Kategorie: KM-Boot M1070 GÖTTINGEN

M 1070 GÖTTINGEN – Küstenminensuchboot und Minenjagdboot der Lindau-Klasse

Die GÖTTINGEN mit der Kennung M 1070 gehörte zu den 18 Küstenminensuchbooten der Lindau-Klasse, die für die junge Bundesmarine gebaut wurden. Die robusten Holzboote prägten die deutsche Minenabwehr über mehrere Jahrzehnte und wurden später teilweise zu Minenjagdbooten oder Hohlstablenkbooten umgebaut.

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Die GÖTTINGEN entstand auf der Burmester-Werft in Bremen-Burg unter der Baunummer 5432. Der Stapellauf erfolgte am 1. April 1957, die Indienststellung bei der Bundesmarine am 31. Mai 1958.

Einsatz als Küstenminensuchboot

Als Boot der Klasse 320 war die GÖTTINGEN zunächst für die klassische Minenräumung in den Küstengewässern von Nord- und Ostsee vorgesehen. Zu ihren Aufgaben gehörten die Suche nach Seeminen, das Räumen verminter Seewege sowie die Teilnahme an nationalen und internationalen Übungen.

Die Boote der Lindau-Klasse besaßen einen weitgehend nichtmagnetischen Holzrumpf. Dadurch sollte die Gefahr vermindert werden, magnetisch ausgelöste Minen während der Räumarbeiten unbeabsichtigt zur Detonation zu bringen.

Die GÖTTINGEN gehörte während ihrer Dienstzeit zur Minenabwehrflottille der Bundesmarine. Die Einheiten der Lindau-Klasse waren unter anderem im 4. Minensuchgeschwader zusammengefasst und überwiegend an der deutschen Nordseeküste stationiert.

Umbau zum Minenjagdboot

Am 14. Juni 1976 wurde die GÖTTINGEN als Küstenminensuchboot außer Dienst gestellt. Anschließend erfolgte der umfangreiche Umbau zum Minenjagdboot der Klasse 331B.

Am 19. Januar 1979 wurde das modernisierte Boot erneut in Dienst gestellt. Anstelle des herkömmlichen mechanischen Räumgeschirrs verfügte die GÖTTINGEN nun über Ausrüstung zur gezielten Ortung, Identifizierung und Bekämpfung einzelner Seeminen. Dazu gehörten ferngelenkte Minenjagddrohnen und speziell ausgebildete Minentaucher.

Trotz des Umbaus behielt das Boot seinen Namen und die Kennung M 1070.

Außerdienststellung und Verbleib

Nach fast vier Jahrzehnten unter deutscher Flagge wurde die GÖTTINGEN am 11. September 1997 endgültig außer Dienst gestellt.

Im Jahr 2000 wurde das ehemalige Minenjagdboot an die lettische Marine abgegeben. Es wurde dort jedoch nicht mehr als aktive Einheit in Dienst gestellt, sondern diente als Material- und Ersatzteilreserve für andere ehemalige deutsche Minenjagdboote. Im Laufe der Zeit wurde das Boot weitgehend als Ersatzteilspender aufgebraucht.

Technische Einordnung

  • Name: GÖTTINGEN

  • Kennung: M 1070

  • Ursprüngliche Klasse: Klasse 320 – Lindau-Klasse

  • Spätere Klasse: Klasse 331B – Minenjagdboot

  • Bauwerft: Burmester-Werft, Bremen-Burg

  • Baunummer: 5432

  • Stapellauf: 1. April 1957

  • Indienststellung: 31. Mai 1958

  • Außerdienststellung als Küstenminensuchboot: 14. Juni 1976

  • Wiederindienststellung als Minenjagdboot: 19. Januar 1979

  • Endgültige Außerdienststellung: 11. September 1997

  • Verbleib: 2000 an Lettland abgegeben und als Materialreserve genutzt

Die GÖTTINGEN steht beispielhaft für die außergewöhnliche Langlebigkeit der Lindau-Klasse. Aus einem klassischen Küstenminensuchboot der Aufbaujahre wurde durch umfangreiche Modernisierung ein leistungsfähiges Minenjagdboot, das bis in die 1990er-Jahre hinein seinen Dienst versah.

Ein Stück deutscher Marinegeschichte – für alle, die auf der GÖTTINGEN gefahren sind oder sich der Minenabwehr verbunden fühlen.