Kategorie: FD-Boot Klasse 423 A53 OKER

A 53 OKER – Flottendienstboot der Oste-Klasse

Die OKER mit der Kennung A 53 ist ein Flottendienstboot der Klasse 423, auch Oste-Klasse genannt. Sie wurde speziell für die weiträumige elektronische, elektro-optische und hydroakustische Aufklärung entwickelt und gehört zu den am stärksten spezialisierten Einheiten der Deutschen Marine.

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Namensgeber ist die Oker, ein Nebenfluss der Aller, der in Niedersachsen unter anderem durch die Stadt Braunschweig fließt.

Bau und Indienststellung

Die OKER wurde bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft gebaut. Ihre Kiellegung erfolgte 1986. Am 10. November 1988 wurde das Boot als zweite Einheit der neuen Oste-Klasse in Dienst gestellt.

Die Klasse 423 löste die älteren Flottendienstboote der ersten Generation ab, darunter auch die vorherige OKER mit derselben Kennung A 53. Die neuen Boote wurden bereits während des Kalten Krieges für die besonderen Anforderungen der signalerfassenden und akustischen Aufklärung entworfen.

Aufgabe als Flottendienstboot

Die OKER dient der Nachrichtengewinnung und Aufklärung auf See. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere die Erfassung und Auswertung elektromagnetischer Signale, die Beobachtung von Funk- und Radarsystemen sowie die hydroakustische und elektro-optische Aufklärung.

Die dafür eingesetzten Sensoren und Aufklärungssysteme befinden sich zum Teil unter den charakteristischen großen Radomen auf den Aufbauten. Einzelheiten über die technische Ausstattung und die konkreten Einsatzverfahren unterliegen weitgehend der militärischen Geheimhaltung.

Flottendienstboote operieren häufig über längere Zeiträume als Einzelfahrer in internationalen Gewässern. Die Stammbesatzung der Marine führt und betreibt das Schiff, während zusätzlich spezialisiertes Aufklärungspersonal des Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum eingeschifft wird.

Verbandszugehörigkeit und Heimathäfen

Nach ihrer Indienststellung gehörte die OKER zunächst zum Flottendienstgeschwader in Flensburg.

Anfang 1993 wurden die Flottendienstboote dem neu aufgestellten Marinefernmeldestab 70 unterstellt. Im Jahr 1995 wurde der Heimathafen der OKER von Flensburg nach Kiel verlegt.

Mit Beginn des Jahres 2002 wurde das Boot dem 3. Ubootgeschwader zugeordnet. Seit Februar 2006 gehört die OKER zum 1. Ubootgeschwader und damit zur Einsatzflottille 1. Ihr heutiger Heimathafen ist Eckernförde.

Diese wechselnden Unterstellungen spiegeln die organisatorische Entwicklung der schiffsgestützten Fernmelde- und elektronischen Aufklärung innerhalb der Bundeswehr wider.

Einsätze

Die OKER wurde seit ihrer Indienststellung regelmäßig in verschiedenen Seegebieten zur Aufklärung und Lagebilderfassung eingesetzt. Aufgrund ihres besonderen Auftrages werden Einsatzgebiete und konkrete Tätigkeiten nur eingeschränkt öffentlich bekannt gegeben.

Zu den belegten Einsätzen gehört ihre Verlegung in die Adria ab Januar 1999. Dort war sie zunächst im Zusammenhang mit der Kosovo Verification Mission und anschließend während der NATO-Operation Allied Force eingesetzt.

Weitere Fahrten führten die OKER unter anderem in den Nordatlantik, in das Mittelmeer und bis in Seegebiete am nördlichen Polarkreis. Dabei leistete sie Beiträge zur militärischen Frühwarnung, zur Aufklärung sowie zur Erstellung eines umfassenden Lagebildes für die Bundeswehr und ihre Bündnispartner.

Technische Daten

Klasse: 423, Oste-Klasse
Typ: Flottendienstboot
Kennung: A 53
Werft: Flensburger Schiffbau-Gesellschaft
Kiellegung: 1986
Indienststellung: 10. November 1988
Länge: 83,50 Meter
Breite: 14,60 Meter
Tiefgang: 6,20 Meter
Einsatzverdrängung: etwa 3.200 Tonnen
Antrieb: zwei Dieselmotoren und zwei Elektromotoren auf zwei Propeller
Gesamtleistung: etwa 6.600 Kilowatt
Höchstgeschwindigkeit: bis zu 20 Knoten
Bewaffnung: vier schwere Maschinengewehre im Kaliber 12,7 Millimeter
Heimathafen: Eckernförde
Unterstellung: 1. Ubootgeschwader, Einsatzflottille 1

Die A 53 OKER steht für die über Jahrzehnte gewachsene Fähigkeit der Deutschen Marine zur schiffsgestützten Aufklärung. Seit ihrer Indienststellung im Jahr 1988 wurde sie mehrfach modernisiert und an veränderte militärische Anforderungen angepasst.

Gemeinsam mit der OSTE und der ALSTER bildet sie bis zu ihrer Ablösung durch die neue Klasse 424 das hoch spezialisierte Auge und Ohr der Bundeswehr auf See.