Die FLENSBURG entstand bei der Burmester-Werft in Bremen-Burg unter der Baunummer 5495. Der Stapellauf erfolgte am 7. April 1959, die Indienststellung bei der Bundesmarine am 3. Dezember 1959.
Dienst als Küstenminensuchboot
Die FLENSBURG wurde zunächst als klassisches Küstenminensuchboot der Klasse 320 eingesetzt. Ihre Aufgabe bestand darin, Seeminen in Küstengewässern, Hafenzufahrten und wichtigen Schifffahrtswegen aufzuspüren und zu räumen.
Wie alle Einheiten der Lindau-Klasse besaß sie einen weitgehend amagnetischen Holzrumpf. Durch die mehrschichtige Holzbauweise und die Verwendung möglichst weniger magnetischer Materialien sollte das Eigenmagnetfeld des Bootes gering gehalten werden. Dadurch verringerte sich die Gefahr, magnetisch ausgelöste Grundminen während der Räumarbeiten unbeabsichtigt zur Detonation zu bringen.
Als Küstenminensuchboot konnte die FLENSBURG unterschiedliche Räumverfahren einsetzen. Dazu gehörten mechanische Räumgeräte gegen Ankertauminen sowie magnetische und akustische Räummittel gegen Grundminen.
Während ihrer ersten Dienstphase gehörte sie zu den Minenabwehrkräften der Bundesmarine an der deutschen Nordseeküste.
Früher Umbau zum Minenjagdboot
Am 25. März 1970 wurde die FLENSBURG als Küstenminensuchboot außer Dienst gestellt. Anschließend erfolgte der Umbau zum Minenjagdboot der Klasse 331A. Sie gehörte damit zu den ersten Booten der Lindau-Klasse, an denen das neue Verfahren der gezielten Minenjagd praktisch umgesetzt wurde.
Am 12. September 1972 wurde die umgebaute FLENSBURG wieder in Dienst gestellt. Einzelne internationale Übersichten nennen abweichend den 12. August 1972; die deutsche Klassenübersicht führt jedoch den 12. September 1972.
Besonderheiten der Klasse 331A
Die FLENSBURG unterschied sich von den später zur Klasse 331B umgebauten Booten. Die Minenjagdboote der Klasse 331A erhielten zwei zusätzliche Schottelpropeller, die eine besonders genaue Positionierung und langsame Bewegung während der Minenjagd ermöglichten.
Für den Antrieb der Schottelpropeller wurde ein zusätzlicher Dieselmotor eingebaut. Diese Konstruktion war technisch aufwendig und wurde bei den späteren Umbauten zur Klasse 331B nicht mehr übernommen.
Zur Minenjagdausrüstung gehörten insbesondere:
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ein hochauflösendes Minenjagdsonar,
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Einrichtungen zur genauen Positionsbestimmung,
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zwei zusätzliche Schottelpropeller,
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ferngelenkte Unterwassergeräte zur Untersuchung und Bekämpfung georteter Minen,
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ein Kran zum Aussetzen und Einholen der Minenjagdausrüstung.
Mit dieser Ausstattung konnte die FLENSBURG verdächtige Unterwasserobjekte gezielt suchen, klassifizieren und bekämpfen. Damit unterschied sich ihre Arbeitsweise wesentlich von der klassischen Minenräumung, bei der größere Seegebiete mit Schlepp- und Räumgeräten bearbeitet wurden.
Einsatz als Minenjagdboot
Als Minenjagdboot gehörte die FLENSBURG zu den Einheiten des 4. Minensuchgeschwaders. Zeitweise waren die Minenabwehrverbände im Minenabwehrgeschwader Nordsee zusammengefasst. Nach der späteren Neuordnung bildeten die Minenjagdboote erneut den Kern des 4. Minensuchgeschwaders in Wilhelmshaven.
Während ihrer langen Dienstzeit nahm die FLENSBURG an zahlreichen Ausbildungsfahrten sowie nationalen und internationalen Minenabwehrübungen teil. Als frühes Minenjagdboot lieferte sie wichtige praktische Erfahrungen für die weitere technische Entwicklung der deutschen Minenabwehr.
Die FLENSBURG blieb jedoch nicht so lange im aktiven Dienst wie mehrere der später umgebauten Schwesterschiffe. Ihre Anlagen entsprachen der frühen Umbauvariante 331A, während die nachfolgenden Boote nach einem weiterentwickelten Konzept modernisiert wurden.
Außerdienststellung
Beim genauen Datum der endgültigen Außerdienststellung bestehen widersprüchliche Angaben. Der Einzeldatensatz des Historischen Marinearchivs nennt den 26. Januar 1991. Mehrere Klassenübersichten führen dagegen den 26. Juni 1991. Sicher belegt ist, dass die aktive Dienstzeit der FLENSBURG im Jahr 1991 endete.
Das Boot wurde anschließend nicht an eine ausländische Marine abgegeben und zunächst auch nicht verschrottet.
Nutzung als Wohn- und Jugendboot
Im Jahr 1995 gelangte die ehemalige FLENSBURG nach Duisburg-Ruhrort. Dort wurde sie als stationäres Wohn- beziehungsweise Jugendboot genutzt. Damit erhielt das frühere Minenjagdboot nach seiner militärischen Laufbahn eine ungewöhnliche zivile Verwendung.
Das Boot blieb über viele Jahre in Duisburg erhalten. Eine dauerhafte museale Sicherung gelang jedoch nicht.
Verbleib
Im Jahr 2011 wurde die ehemalige FLENSBURG schließlich abgewrackt. Damit endete die Geschichte eines Bootes, das zunächst als Küstenminensucher gedient, anschließend als eines der ersten deutschen Minenjagdboote wichtige technische Pionierarbeit geleistet und danach noch viele Jahre als Wohn- und Jugendboot überdauert hatte.
Technische und historische Einordnung
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Name: FLENSBURG
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Kennung: M 1084
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Ursprüngliche Klasse: Klasse 320 – Lindau-Klasse
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Ursprüngliche Verwendung: Küstenminensuchboot
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Spätere Klasse: Klasse 331A
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Spätere Verwendung: Minenjagdboot
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Bauwerft: Burmester-Werft, Bremen-Burg
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Baunummer: 5495
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Stapellauf: 7. April 1959
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Indienststellung: 3. Dezember 1959
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Außerdienststellung vor dem Umbau: 25. März 1970
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Wiederindienststellung als Minenjagdboot: 12. September 1972
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Besonderheit: zusätzliche Schottelpropeller der frühen Umbauvariante 331A
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Endgültige deutsche Außerdienststellung: 1991
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Spätere Nutzung: ab 1995 Wohn- und Jugendboot in Duisburg-Ruhrort
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Verbleib: 2011 abgewrackt
Die FLENSBURG nimmt innerhalb der Lindau-Klasse eine besondere Stellung ein. Sie gehörte zu den ersten Einheiten, die vom klassischen Küstenminensuchboot zum spezialisierten Minenjagdboot umgebaut wurden.
Mit ihrer aufwendigen Ausstattung und den zusätzlichen Schottelpropellern sammelte die Bundesmarine wertvolle Erfahrungen, die in die späteren Umbauten und die Entwicklung moderner Minenjagdboote einflossen.
Ein Stück deutscher Marinegeschichte – für alle, die auf der FLENSBURG oder in den Minenabwehrverbänden der Bundesmarine ihren Dienst geleistet haben.