Kategorie: Fregatte F223 NORDRHEIN-WESTFALEN

F 223 NORDRHEIN-WESTFALEN – Fregatte der Baden-Württemberg-Klasse

Die Fregatte NORDRHEIN-WESTFALEN mit der Kennung F 223 ist die zweite Einheit der Baden-Württemberg-Klasse, Klasse 125. Sie wurde am 10. Juni 2020 in Dienst gestellt und gehört zum 4. Fregattengeschwader der Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven.

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Die NORDRHEIN-WESTFALEN ist für lang andauernde maritime Stabilisierungs- und Überwachungseinsätze vorgesehen. Zu ihren Aufgaben gehören die Kontrolle großer Seegebiete, der Schutz maritimer Versorgungswege, die Durchsetzung internationaler Embargos, die Abwehr asymmetrischer Bedrohungen sowie die Führung multinationaler Marineverbände.

Wie alle Schiffe der Klasse 125 wird sie nicht dauerhaft von nur einer Stammbesatzung gefahren. Stattdessen kann sie nacheinander von unterschiedlichen Besatzungen des 4. Fregattengeschwaders übernommen werden.

Entwicklung und Bau

Der Bau der NORDRHEIN-WESTFALEN begann im Rahmen des Beschaffungsprogramms F125.

Der sogenannte Werkstattbeginn erfolgte im Mai 2012. Im Oktober 2012 begann mit der Kiellegung die eigentliche Bauphase. Bei modernen Marineschiffen besteht die Kiellegung häufig nicht mehr aus dem Bau eines durchgehenden Kiels, sondern aus dem Zusammenfügen bereits vorgefertigter Schiffssektionen.

Die NORDRHEIN-WESTFALEN wurde von der Arbeitsgemeinschaft ARGE F125 gebaut. Diese bestand aus thyssenkrupp Marine Systems und der Fr. Lürssen Werft.

Die einzelnen Sektionen der Fregatte entstanden arbeitsteilig auf mehreren Werften. Danach wurden sie zusammengefügt, ausgerüstet und für die technische Erprobung vorbereitet.

Taufe

Die Taufe der NORDRHEIN-WESTFALEN erfolgte am 16. April 2015.

Mit der Namensgebung wurde die Verbindung zum Bundesland Nordrhein-Westfalen begründet. Die Fregatte führt dessen Namen als zweite Einheit der Klasse 125 und trägt die NATO-Kennung F 223.

Der Name folgt der Tradition der Deutschen Marine, größere Überwasserkampfschiffe nach Bundesländern und deutschen Städten zu benennen.

Erprobung

Im August 2016 begannen die ersten Funktionsnachweise des Schiffes.

Dabei wurde überprüft, ob die eingebauten technischen Anlagen entsprechend den vertraglichen Vorgaben arbeiteten. Zu den Erprobungen gehörten unter anderem:

  • Antriebs- und Energieanlagen,

  • Navigations- und Führungssysteme,

  • Sensoren und Kommunikationsanlagen,

  • Waffen und Selbstschutzsysteme,

  • Automatisierung und Schiffssicherheit.

Beim Bau der NORDRHEIN-WESTFALEN konnte bereits auf Erfahrungen zurückgegriffen werden, die zuvor während der Erprobung des Typschiffes BADEN-WÜRTTEMBERG gesammelt worden waren.

Besondere Bedeutung hatte die Integration der Anlage zur elektronischen Kampfführung KORA sowie der ferngesteuerten Waffenstationen mit schweren Maschinengewehren im Kaliber 12,7 Millimeter.

Abnahme durch die Bundeswehr

Am 3. März 2020 übernahm das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die Fregatte im Marinestützpunkt Wilhelmshaven von der Industrie.

Mit der Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls war die industrielle Bauphase grundsätzlich beendet. Das Schiff ging damit in die Verantwortung der Bundeswehr über.

Die Abnahme war jedoch noch nicht mit der vollständigen militärischen Einsatzbereitschaft gleichzusetzen. Anschließend mussten Besatzungen ausgebildet, Verfahren erprobt und die erforderlichen militärischen Nachweise erbracht werden.

