Kategorie: Zerstörer 103 LÜTJENS-Klasse

Zerstörer 103 – LÜTJENS-Klasse

Die drei Lenkwaffenzerstörer der LÜTJENS-Klasse gehörten zu den kampfstärksten und bekanntesten Einheiten der Bundesmarine.

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Die in den Vereinigten Staaten gebauten Schiffe basierten auf der amerikanischen CHARLES-F.-ADAMS-Klasse, wurden jedoch an die Anforderungen der Bundesmarine angepasst. Mit ihrer Flugkörperbewaffnung, leistungsfähigen Radar- und Ortungstechnik sowie ihrer markanten Silhouette leiteten sie Ende der 1960er Jahre ein neues Kapitel in der Geschichte der deutschen Zerstörer ein.

Zur Klasse 103 gehörten:

D185 LÜTJENS
D186 MÖLDERS
D187 ROMMEL

Die drei Einheiten waren in Kiel beheimatet und für den Schutz von Flottenverbänden sowie für den Geleitschutz in Nordsee und Nordatlantik vorgesehen. Zu ihren Aufgaben gehörten vor allem die weitreichende Luftverteidigung, die Bekämpfung von Seezielen und U-Booten sowie die Führung und Sicherung multinationaler Marineverbände. Ihre Stationierung in der Ostsee war zugleich ein sichtbares Zeichen der Abschreckung während des Kalten Krieges.

Im Laufe ihrer langen Dienstzeit wurden die Zerstörer mehrfach modernisiert. Aus der ursprünglichen Klasse 103 entstand zunächst die Klasse 103A und nach weiteren umfangreichen Umbauten die Klasse 103B. Neue Radar-, Führungs- und Waffensysteme hielten die Schiffe über Jahrzehnte einsatzfähig und machten sie bis zu ihrer Außerdienststellung zu wichtigen Trägern der Verbandsflugabwehr.

Die LÜTJENS-Klasse nahm an zahlreichen NATO-Manövern, Ausbildungsreisen und internationalen Flottenverbänden teil. Die Besatzungen erlebten lange Seetörns, schwere Wetterlagen, Hafenbesuche in vielen Ländern und einen fordernden Bordalltag. Maschinenanlage, Waffensysteme und umfangreiche Elektronik verlangten eine große Besatzung und das enge Zusammenspiel aller Verwendungsreihen.

Besondere Bekanntheit erlangte D185 LÜTJENS wenige Tage nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Beim Vorbeifahren an einem amerikanischen Kriegsschiff erwies ihre Besatzung den amerikanischen Kameraden mit einer besonderen Geste Anteilnahme und Respekt. Das Ereignis wurde zu einem weithin bekannten Zeichen der deutsch-amerikanischen Verbundenheit.

Mit der Außerdienststellung der drei Schiffe zwischen 1999 und 2003 endete die Ära der Zerstörer in der Deutschen Marine. D186 MÖLDERS blieb als Museumsschiff erhalten und kann heute im Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven besichtigt werden. Mit einer Länge von rund 134 Metern und einer früheren Besatzung von mehr als 330 Mann ist sie das größte Museumskriegsschiff Deutschlands.

Die LÜTJENS-Klasse steht bis heute für technische Leistungsfähigkeit, internationale Zusammenarbeit und eine besondere Form der Bordgemeinschaft. Für ihre ehemaligen Besatzungen bleiben LÜTJENS, MÖLDERS und ROMMEL untrennbar mit gemeinsamen Jahren, harter Arbeit und Kameradschaft auf See verbunden.

Von Kameraden – für Kameraden.