Wie ihre Schwesterschiffe wurde sie als spezialisierte Luftverteidigungsfregatte entwickelt. Ihr Hauptauftrag besteht darin, größere Marineverbände gegen Flugzeuge, Marschflugkörper, Drohnen und andere Bedrohungen aus der Luft zu schützen. Gleichzeitig verfügt sie über Fähigkeiten zur Seezielbekämpfung, U-Boot-Jagd und Verbandsführung. Die Kombination aus SMART-L-Weitbereichsradar, APAR-Multifunktionsradar und den Flugkörpern SM-2, ESSM und RAM macht sie zu einem der leistungsfähigsten Kampfschiffe der Deutschen Marine.
Entwicklung und Bau
Die HAMBURG entstand als zweite Fregatte des F124-Programms bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) in Kiel.
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Kiellegung: 1. September 2000
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Stapellauf: 16. August 2002
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Indienststellung: 13. Dezember 2004
Bereits beim Bau konnten zahlreiche Erfahrungen berücksichtigt werden, die während der Erprobung des Typschiffes SACHSEN gewonnen worden waren. Dadurch verlief die Einführung der zweiten Einheit deutlich reibungsloser als beim Typschiff.
Indienststellung
Mit der Indienststellung am 13. Dezember 2004 erhielt die Deutsche Marine ihre zweite moderne Luftverteidigungsfregatte.
Nur wenige Wochen später wechselte die HAMBURG gemeinsam mit den übrigen Schiffen der Klasse in das neu aufgestellte 2. Fregattengeschwader, das seitdem sämtliche Fregatten der Klasse 124 betreibt.
Namensgebung und Patenschaft
Namensgeber ist die Freie und Hansestadt Hamburg.
Der traditionsreiche Name wurde bereits von mehreren deutschen Kriegsschiffen getragen. Die heutige Fregatte setzt diese Tradition fort und pflegt enge Beziehungen zu ihrer Patenstadt.
Aufgabenprofil
Die HAMBURG wurde als Luftverteidigungsschiff entwickelt.
Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören:
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Schutz eines Marineverbandes vor Luftangriffen,
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Aufbau eines großräumigen Luftlagebildes,
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Führung multinationaler Verbände,
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Schutz von Flugzeugträgergruppen,
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Bekämpfung von Überwasserschiffen,
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U-Boot-Abwehr,
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Teilnahme an NATO- und EU-Einsätzen.
Durch ihre Führungsanlagen kann sie zusätzlich als Flaggschiff eines internationalen Verbandes eingesetzt werden.
Sensoren und Bewaffnung
Die HAMBURG verfügt über dieselbe Ausrüstung wie ihre Schwesterschiffe:
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SMART-L-Weitbereichsradar,
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APAR-Multifunktionsradar,
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Mk-41-Senkrechtstartanlage mit 32 Startzellen,
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Flugabwehrflugkörper SM-2,
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ESSM,
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zwei RAM-Starter,
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acht Harpoon-Seezielflugkörper,
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76-mm-Compact-Geschütz,
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zwei MLG-27-Maschinenkanonen,
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MU90-Leichtgewichtstorpedos,
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Bugsonar,
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bis zu zwei Bordhubschrauber.
Diese Kombination ermöglicht gleichzeitig Luftverteidigung, Seezielbekämpfung und U-Boot-Jagd.
Erste Auslandseinsätze
Von November 2010 bis März 2011 nahm die HAMBURG als erstes Schiff der Sachsen-Klasse an der EU-Anti-Piraterie-Mission EUNAVFOR Atalanta am Horn von Afrika teil.
Zu ihren Aufgaben gehörten:
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Schutz von Schiffen des Welternährungsprogramms,
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Sicherung internationaler Handelswege,
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Abschreckung und Bekämpfung der Piraterie,
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Seeraumüberwachung,
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Zusammenarbeit mit internationalen Marineverbänden.
Damit bewährte sich die Klasse erstmals unter realen Einsatzbedingungen außerhalb Europas.
Historischer Einsatz mit der USS Dwight D. Eisenhower
Den bedeutendsten Abschnitt ihrer bisherigen Laufbahn absolvierte die HAMBURG im Frühjahr 2013.
Zwischen 24. März und 3. Juni 2013 wurde sie vollständig in die amerikanische Flugzeugträgerkampfgruppe um die USS Dwight D. Eisenhower (CVN-69) integriert.
Dabei schrieb sie Marinegeschichte:
Erstmals wurde ein deutsches Kriegsschiff vollständig in eine Carrier Strike Group der US Navy eingegliedert. Noch bedeutender war, dass der HAMBURG erstmals in der Geschichte der US Navy die alleinige Luftverteidigung eines amerikanischen Flugzeugträgers übertragen wurde.
Während dieses Einsatzes koordinierte die Besatzung sämtliche Flugbewegungen im Umkreis von rund 180 Kilometern um den Träger.
Dazu gehörten:
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Starts und Landungen sämtlicher Trägerflugzeuge,
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Aufbau des Luftlagebildes,
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Identifizierung möglicher Bedrohungen,
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Führung der Luftverteidigung,
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Schutz der gesamten Kampfgruppe.