Indienststellung

Die offizielle Indienststellung der NORDRHEIN-WESTFALEN erfolgte am 10. Juni 2020.

Sie war damit die zweite aktive Fregatte der Klasse 125 nach dem Typschiff BADEN-WÜRTTEMBERG. Ihr Heimathafen wurde Wilhelmshaven.

Die Indienststellung fiel in die Zeit der Corona-Pandemie. Zeremonien und militärische Veranstaltungen unterlagen deshalb besonderen Einschränkungen.

Mit der Indienststellung begann die reguläre militärische Dienstzeit des Schiffes. In den folgenden Jahren standen zunächst die Ausbildung der Besatzungen, technische Nachweise sowie die Herstellung der Einsatzbereitschaft im Mittelpunkt.

Namensgebung und Patenschaft

Namensgeber der Fregatte ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die Patenschaft verbindet das Schiff, seine wechselnden Besatzungen und das Bundesland miteinander. Sie wird durch Besuche, Veranstaltungen und Kontakte zwischen Marineangehörigen, Landesvertretern und der Bevölkerung gepflegt.

Aufgrund des Mehrbesatzungskonzeptes ist die Patenschaft nicht ausschließlich an eine einzelne Besatzung gebunden. Sie gilt vielmehr dem Schiff und allen Besatzungen, die auf ihm Dienst leisten.

Einordnung in die Klasse 125

Die NORDRHEIN-WESTFALEN ist mit einer Länge von etwa 149,5 Metern und einer Verdrängung von rund 7.200 Tonnen größer als die älteren Fregatten der Bremen-, Brandenburg- und Sachsen-Klasse.

Trotz ihrer Größe beträgt die reguläre Stammbesatzung nur etwa 126 Soldatinnen und Soldaten. Dies wird durch eine umfangreiche Automatisierung der Schiffsführung, Antriebstechnik, Überwachung und Schadensabwehr ermöglicht.

Zusätzlich können je nach Einsatz weitere Kräfte eingeschifft werden, darunter:

  • Bordeinsatzkräfte,

  • Boardingteams,

  • Personal des Seebataillons,

  • Sanitätspersonal,

  • Stabsangehörige,

  • Sprachmittler,

  • Hubschrauberpersonal,

  • technische Unterstützungskräfte.

Mehrbesatzungskonzept

Die NORDRHEIN-WESTFALEN besitzt keine dauerhaft ausschließlich ihr zugeordnete Besatzung.

Für die vier Fregatten der Klasse 125 stehen dem 4. Fregattengeschwader insgesamt acht Besatzungen zur Verfügung. Diese tragen Bezeichnungen aus dem NATO-Alphabet, beispielsweise Alpha, Bravo, Charlie oder Delta.

Eine Besatzung kann daher zunächst auf der NORDRHEIN-WESTFALEN und später auf einer anderen Fregatte derselben Klasse eingesetzt werden.

Bei langen Auslandseinsätzen soll das Schiff im Einsatzgebiet verbleiben, während die Besatzung grundsätzlich nach etwa vier Monaten in einem geeigneten Hafen ausgetauscht wird. Auf diese Weise können die Fregatten theoretisch bis zu zwei Jahre außerhalb ihres deutschen Heimathafens eingesetzt werden.

Aufgaben

Das ursprüngliche Einsatzprofil der NORDRHEIN-WESTFALEN umfasst insbesondere:

  • Überwachung großer Seegebiete,

  • Schutz internationaler Schifffahrtswege,

  • maritime Präsenz in Krisenregionen,

  • Durchsetzung von Embargos,

  • Bekämpfung von Piraterie und Schmuggel,

  • Abwehr kleiner schneller Angriffsboote,

  • Einsatz von Boardingkräften,

  • Unterstützung von Spezialkräften,

  • Evakuierungs- und Rettungsoperationen,

  • Führung multinationaler Marineverbände.

Das 4. Fregattengeschwader nennt die UNIFIL-Mission vor dem Libanon und NATO-Aktivitäten in der Ägäis als typische Einsatzfelder der Klasse.

