterwasseroperationen und dem Schutz wichtiger Seewege.
Modernisierung
Die WEILHEIM gehörte zu den fünf Booten der Frankenthal-Klasse, die zwischen 2022 und 2025 eine umfassende Modernisierung erhalten sollten. Im Mittelpunkt stand die Ausrüstung mit einer neueren Version des Führungs- und Waffeneinsatzsystems IMCMS – Integrated Mine Countermeasures System.
Dieses System führt Sensorinformationen, Sonarkontakte und die Daten der eingesetzten Unterwasserfahrzeuge zusammen. Dadurch können verdächtige Objekte schneller ausgewertet und Minenabwehreinsätze präziser geführt werden.
Für die Dauer dieser Arbeiten wurde die WEILHEIM zeitweise aus dem regulären Fahrbetrieb genommen. Das Historische Marinearchiv bezeichnet den Zeitraum 2022 bis 2025 als vorübergehende Außerdienststellung zur Umrüstung. Dabei handelte es sich nicht um eine endgültige Außerdienststellung des Bootes.
Patenschaft mit der Stadt Weilheim
Die Stadt Weilheim in Oberbayern pflegt eine langjährige Verbindung zur Deutschen Marine. Bereits das frühere Küstenminensuch- und spätere Minenjagdboot M 1077 der Lindau-Klasse trug den Namen WEILHEIM.
Nach dessen Außerdienststellung wurde die Tradition mit M 1059 fortgeführt. Mit dem Stapellauf und der Taufe am 26. Februar 1998 übernahm die Stadt erneut die Patenschaft für ein Minenjagdboot.
Damit führt M 1059 nicht nur den Namen der bayerischen Stadt weiter, sondern auch eine über Jahrzehnte gewachsene Verbindung zwischen Weilheim und den deutschen Minenstreitkräften.
Technische Daten
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Klasse: 332 – Frankenthal-Klasse
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Typ: Minenjagdboot
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Kennung: M 1059
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Rufzeichen: DRFD
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Seriennummer: 332/12
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Bauwerft: Lürssen-Werft, Bremen-Vegesack
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Baunummer: 6445
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Stapellauf und Taufe: 26. Februar 1998
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Indienststellung: 26. November 1998
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Länge: etwa 54,4 Meter
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Breite: etwa 9,2 Meter
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Tiefgang: etwa 2,6 Meter
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Verdrängung: etwa 650 Tonnen
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Geschwindigkeit: mehr als 18 Knoten
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Heimathafen: Kiel
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Verband: 3. Minensuchgeschwader
Verbleib
M 1059 WEILHEIM gehört weiterhin zum Bestand der Deutschen Marine. Nach der zeitweiligen Herausnahme aus dem Fahrbetrieb für die Modernisierung ist sie dem 3. Minensuchgeschwader in Kiel zugeordnet.
Eine endgültige Außerdienststellung ist nicht belegt. Die für den Zeitraum 2022 bis 2025 genannte Außerdienststellung bezog sich ausschließlich auf die umfangreichen Umbau- und Modernisierungsarbeiten.
Bedeutung
Die WEILHEIM ist das letzte gebaute Boot der Frankenthal-Klasse. Als Einheit des zweiten Bauloses verbindet sie die bewährte Konstruktion der Klasse mit einer vergleichsweise späten Indienststellung.
Durch ihre Modernisierung bleibt sie eine wichtige Plattform für die deutsche Seeminenabwehr. Ihre Sensoren, Unterwasserdrohnen und Führungsmittel ermöglichen das systematische Absuchen von Seegebieten und die gezielte Beseitigung von Minen, die Häfen, Küstengewässer und internationale Schifffahrtswege bedrohen.