Der Einsatz führte die HAMBURG vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in das Arabische Meer und den Persischen Golf.
Die erfolgreiche Integration zeigte, dass deutsche Luftverteidigungsfregatten den höchsten NATO-Standards entsprechen und auch innerhalb einer amerikanischen Carrier Strike Group eine Schlüsselrolle übernehmen können.
Einsatz- und Ausbildungsverband 2014
Am 11. Februar 2014 lief die HAMBURG gemeinsam mit den Fregatten MECKLENBURG-VORPOMMERN und AUGSBURG, der Korvette OLDENBURG sowie dem Einsatzgruppenversorger FRANKFURT AM MAIN zum jährlichen Einsatz- und Ausbildungsverband der Deutschen Marine aus.
Während dieser mehrmonatigen Fahrt wurden zahlreiche internationale Hafenbesuche, Übungen und Ausbildungsabschnitte durchgeführt. Ziel war die Vorbereitung der beteiligten Besatzungen auf spätere Auslandseinsätze sowie die Vertiefung der Zusammenarbeit mit verbündeten Marinen.
Modernisierung des Führungs- und Waffeneinsatzsystems
Im Rahmen eines Werftaufenthaltes erhielt die HAMBURG eine umfassende Erneuerung ihres Combat Direction Systems (CDS).
Dabei wurden sowohl Hardware als auch Software modernisiert. Ziel war es, die Führungs- und Waffeneinsatzsysteme an neue technische Anforderungen anzupassen und ihre Einsatzfähigkeit langfristig zu sichern.
Übungen und NATO-Verpflichtungen
In den folgenden Jahren nahm die HAMBURG regelmäßig an multinationalen Übungen und NATO-Einsatzverbänden teil.
Hierzu gehörten unter anderem:
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Luftverteidigungsübungen,
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Schießausbildungen,
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Verbandsführung,
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Zusammenarbeit mit Flugzeugträgerverbänden,
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NATO-Gefechtsausbildung,
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Ausbildung mit verbündeten Marinen.
Durch ihre leistungsfähigen Radarsysteme übernimmt sie dabei häufig die Rolle des Luftverteidigungsschiffes innerhalb eines Verbandes.
Bedeutung für die Deutsche Marine
Die HAMBURG besitzt innerhalb der Geschichte der Deutschen Marine eine besondere Stellung.
Sie war:
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die erste Fregatte der Klasse 124 im Auslandseinsatz,
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das erste deutsche Kriegsschiff in einer amerikanischen Carrier Strike Group,
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das erste deutsche Schiff, dem die alleinige Luftverteidigung eines US-Flugzeugträgers übertragen wurde.
Diese Mission gilt bis heute als einer der größten Vertrauensbeweise, den die US Navy einer europäischen Marine entgegengebracht hat. Gleichzeitig stellte sie eindrucksvoll unter Beweis, dass die Deutsche Marine mit der Sachsen-Klasse über ein international konkurrenzfähiges Luftverteidigungssystem verfügt.
Technische Daten
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Schiffstyp: Luftverteidigungsfregatte
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Klasse: Sachsen-Klasse (Klasse 124)
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Kennung: F 220
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Rufzeichen: DRAB
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Bauwerft: Howaldtswerke-Deutsche Werft, Kiel
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Kiellegung: 1. September 2000
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Stapellauf: 16. August 2002
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Indienststellung: 13. Dezember 2004
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Heimathafen: Wilhelmshaven
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Verbandszugehörigkeit: 2. Fregattengeschwader
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Länge: 143 Meter
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Breite: 17,4 Meter
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Tiefgang: 6,0 Meter
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Verdrängung: etwa 5.800 Tonnen
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Antrieb: CODAG
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Höchstgeschwindigkeit: etwa 29 Knoten
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Besatzung: rund 230 bis 250 Soldatinnen und Soldaten
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Bordhubschrauber: bis zu zwei
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Flugabwehr: SM-2, ESSM, RAM
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Seezielbewaffnung: Harpoon
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Artillerie: 76-mm-Compact
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U-Boot-Abwehr: MU90-Leichtgewichtstorpedos und Bordhubschrauber.
Aktueller Status
Die HAMBURG befindet sich weiterhin im aktiven Dienst der Deutschen Marine.
Sie gehört zum 2. Fregattengeschwader in Wilhelmshaven und wird regelmäßig in NATO-Verbänden, multinationalen Übungen sowie für Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung eingesetzt.
Historische Einordnung
Die HAMBURG zeigt beispielhaft den Wandel der Deutschen Marine zu einer weltweit einsetzbaren Bündnismarine.
Während frühere deutsche Fregatten überwiegend nationale Aufgaben wahrnahmen, bewies die HAMBURG bereits wenige Jahre nach ihrer Indienststellung, dass sie auf höchstem internationalen Niveau operieren konnte. Die vollständige Integration in eine amerikanische Flugzeugträgerkampfgruppe und die Übernahme ihrer Luftverteidigung gelten bis heute als Meilenstein der deutsch-amerikanischen Marinekooperation.
Damit steht die HAMBURG nicht nur für die technische Leistungsfähigkeit der Sachsen-Klasse, sondern auch für die gewachsene Verantwortung der Deutschen Marine innerhalb der NATO.