Bewaffnung

Die Hauptbewaffnung der NORDRHEIN-WESTFALEN besteht aus einem 127-Millimeter-Geschütz auf dem Vorschiff.

Das Geschütz kann gegen See- und Landziele eingesetzt werden und ermöglicht die Unterstützung von Kräften in Küstennähe.

Zur weiteren Bewaffnung gehören:

  • Seezielflugkörper RGM-84 Harpoon,

  • zwei Starter für das Flugabwehrsystem RIM-116 RAM,

  • zwei 27-Millimeter-Maschinenkanonen,

  • fünf ferngesteuerte schwere Maschinengewehre im Kaliber 12,7 Millimeter,

  • Täuschkörperwurfanlagen des Typs MASS.

Die ferngesteuerten Maschinengewehre besitzen eigene optische Sensoren und werden aus der Operationszentrale bedient. Dadurch müssen sich die Bediener bei einer unmittelbaren Bedrohung nicht ungeschützt an Oberdeck befinden.

Flugabwehr

Die serienmäßige Flugabwehr der NORDRHEIN-WESTFALEN konzentriert sich vor allem auf die beiden RAM-Starter.

RAM dient der Abwehr anfliegender Flugkörper, Flugzeuge und Hubschrauber im Nahbereich. Eine weiträumige Verbandsflugabwehr, wie sie die Fregatten der Sachsen-Klasse leisten können, gehörte nicht zum ursprünglichen Hauptauftrag der Klasse 125.

Die Klasse entstand hauptsächlich für lang andauernde Stabilisierungsoperationen und die Abwehr asymmetrischer Gefahren. Mit der wieder stärkeren Ausrichtung auf Landes- und Bündnisverteidigung gewinnt jedoch die Verbesserung der Flugabwehrfähigkeit der Klasse zunehmend an Bedeutung.

Sensoren und elektronische Kampfführung

Die NORDRHEIN-WESTFALEN besitzt moderne Radar-, Infrarot- und Aufklärungssysteme.

Dazu gehören unter anderem:

  • Multifunktionsradar TRS-3D/NR,

  • elektronische Kampfführungsanlage KORA,

  • optische und infrarotgestützte Zielverfolgung,

  • 360-Grad-Infrarotüberwachung,

  • Navigationsradare,

  • Freund-Feind-Kennung,

  • Taucher-Detektionssonar.

Das Taucher-Detektionssonar dient vor allem dem Schutz des Schiffes in Häfen oder vor Anker. Es soll Personen erkennen, die sich unter Wasser unbemerkt dem Schiff nähern.

Ein klassisches weitreichendes U-Boot-Jagdsonar gehört nicht zur ursprünglichen Hauptausstattung der Fregatte.

Bordeinsatzkräfte und Einsatzboote

Die NORDRHEIN-WESTFALEN führt mehrere schnelle Festrumpfschlauchboote mit.

Diese werden seitlich aus Bootsnischen ausgesetzt und können Boardingteams oder Spezialkräfte zu verdächtigen Schiffen transportieren. Sie eignen sich außerdem für Rettungs-, Verbindungs- und Transportaufgaben.

Die Fähigkeit, zusätzliche Bordeinsatzkräfte einzuschiffen und mit schnellen Booten einzusetzen, gehört zu den zentralen Merkmalen der Klasse 125.

Bordhubschrauber

Die Fregatte verfügt über ein großes Flugdeck und einen Hangar für bis zu zwei Bordhubschrauber.

Die Hubschrauber können eingesetzt werden für:

  • Seeraumüberwachung,

  • Aufklärung,

  • Transport von Personal und Material,

  • Unterstützung von Boardingoperationen,

  • Seenotrettung,

  • Bekämpfung von Seezielen.

Ursprünglich war die Klasse vor allem auf den Betrieb des Sea Lynx Mk 88A ausgerichtet. Das Flugdeck kann grundsätzlich auch von anderen geeigneten Hubschraubern verbündeter Streitkräfte genutzt werden.

