Kategorie: Fregatte 120 Köln-Klasse

Fregatte 120 KÖLN-Klasse

Die sechs Fregatten der Köln-Klasse gehörten zu den bedeutendsten frühen Neubauten der Bundesmarine. Ursprünglich als Geleitboote Typ 55 geplant, waren sie vor allem für den Geleitschutz und die U-Boot-Jagd in Nordsee und Nordatlantik vorgesehen. Zwischen 1961 und 1964 wurden die sechs Einheiten in Dienst gestellt. Gemeinsam mit den Zerstörern der Hamburg-Klasse standen sie für den Aufbau einer modernen, fest in die NATO integrierten deutschen Flotte.

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Zur Klasse gehörten:

  • F 220 KÖLN
  • F 221 EMDEN
  • F 222 AUGSBURG
  • F 223 KARLSRUHE
  • F 224 LÜBECK
  • F 225 BRAUNSCHWEIG

Vom Geleitboot zur Fregatte

Bei ihrer Planung und Indienststellung wurden die Schiffe zunächst als Geleitboote bezeichnet. Im Zuge der Anpassung an die innerhalb der NATO gebräuchlichen Schiffstypenbezeichnungen erhielten sie später die Bezeichnung Fregatte der Klasse 120. Ihr Auftrag blieb eng mit dem Schutz eigener und verbündeter Seeverbindungen verbunden: Sie sollten Geleitzüge sichern, gegnerische U-Boote aufspüren und bekämpfen sowie Verbände gegen Bedrohungen aus der Luft und von der See unterstützen.

Die Köln-Klasse besaß ein niedriges, durchlaufendes Glattdeck, einen stark geneigten Bug und auffallend hohe, kompakte Aufbauten. Der große Schornstein, die seitlichen Lufteinlässe für die Gasturbinen und der hohe Gittermast verliehen den Schiffen ihr unverwechselbares Erscheinungsbild.

Moderner Antrieb und hohe Geschwindigkeit

Technisch wegweisend war der kombinierte Diesel- und Gasturbinenantrieb. Bei Marschfahrt liefen die Schiffe mit vier Dieselmotoren. Für hohe Geschwindigkeiten konnten zusätzlich zwei Gasturbinen zugeschaltet werden. Dieses als CODAG – Combined Diesel and Gas bezeichnete Antriebskonzept machte die Köln-Klasse zu einem frühen und international beachteten Beispiel für die Verbindung wirtschaftlicher Marschfahrt mit hoher Einsatzgeschwindigkeit.

Mit einer Länge von rund 110 Metern, einer Verdrängung von knapp 3.000 Tonnen und einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 30 Knoten waren die Schiffe für schnelle Geleit- und U-Jagd-Aufgaben ausgelegt. Die Besatzungsstärke lag je nach Ausrüstungs- und Dienststand bei etwa 210 bis 238 Soldaten.

Bewaffnung und Ausrüstung

Die Bewaffnung war auf den Kampf gegen U-Boote sowie auf die Abwehr von See- und Luftzielen abgestimmt. Zur Ausstattung gehörten:

  • zwei automatische 100-mm-Geschütze,
  • mehrere 40-mm-Flugabwehrgeschütze,
  • zwei Vierfachwerfer für U-Jagd-Raketen,
  • vier Torpedorohre für U-Jagd-Torpedos,
  • Wasserbomben und Minenlegeeinrichtungen.

Radar-, Feuerleit- und Sonaranlagen ermöglichten die See- und Luftraumüberwachung sowie die Ortung und Bekämpfung von U-Booten. Die Schiffe verfügten jedoch noch nicht über einen Bordhubschrauber oder Flugkörperbewaffnung.

Dienst im 2. Geleitgeschwader

Die Schiffe der Köln-Klasse bildeten den Kern des 2. Geleitgeschwaders. Der Verband war zunächst in Cuxhaven stationiert und verlegte 1968 nach Wilhelmshaven. Die Fregatten EMDEN und KARLSRUHE gehörten zeitweise dem Flottendienstgeschwader in Flensburg an, kehrten später jedoch zum 2. Geleitgeschwader zurück.

Während ihrer Dienstzeit nahmen die Einheiten an zahlreichen nationalen und internationalen Übungen, Ausbildungsreisen und NATO-Manövern teil. Sie zeigten Flagge in europäischen und überseeischen Häfen und trugen wesentlich dazu bei, die junge Bundesmarine als verlässlichen Partner innerhalb des westlichen Bündnisses zu etablieren.

Außerdienststellung und Verbleib

Zwischen 1982 und 1989 endete die aktive Dienstzeit der Klasse. Die Fregatten EMDEN, KARLSRUHE, LÜBECK und BRAUNSCHWEIG wurden später an die türkische Marine abgegeben. Die AUGSBURG wurde abgewrackt. Das Typschiff KÖLN blieb als Ausbildungs- und Übungshulk für die Schadensabwehrausbildung in Neustadt in Holstein erhalten.

Mit der Köln-Klasse endete eine wichtige Aufbauphase der Bundesmarine. Ihre Nachfolge im 2. Geleitgeschwader traten die moderneren Fregatten der Bremen-Klasse 122 an.

Technische Daten der Köln-Klasse

Schiffstyp: zunächst Geleitboot Typ 55, später Fregatte Klasse 120
Einheiten: 6
Länge: etwa 109,8 Meter
Breite: etwa 11 Meter
Verdrängung: knapp 3.000 Tonnen
Antrieb: vier Dieselmotoren und zwei Gasturbinen, CODAG
Antriebsleistung: rund 36.000 PS
Geschwindigkeit: mehr als 30 Knoten
Besatzung: etwa 210 bis 238 Soldaten
Hauptauftrag: Geleitschutz und U-Boot-Jagd
Hauptbewaffnung: zwei 100-mm-Geschütze, 40-mm-Flugabwehrgeschütze, U-Jagd-Raketenwerfer und Torpedorohre

Von Kameraden für Kameraden

Die Fregatten der Köln-Klasse waren für viele Kameraden ein prägender Teil ihrer Marinezeit. Enge Räume, schwere See, lange Seewachen und das Zusammenspiel einer großen Besatzung schufen eine besondere Form der Gemeinschaft. Jeder an Bord war auf den anderen angewiesen – auf der Brücke, in der Operationszentrale, an den Waffen, im Maschinenraum oder in den zahlreichen technischen und seemännischen Bereichen.

Unsere Artikel zur Köln-Klasse erinnern an sechs markante Schiffe der Bundesmarine und an die Kameraden, die auf ihnen gefahren sind. Sie stehen für gemeinsame Erlebnisse, gelebte Seemannschaft und die Erinnerung an eine Marinezeit, die bis heute verbindet.