Antrieb

Die NORDRHEIN-WESTFALEN besitzt einen kombinierten dieselelektrischen und Gasturbinenantrieb nach dem CODLAG-Prinzip.

Vier Dieselmotoren erzeugen elektrische Energie. Zwei Elektrofahrmotoren treiben bei wirtschaftlicher Fahrt die beiden Verstellpropeller an.

Für hohe Geschwindigkeiten kann zusätzlich eine Gasturbine zugeschaltet werden. Die Gesamtleistung liegt bei etwa 29.000 Kilowatt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt mehr als 26 Knoten.

Ein Bugstrahlruder unterstützt das Manövrieren bei langsamer Fahrt und im Hafen.

Ausbildung und Herstellung der Einsatzbereitschaft

Nach der Indienststellung folgte eine mehrjährige Ausbildungs- und Erprobungsphase.

Dabei mussten sowohl das Schiff als auch die wechselnden Besatzungen ihre Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen nachweisen:

  • Navigation und Seemannschaft,

  • Umgang mit Antrieb und Schiffstechnik,

  • Brand- und Leckabwehr,

  • Flugdienst,

  • Einsatz der Waffen,

  • elektronische Kampfführung,

  • Einsatz der Boardingteams,

  • Zusammenarbeit mit anderen Kriegsschiffen,

  • Versorgung auf See,

  • Führung in multinationalen Verbänden.

Ein wesentlicher Bestandteil war außerdem die Ausbildung verschiedener Besatzungen auf derselben Plattform.

Repräsentative Aufgaben und Hanse Sail 2025

Im August 2025 nahm die NORDRHEIN-WESTFALEN an der Hanse Sail in Rostock-Warnemünde teil.

Die Fregatte lag dort am Passagierkai und wurde an mehreren Tagen für Besucher geöffnet. Solche Open-Ship-Veranstaltungen dienen der Öffentlichkeitsarbeit der Marine und ermöglichen der Bevölkerung einen Einblick in das Leben und Arbeiten an Bord eines modernen Kriegsschiffes.

Die Teilnahme zeigt zugleich, dass moderne Einsatzschiffe neben ihren militärischen Aufgaben auch repräsentative Funktionen erfüllen.

UNIFIL-Einsatz 2026

Der bislang bedeutendste öffentlich dokumentierte Auslandseinsatz der NORDRHEIN-WESTFALEN war ihre Beteiligung an der UN-Mission UNIFIL vor der Küste des Libanon.

Die maritime Komponente von UNIFIL überwacht die libanesischen Küstengewässer. Der Auftrag umfasst insbesondere:

  • Seeraumüberwachung,

  • Unterstützung bei der Durchsetzung des Waffenembargos,

  • Kontrolle maritimer Handels- und Versorgungswege,

  • Ausbildung und Unterstützung der libanesischen Marine,

  • Aufbau eines maritimen Lagebildes,

  • Zusammenarbeit in einem multinationalen UN-Marineverband.

Die Fregatte stellte dabei den deutschen seegestützten Beitrag zur UNIFIL Maritime Task Force.

Auftrag vor dem Libanon

Das zu überwachende Seegebiet liegt vor den wichtigen libanesischen Häfen Beirut, Tripoli und Sidon.

Die NORDRHEIN-WESTFALEN identifizierte und überwachte Schiffsbewegungen, unterstützte das gemeinsame Lagebild des UN-Verbandes und trug zur Kontrolle der Seegrenzen bei.

Neben der eigentlichen Seeraumüberwachung ist die Ausbildung der libanesischen Marine ein zentraler Bestandteil des deutschen Beitrags. Ziel ist, dass die libanesischen Streitkräfte ihre Küstengewässer und Seegrenzen langfristig eigenständig überwachen können.

Der Einsatz erfolgte in einer politisch und militärisch angespannten Lage im Nahen Osten.

Ablösung im Juni 2026

Nach dem offiziellen Plan der Bundeswehr sollte die NORDRHEIN-WESTFALEN am 20. Juni 2026 durch das Typschiff BADEN-WÜRTTEMBERG abgelöst werden.

Damit endete ihr deutscher Beitrag zur UNIFIL Maritime Task Force nach dem seinerzeit veröffentlichten Einsatzplan im Juni 2026.

Da die NORDRHEIN-WESTFALEN weiterhin im aktiven Dienst steht, kann sich ihr weiterer Einsatz- und Ausbildungslebenslauf künftig noch erheblich erweitern.

Technische Daten

  • Schiffstyp: Fregatte

  • Klasse: Baden-Württemberg-Klasse

  • Klassenbezeichnung: Klasse 125

  • Kennung: F 223

  • Namensgeber: Bundesland Nordrhein-Westfalen

  • Werkstattbeginn: Mai 2012

  • Kiellegung: Oktober 2012

  • Taufe: 16. April 2015

  • Beginn der Funktionsnachweise: August 2016

  • Abnahme durch die Bundeswehr: 3. März 2020

  • Indienststellung: 10. Juni 2020

  • Heimathafen: Wilhelmshaven

  • Verbandszugehörigkeit: 4. Fregattengeschwader, Einsatzflottille 2

  • Länge über alles: 149,5 Meter

  • Breite: 18,8 Meter

  • Tiefgang: etwa 5,4 Meter

  • Verdrängung: etwa 7.200 Tonnen

  • Antrieb: CODLAG

  • Elektrofahrmotoren: zwei

  • Dieselgeneratoren: vier

  • Gasturbine: eine

  • Gesamtleistung: etwa 29.000 Kilowatt

  • Propeller: zwei Verstellpropeller

  • Bugstrahlruder: eines

  • Höchstgeschwindigkeit: mehr als 26 Knoten

  • Stammbesatzung: etwa 126 Personen

  • Bordhubschrauber: bis zu zwei

  • Hauptgeschütz: ein 127-Millimeter-Geschütz

  • Seezielflugkörper: RGM-84 Harpoon

  • Nahbereichsflugabwehr: RIM-116 RAM

  • weitere Bewaffnung: zwei 27-Millimeter-Maschinenkanonen und fünf ferngesteuerte 12,7-Millimeter-Maschinengewehre

  • Täuschkörpersystem: MASS.

Aktueller Status

Die Fregatte NORDRHEIN-WESTFALEN befindet sich weiterhin im aktiven Dienst der Deutschen Marine.

Nach ihrem UNIFIL-Einsatz wurde sie gemäß dem veröffentlichten Ablöseplan im Juni 2026 durch die BADEN-WÜRTTEMBERG ersetzt. Ein Abschnitt zur Außerdienststellung oder zum Verbleib entfällt daher.

Historische Einordnung

Die NORDRHEIN-WESTFALEN steht wie ihre Schwesterschiffe für ein neues Betriebs- und Einsatzkonzept der Deutschen Marine.

Das Schiff wurde nicht vorrangig für die U-Boot-Jagd oder die weiträumige Luftverteidigung eines Flottenverbandes entwickelt. Im Mittelpunkt standen vielmehr lang andauernde Stabilisierungsmissionen, maritime Überwachung, Embargokontrolle und der Einsatz zusätzlicher Boarding- und Spezialkräfte.

Zu den besonderen Merkmalen gehören:

  • eine im Verhältnis zur Schiffsgröße kleine Stammbesatzung,

  • weitreichende Automatisierung,

  • mehrere austauschbare Besatzungen,

  • lange Einsatzzeiten fern des Heimathafens,

  • umfangreiche Unterbringungsmöglichkeiten für zusätzliche Kräfte,

  • schnelle Einsatzboote,

  • ein großkalibriges 127-Millimeter-Geschütz,

  • die Fähigkeit zur Führung multinationaler Verbände.

Mit ihrem UNIFIL-Einsatz leistete die NORDRHEIN-WESTFALEN erstmals einen größeren öffentlich dokumentierten operativen Beitrag in einem internationalen Marineverband.

Ihre weitere Geschichte ist noch offen. Als aktive Fregatte der Deutschen Marine wird sie künftig sowohl für internationale Missionen als auch verstärkt für Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung eingesetzt werden können.